Nach Brandanschlag in Berlin: Mehrheit rechnet mit neuen Sabotage-Stromausfällen
Tagelang kein Strom, keine Heizung, eisige Kälte: Der Berliner Blackout hat Spuren hinterlassen. Eine neue Umfrage zeigt, wie tief das Misstrauen sitzt – und warum viele Menschen mit noch schlimmeren Szenarien rechnen.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Große Sorge: 66 Prozent rechnen mit mehr Stromausfällen durch Sabotage oder Anschläge
- Wenig Vertrauen: 73 Prozent halten kritische Infrastruktur für schlecht geschützt
- Krisenvorsorge: Jeder Zweite hat Notvorräte angelegt – fast ebenso viele nicht
Eiskälte, Dunkelheit, Stillstand – und die Angst bleibt. Nach dem tagelangen Stromausfall in Berlin fürchten viele Bürger, dass solche Blackouts keine Ausnahme bleiben. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Das Vertrauen in die Sicherheit von Stromnetzen und anderer lebenswichtiger Infrastruktur ist erschüttert.
Kaum Vertrauen in kritische Infrastruktur: Mehrheit erwartet mehr Stromausfälle durch Sabotage
Nach dem Brandanschlag und dem massiven Stromausfall in Berlin rechnen viele Menschen mit einer Zunahme ähnlicher Vorfälle. 66 Prozent der Wahlberechtigten gehen davon aus, dass es in den kommenden fünf Jahren häufiger zu Stromausfällen infolge von Sabotage oder Anschlägen kommen wird. Das ergab eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur.
Besonders alarmierend: Das Vertrauen in die Sicherheit der sogenannten kritischen Infrastruktur ist gering.73 Prozent der Befragten halten Stromnetze, Wasserversorgung, Telekommunikation oder Krankenhäuser für nicht gut geschützt. Damit wächst die Sorge, dass Ausfälle nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich sind.
Viele legen Notvorräte an – fast ebenso viele nicht
Die Angst vor neuen Krisen hat bereits Konsequenzen. 51 Prozent der Befragten geben an, Vorräte für Notfälle angelegt zu haben, um sich mindestens drei Tage mit Wasser, Lebensmitteln oder Medikamenten versorgen zu können. Gleichzeitig haben 45 Prozent nach eigenen Angaben nicht entsprechend vorgesorgt. Für die Umfrage befragte YouGov 2.080 Wahlberechtigte zwischen dem 9. und 12. Januar repräsentativ.
Größter Blackout der Nachkriegsgeschichte
Hintergrund der Sorgen ist ein Ereignis kurz nach dem Jahreswechsel: Nach einem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag kam es in Berlin zum größten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte. Betroffen waren rund 100.000 Menschen im Südwesten der Hauptstadt – viele davon tagelang ohne Strom und Heizung, bei winterlichen Temperaturen. Erst am vergangenen Mittwoch konnte der Schaden behoben werden.
Der Blackout hat Berlin wachgerüttelt. Die Umfrage zeigt: Die Angst vor neuen Sabotage-Angriffen ist real – und das Vertrauen in den Schutz lebenswichtiger Infrastruktur schwer erschüttert. Für viele ist klar: Die nächste Dunkelheit könnte kommen.
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bua/news.de/dpa
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