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30.10.2020, 13.41 Uhr

Prozessbeginn in Schweinfurt: Minderjährige manipuliert! Ex-Fußballtrainer wegen Kindesmissbrauchs angeklagt

Als Jugendtrainer erlangte er das Vertrauen der Mannschaft. Durch perfide Lügen und Spiele wie kam der 21-Jährige an intime Aufnahmen seiner Schützlinge, an denen er sich verging. Nun steht der Ex-Trainer vor Gericht.

Der Trainer einer Nachwuchs-Fußballmannschaft muss sich wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vor Gericht verantworten (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / ttl.photos

Er sei Mitglied einer Sondereinheit und befreie Kinder aus den Fängen eines russischen Kinderpornorings: Mit dieser Masche soll ein Fußballtrainer seine Schützlinge gelockt haben, um an intime Aufnahmen zu kommen. Was skurril klingen mag, konnte der Mann offenbar glaubwürdig vermitteln. Er bekam Bilder und Videos, zudem soll er sich an drei Minderjährigen vergangen haben.

Fußball-Trainer (21) lockte Kinder in Sex-Falle und missbrauchte Schützlinge

Von Freitag (30.10.) an muss sich der 21-Jährige vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten. Die Vorwürfe habe er weitgehend gestanden, so die Ermittler. Die mutmaßlichen Taten ereigneten sich von Oktober 2017 bis Februar 2020 im Landkreis Bad Kissingen. Dabei habe der Angeklagte Nacktaufnahmen von insgesamt neun Kindern im Alter zwischen elf und 13 Jahren beschafft. "Bei drei Geschädigten soll es auch zu Handlungen mit Körperkontakt gekommen sein, die jedoch nicht den Straftatbestand des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern erfüllen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Axel Weihprecht.

Geständnis abgelegt: Ex-Fußballtrainer wegen mutmaßlichen Kindesmissbrauchs vor Gericht

Die Öffentlichkeit war nach Verlesung der Anklageschrift von der Verhandlung ausgeschlossen worden. Der Angeklagte habe die Taten "vollumfänglich gestanden", berichtete Anwalt Jürgen Scholl, der die Eltern der Opfer in der Nebenklage vertritt. Den Kindern bleibt damit wahrscheinlich eine Aussage im Zeugenstand erspart. Laut Scholl soll ein Sachverständiger den Angeklagten als schuldfähig eingestuft haben.Wegen des hohen Platzbedarfs wurde in der Schweinfurter Stadthalle verhandelt.

Die Taten im Zeitraum von Oktober 2017 bis zur Festnahme im Februar 2020 kamen ans Licht, nachdem sich ein Junge seinen Eltern anvertraut hatte. Diese erstatteten Strafanzeige. Der Deutsche sitzt seither in Untersuchungshaft. Zuvor hatte der ehemalige Trainer aus dem Landkreis Bad Kissingen Ausbildungen zum Erzieher und Kinderpfleger absolviert.

21-Jähriger missbraucht Vertrauen von Kindern und gelangt an Nacktfotos von Minderjährigen

In der Funktion eines Fußballtrainers, also eines Vertrauten, soll sich der Deutsche den Kindern und Jugendlichen genähert haben. Dabei erzählte er ihnen laut Anklage von einem kriminellen Ring aus Russland, den er als "Mafia" bezeichnete und dem es gelungen sei, die Handys von Mannschaftsmitgliedern zu hacken. Die Kriminellen hätten somit das Duschen filmen können und die Bild- und Videoaufnahmen ins Internet gestellt.

Der Trainer gab vor, einen "Filter" entwickelt zu haben, mit dem die Nacktbilder und -Videos der Jungen aufgespürt und gelöscht werden könnten. Dafür müssten sie zum Abgleich intime Aufnahmen an ihn schicken und einen Fragebogen mit Details zum Intimbereich ausfüllen. Einige Kinder machten laut Anklage die Aufnahmen und leiteten sie in Whatsapp-Chats an den Angeklagten weiter.

Pädophiler Fußball-Trainer tischte Missbrauchsopfern haarsträubende Lügen auf

Um sie soweit zu bekommen, habe der Verdächtige sie auf verschiedene Weisen manipuliert. In einem Fall soll er eine bevorstehende Entführung eines Teammitglieds durch die Russen-Mafia vorgegaukelt haben, sollte das Opfer nicht weitere Bilder und Videos schicken, um die vermeintlichen Entführer zu besänftigen. Auf einen anderen Minderjährigen wirkte er laut Anklage über fünf Monate hinweg ein, indem er erzählte, die Mafia plane die Entführung des 13-Jährigen. Auch soll er sich das Spiel "Strip-FIFA" ausgedacht haben, bei dem derjenige, der ein Gegentor in dem Computer-Fußballspiel kassiert, ein Kleidungsstück ablegen muss.

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loc/news.de/dpa

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