28.04.2021, 13.15 Uhr

Mutierte Mücken in Florida: Einheimische entsetzt! Mutanten-Blutsauger ausgesetzt

Sie sind lästig und manchmal sogar tödlich: tropische Mücken. In Florida haben Wissenschaftler jetzt mutierte Moskitos auf die sogenannte Ägyptische Tigermücke angesetzt. Sie sollen verhindern, dass sich die gefährlichen Blutsauger weiter ausbreiten.

Die Ägyptische Tigermücke überträgt verschiedene Krankheiten, darunter Dengue-Fieber, Gelbfieber und das Zika-Fieber. Bild: dpa

Das, was da aktuell im US-amerikanischen Bundesstaat Florida geschieht, könnte auch aus einem Marvel Film entsprungen sein. Immerhin wurden hier vor wenigen Tagen genetisch veränderte Moskitos freigesetzt. Dabei haben die mutierten Stechmücken nur eine Mission: die Vernichtung der Ägyptischen Tigermücke.

Genetisch veränderte Mücken ausgesetzt: Mutanten-Blutsauger soll Ägyptische Tigermücke bekämpfen

Die Gelbfiebermücke, Denguemücke oder Ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti) ist eine Stechmückenart der Tropen und Subtropen. Sie ist der hauptsächliche Überträger von Gelbfieber, Dengue-Fieber, Zika-Fieber und einigen anderen Viruserkrankungen. Um den gefährlichen Blutsaugern den Garaus zu machen, wurden laut "Miami Herald" Tausende von genetisch veränderter Mücken in Florida freigesetzt. Woran man die Tigermücke erkennt? Sie ist eine kleine (3–4 mm), dunkel gefärbte Stechmücke mit weißen Streifen auf den Beinen und einer weißen Zeichnung auf dem Halsschild, die an eine Leier erinnert. Der Stechrüssel ist schwarz.

Ägyptische Tigermücke verbreiten Krankheiten wie Zika und Dengue-Fieber

Das Projekt der britischen Biotech-Firma Oxitec zielt darauf ab, die Population von Aedes aegypti-Mücken einzudämmen, die Krankheiten wie Zika und Dengue-Fieber verbreiten können, berichtet das US-Portal. Das Projekt zielt darauf ab, dass sich gentechnisch veränderte männliche Moskitos mit nicht veränderten Weibchen paaren, die dann stechen. Ein sogenannter "Todesmechanismus" würde dann dafür sorgen, dass die daraus entstehenden weiblichen Nachkommen nicht überleben.

So sollen die mutierten Mücken den gefährlichen Aedes aegypti-Mücken den Garaus machen

"Die weiblichen Nachkommen dieser Begegnungen können nicht überleben und die Population von Aedes aegypti wird in der Folge kontrolliert", heißt es in der Erklärung von Oxitec. Die modifizierten Schädlinge werden an sechs Orten auf den Florida Keys ausgesetzt, heißt es. Es wird erwartet, dass in den nächsten 12 Wochen jede Woche etwa 12.000 von ihnen freigelassen werden. Das Projekt wurde von der US-Umweltschutzbehörde, dem Sunshine State und dem Vorstand des lokalen Moskito-Kontrollbezirks genehmigt, schreibt der "Miami Herald".

Doch einige Einheimische lehnen die Idee dennoch ab. Die Bewohnerin von Key Largo, Mara Daly, die seit Jahren gegen das Projekt protestiert, befürchtet, dass es Menschen und der Umwelt schaden könnte.

Immer mehr tropische Mücken-Arten auch in Deutschland

Übrigens: Auch in Deutschland gibt es bereits rund 50 Stechmückenarten – darunter mittlerweile auch die Asiatische Tigermücke. Die Tiere, die in Italien bereits verbreitet sind, kamen in den vergangenen Jahren durch den Fernreiseverkehr nach Deutschland. Erstmals wurde die Wärme liebende Tigermücke Ende September 2007 an einem Rastplatz der Autobahn 5 bei Weil am Rhein (Baden-Württemberg) entdeckt. Mittlerweile haben sich tropische Mücken wie die Asiatische Tigermücke und die Asiatische Buschmücke überall in Deutschland ausgebreitet.

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sba/news.de

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