Wladimir Putin: Wagenbauer lässt sich nicht einschüchtern - Kremlchef erneut am Rosenmontag verspottet

Der Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly wird in Russland wegen seiner Putin-Darstellungen strafrechtlich verfolgt. Am Rosenmontag enthüllt er seine Antwort darauf.

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Trotz eines Strafverfahrens gegen ihn in Russland enthüllt der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly beim Rosenmontagszug erneut ein Motiv zu Kremlchef Wladimir Putin. (Foto) Suche
Trotz eines Strafverfahrens gegen ihn in Russland enthüllt der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly beim Rosenmontagszug erneut ein Motiv zu Kremlchef Wladimir Putin. Bild: picture alliance/dpa | Federico Gambarini
  • Düsseldorfer Karnevalswagenbauer wird in Russland strafrechtlich wegen Putin-Darstellungen verfolgt
  • Am Rosenmontag präsentiert Jacques Tilly einen weiteren Motivwagen zum Kremlchef
  • Keine Motivwagen zu Putin in Köln und Mainz geplant

In Köln, Düsseldorf und Mainz rollen an diesem Montag wieder die Rosenmontagszüge durch die Stadt. Mit besonderer Spannung erwartet wird der Putin-Wagen des Düsseldorfer Karnevalswagenbauers Jacques Tilly.

Wladimir verspottet am Rosenmontag von Jacques Tilly

Wegen früherer Darstellungen des russischen Präsidenten wird Tilly seit einigen Monaten in Moskau gerichtlich verfolgt. Der Bildhauer muss sich wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane verantworten, dazu gehört neben der russischen Armee auch Präsident Wladimir Putin. Ihm droht eine Verurteilung zu Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis zu zehn Jahren.

Karnevalswagenbauer aus Düsseldorf wird strafrechtlich verfolgt

Tilly hat dazu gesagt, er sei Drohungen gewohnt und werde sich davon nicht einschüchtern lassen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat das Strafverfahren gegen Tilly scharf kritisiert und zur Solidarität mit ihm aufgerufen.

Keine Motivwagen zu Wladimir Putin in Köln und Mainz

Auffällig ist: Anders als in früheren Jahren wird Putin diesmal weder im Kölner noch im Mainzer Rosenmontagszug aufgespießt. Das Festkomitee Kölner Karneval bestritt, dass es aus Angst vor Repressalien auf eine Auseinandersetzung mit Putin verzichtet habe. Man habe sich in öffentlichen Statements mit Tilly solidarisiert, sagte Zugleiter Marc Michelske. In Mainz hieß es, Putin und der Krieg in der Ukraine seien in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Thema gewesen, und man wolle "eine gewisse Redundanz vermeiden".

Jacques Tilly prangiert russischen Angriffskrieg auf die Ukraine an

Dem WDR sagte Tilly, er habe als Reaktion auf den Prozess in Russland nicht besonders extreme Wagen machen wollen. "Wir werden jetzt nicht extra noch besonders hart sein, das ist auch albern, wir machen einfach gute politische Satire, so wie immer", sagte der Wagenbauer. Der Rosenmontag sei für ihn "ein normaler, wenn auch sehr harter Arbeitstag und wir sind natürlich alle froh, wenn es vorbei ist". "Nur dank dieses Prozesses ist nach Aschermittwoch diesmal nicht alles vorbei. Es geht natürlich weiter, leider."

Die satirischen Wagen von Tilly, die er immer bis zum Morgen des Rosenmontags geheim hält, werden jedes Jahr auch international wahrgenommen. 2024 zeigte Tilly den autokratisch regierenden Putin, wie er sich oral von Kirchenpatriarch Kirill befriedigen lässt. Damit wolle er die Mitverantwortung der russisch-orthodoxen Kirche für den Angriffskrieg auf die Ukraine anprangern, sagte er.

Auch US-Präsident Donald Trump beim Düsseldorfer Rosenmontagszug verspottet

Im vergangenen Jahr war Putin im Düsseldorfer Rosenmontagszug zu sehen, wie er mit US-Präsident Donald Trump den "Hitler-Stalin-Pakt 2.0" schloss und die Ukraine zerquetschte. Der Hitler-Stalin-Pakt von 1939 hatte den Weg für die Invasion und Aufteilung Polens durch Nazi-Deutschland und die Sowjetunion freigemacht.

Ein anderer Motivwagen in Düsseldorf zeigte Putin zusammen mit Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping - alle drei stellten hüllenlos dicke Eier zur Schau. "Alle drei Großmächte sind in den Händen von antidemokratischen Despoten - das ist die Botschaft", sagte Tilly.

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/kns/roj/news.de/dpa

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