Gruppenvergewaltigung auf Mallorca: Junge Frau (18) von acht Männern vergewaltigt - Täter filmten alles

Eine grausame Tat ereignete sich in einem Hotel auf der Urlaubsinsel Mallorca. Eine Frau wurde von acht Männern vergewaltigt; Ein Täter bot auf dem Hotelflur Fremden "kostenlosen Sex" mit dem Opfer an. Nun sind die Männer verurteilt.

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Eine junge Britin wurde im Touristen-Hotspot Magaluf auf Mallorca von mehreren Männern vergewaltigt. Nun wurden die Täter verurteilt (Symbolbild). (Foto) Suche
Eine junge Britin wurde im Touristen-Hotspot Magaluf auf Mallorca von mehreren Männern vergewaltigt. Nun wurden die Täter verurteilt (Symbolbild). Bild: dpa/Clara Margais
  • Gruppenvergewaltigung auf Mallorca - Prozess gegen acht Männer
  • Britin (18) missbraucht und gefilmt - 73 Jahre Haft für die Angeklagten
  • Ermittler sprechen von "abstoßenden" Szenen

Es ist ein unvorstellbares Verbrechen, welches gestern in einem aufsehenerregender Prozess und einem Schuldeingeständnis aller acht Angeklagten endete. Insgesamt acht Männer – sieben französische Staatsbürger und ein Schweizer – hatten im August 2023 eine 18-jährige britische Touristin in einem Hotel in Magaluf gemeinschaftlich vergewaltigt - und die Tat auch noch gefilmt.

73 Jahre Haft - Urteil im Gruppenvergewaltigungsprozess auf Mallorca gefallen

Das Gericht in Palma verurteilte die Täter zu insgesamt 73 Jahren Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich Einzelstrafen zwischen 18 und 20 Jahren gefordert, was einer Gesamtstrafe von 151 Jahren entsprochen hätte. Durch einen Vergleich mit der Verteidigung und der Anwältin des Opfers, Irene Hernández von der Kanzlei Campaner Law, reduzierten sich die Strafen erheblich.

Die Angeklagten waren zum Tatzeitpunkt zwischen 18 und 26 Jahre alt. Einige von ihnen saßen seit ihrer Festnahme 2023 in Untersuchungshaft auf Mallorca. Zwei weitere wurden per Europäischem Haftbefehl im Ausland gefasst und ausgeliefert.

Täter lockten Fremde vom Hotelflur zum "kostenlosen Sex"

Die Vergewaltigung ereignete sich am frühen Morgen des 14. August 2023 im BH Mallorca Resort. Laut Anklageschrift hatten zwei der Männer die junge Britin zuvor beim Feiern in Magaluf kennengelernt und mit Alkohol abgefüllt. Gegen 7.30 Uhr brachten sie das halbbewusste Opfer in Zimmer 108.

Was dann folgte, beschrieben Ermittler als beispiellos brutal: Einer der Täter ging auf den Hotelflur und bot vorbeikommenden Fremden "kostenlosen Sex" mit der wehrlosen Frau an. Sechs weitere Männer folgten der Einladung in das Zimmer.

Die Staatsanwaltschaft schilderte den Ablauf so: "Die Angeklagten zogen sie während etwa einer halben Stunde aus und ließen ihr nur den BH. Sie führten verschiedene sexuelle Handlungen an ihr durch, handelten einvernehmlich untereinander und ohne ihre Zustimmung." Das Opfer war dabei zeitweise bewusstlos. Die Täter schlugen sie, bespuckten sie und beschimpften sie während der Tat.

Handyvideos überführten die Täter

Die Männer dokumentierten ihre Verbrechen selbst mit ihren Mobiltelefonen. Ein Verdächtiger hatte 14 Clips mit einer Gesamtlänge von 170 Sekunden auf seinem Gerät gespeichert, ein weiterer fünf Videos von 142 Sekunden Dauer. Erfahrene Ermittler bezeichneten das Material als das "abstoßendste", das sie jemals gesehen hätten.

Zwei der Täter teilten die Aufnahmen noch während das Opfer bewusstlos war auf Snapchat. Sie prahlten mit ihren Taten und machten erniedrigende Kommentare. In den Videos ist zu hören, wie die Männer sich gegenseitig anfeuerten und die junge Frau verhöhnten.

Ein Insider erklärte: "Wenn die Männer nicht gefilmt hätten, was sie getan haben, wären sie möglicherweise straffrei davongekommen." Die Aufnahmen erwiesen sich als entscheidende Beweismittel für die Verhaftungen und die erfolgreiche Strafverfolgung aller acht Beteiligten.

Unterschiedliche Strafen je nach Tatbeteiligung

Die fünf Männer, die das Opfer penetrierten, erhielten Haftstrafen zwischen neun und elf Jahren. Drei von ihnen bekamen die höheren Strafen, weil sie ihre Taten wiederholten. Zusätzlich wurden alle fünf zu zwei Jahren und drei Monaten für das Filmen der Übergriffe verurteilt.

Die drei Angeklagten, die nicht selbst vergewaltigten, aber die Taten der anderen aufnahmen, erhielten jeweils zwei Jahre und drei Monate Gefängnis. Einer aus dieser Gruppe bekam weitere vier Jahre, weil er das Opfer sexuell belästigt hatte, ohne sie zu penetrieren. Diese drei waren die einzigen, die vor dem Prozess auf Kaution freikamen.

Nach Verbüßung eines Teils ihrer Strafe sollen die Verurteilten in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Quellen zufolge könnten sie bereits nach sechs bis sieben Jahren freikommen. Die endgültige Entscheidung über die tatsächliche Haftdauer fällt im kommenden Monat. Die Staatsanwaltschaft will jedoch darauf drängen, dass die Täter ihre vollständigen Strafen absitzen.

Opfer erhält über 100.000 Euro Entschädigung

Neben den Haftstrafen müssen die acht Verurteilten dem Opfer mehr als 100.000 Euro Schadenersatz zahlen. Die junge Britin musste nicht persönlich vor Gericht erscheinen – ihre unter Eid abgegebene Aussage während der Ermittlungen wurde als ausreichend erachtet.

Das Mallorca Resort hatte sich unmittelbar nach der Tat von dem Vorfall distanziert. Ein Sprecher erklärte damals: "Das BH Mallorca Resort bedauert zutiefst, was geschehen ist, und möchte seine entschiedene Verurteilung des mutmaßlichen sexuellen Übergriffs zum Ausdruck bringen." Das Hotel kooperierte vollständig mit der Guardia Civil und deren Ermittlern.

Ein Sicherheitsmitarbeiter des Hotels hatte die verstörte 18-Jährige am Morgen nach der Tat weinend in der Lobby gefunden. Sie berichtete der Polizei, sie sei aufgewacht, umgeben von jungen Männern mit Handys in den Händen.

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