Tödlicher Angriff im Regionalexpress: Zugbegleiter (36) bei Ticketkontrolle totgeprügelt - Angreifer in U-Haft

Zugbegleiter der Deutschen Bahn sind tagtäglich den Launen der Reisenden ausgesetzt - für einen 36-jährigen Bahnmitarbeiter endete eine Auseinandersetzung mit einem Schwarzfahrer tödlich, als eine Ticketkontrolle eskalierte.

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Ein 36 Jahre alter Zugbegleiter der Deutschen Bahn ist nach einem Angriff eines Schwarzfahrers seinen schweren Verletzungen erlegen - der mutmaßliche Täter wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft (Symbolfoto). (Foto) Suche
Ein 36 Jahre alter Zugbegleiter der Deutschen Bahn ist nach einem Angriff eines Schwarzfahrers seinen schweren Verletzungen erlegen - der mutmaßliche Täter wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft (Symbolfoto). Bild: picture alliance/dpa | Jonas Walzberg
  • Ticketkontrolle im Regionalexpress eskaliert - Fahrgast greift Zugbegleiter an
  • Bahnmitarbeiter (26) an schweren Verletzungen gestorben
  • Aggressiver Schwarzfahrer (26) festgenommen - Ermittlungen wegen Totschlags

Tag für Tag sind es die Zugbegleiter der Deutschen Bahn, die den Launen der Reisenden in Regionalexpress-Zügen oder ICEs ausgesetzt sind. Für einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn in Rheinland-Pfalz endete eine Auseinandersetzung mit einem Schwarzfahrer tödlich: Als ein Regionalexpress am Abend des 2. Februar 2026 gerade den rheinland-pfälzischen Bahnhof Landstuhl verließ, eskalierte die Situation bei einer Ticketkontrolle.

Tödlicher Angriff im Regionalexpress: Zugbegleiter tot nach Verletzungen bei Ticketkontrolle

Ein 26 Jahre alter Fahrgast konnte auf der Fahrt von Kaiserslautern nach Saarbrücken keinen gültigen Fahrschein vorzeigen und sollte deshalb von der Weiterfahrt ausgeschlossen werden. Daraufhin kam es, wie die Polizei später rekonstruierte, zum Angriff des Schwarzfahrers auf den Zugbegleiter namens Serkan C. Letzterer musste infolge des brutalen Angriffs noch vor Ort reanimiert werden. Fahrgäste leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Polizei.

Trotz erster Hilfe und Reanimation: Bahn-Mitarbeiter (36) im Krankenhaus gestorben

Zunächst hieß es, der Bahn-Mitarbeiter sei lebensgefährlich verletzt worden. Der 36-Jährige, der Angaben der "Bild" zufolge alleinerziehender Vater zweier Söhne im Alter von elf und 13 Jahren ist wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte Angaben der DB-Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla um das Leben des Mannes kämpften. Einsatzkräfte der Landespolizei des Saarlandes und der Bundespolizei nahmen unterdessen den Tatverdächtigen fest. Gegen den 26-Jährigen wurde Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags erlassen, wie die Staatsanwaltschaft Zweibrücken am frühen Abend des 3. Februar mitteilte. Die Kriminaldirektion Kaiserslautern ermittelt zugleich zu den Hintergründen des Geschehens und zum Tatablauf - wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

Zugbegleiter durch Faustschläge gegen Kopf getroffen und tödlich verletzt

Nach dem Angriff auf einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz ist der Mann nach Angaben der Deutschen Bahn an seinen Verletzungen gestorben. (Foto) Suche
Nach dem Angriff auf einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz ist der Mann nach Angaben der Deutschen Bahn an seinen Verletzungen gestorben. Bild: picture alliance/dpa | Patrick von Frankenberg

Inzwischen hat der Fall eine traurige Wendung genommen: Nach dem Angriff während der Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz ist der lebensgefährlich verletzte Mann nach Angaben der Deutschen Bahn am Morgen des 04.02.2026 im Uniklinikum Homburg im Saarland an seinen Verletzungen gestorben.

Dem vorläufigem Obduktionsergebnis zufolge starb der Bahn-Mitarbeiter an einer Hirnblutung . Dies sei eine Folge erheblicher stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken mit. Der 26 Jahre alte Tatverdächtige habe den Zugbegleiter mit mehreren heftigen Faustschlägen gegen den Kopf angegriffen. "Ein Messer oder sonstige gefährliche Gegenstände wurden hierbei nicht eingesetzt", hieß es. Laut Staatsanwaltschaft werden gesicherte Videoaufnahmen aus dem Zug ausgewertet.

Der 26-Jährige sei griechischer Staatsbürger und nach eigenen Angaben in Luxemburg wohnhaft, hieß es. "Vorstrafen oder polizeiliche Erkenntnisse in Deutschland liegen nicht vor." Der Tatverdächtige habe bisher von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht, er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Deutsche Bahn trauert um getöteten Zugbegleiter nach Eskalation im Regionalexpress

Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, schrieb in einem Beitrag auf der Plattform Linkedin, der Tod des Mitarbeiters mache sie "fassungslos und traurig". "Wir alle bei der Deutsche Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste. Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt." Es sei ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, ihr tiefes Mitgefühl gelte seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen.

Verkehrsminister Schnieder "fassungslos" nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zu mehr Engagement für die Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen aufgerufen. "Wir müssen gemeinsam mehr tun für den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Züge und Bahnhöfe müssen sicher sein", sagte Schnieder laut einer Mitteilung. "Es ist furchtbar, dass ein Kundenbetreuer bei der normalen Ausübung seiner Arbeit ums Leben kommt - getötet durch rohe und sinnlose Gewalt", sagte Schnieder. Er sei entsetzt und fassungslos. Sein Mitgefühl gelte der Familie, den Kolleginnen und Kollegen sowie den Freunden des Getöteten.

Gewerkschaft: "Heute steht die Eisenbahnerfamilie still"

Nach dem tödlichen Zwischenfall in Rheinland-Pfalz ruft die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu einer Schweigeminute auf. "Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen", teilte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert am 4. Februar mit. "Heute steht die Eisenbahnerfamilie still." Die Schweigeminute soll heute um 15.00 Uhr stattfinden. "Ab morgen erhöhen wir nochmal den Druck", schrieb die Gewerkschaft weiter. "Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten." Die Politik müsse Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreifen.

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/news.de/dpa

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