29.10.2019, 13.12 Uhr

Marihuana-Unfall: Mann lebt 18 Jahre mit Cannabis-Ballon im Kopf

Ein Arzt in Australien entdeckte bei einem 48-Jährigen einen Fremdkörper in den Nasennebenhöhlen. Nachdem er entfernt und untersucht wurde, stellte sich heraus, dass er sich um einen Ballon voll Cannabis handelte. Wie es dazu kam, erfahren Sie hier.

Einen Ballon voll Cannabis entfernte ein australischer Arzt aus der Nase eines Mannes. Bild: adobestock/Opra

Ein Ex-Häftling in Australien beklagte sich bei seinem Arzt immer wieder über Atemschwierigkeiten, Entzündungen der Nasenhöhlen und Kopfschmerzen. Über Jahre wurden die wiederkehrenden Symptome behandelt, bis sich bei einer Untersuchung mit dem Computertomograph sehr deutlich ein Fremdkörper im Kopf des Mannes zeigte.

Ballon voll Cannabis über 18 Jahre in Nebenhöhlen vergraben

Bei dem Mann hatte sich ein sogenannter Rhinolith gebildet. Ein Fremdkörper, der von den Nasensekreten eingeschlossen wird und so weiter wächst, bis Teile der Atemwege verstopft sind. Wenn diese sich nicht von alleine lösen, muss ein Arzt eingreifen und den Fremdkörper mechanisch entfernen.

So auch bei dem Australier. Der Arzt berichtet in der britischen, medizinischen Fachzeitschrift "The BMJ" von dem einzigartigen Fall, bei dem er einen Rhinolith in Form eines mit Marihuana gefüllten Ballons entfernen musste. Wie der Ballon in die Nase kam, um dort eine Vielzahl von medizinischen Leiden auszulösen, konnte der Patient selbst auflösen.

Mann schmuggelte Ballon voll Cannabis im Gefängnis

Der Patient gab zu Protokoll, dass er vor 18 Jahren im Gefängnis saß und von seiner Partnerin mit den Drogen versorgt wurde. Um die strengen Kontrollen zu überlisten, versteckte er den Ballon (ungefähr 2 cm Länge und 1 cm Durchmesser) tief in seiner Nase, so dass er ihn später mit Schniefen und Schnauben wieder hervorbringe könne. Als das nicht gelang, kam er zu dem Schluss, dass er das Päckchen unbemerkt verschluckt haben muss.

Seitdem hatte er immer wieder mit Entzündungen und anderen Erkrankungen der oberen Atemwege zu kämpfen. Erst bei einer CT-Untersuchung, die nicht mit den anderen Leiden zusammenhing, wurde der Rhinolith entdeckt. Die Ärzte gaben an, dass es sich um den ersten bekannten Fall von "im Gefängnis erlangten, auf Cannabis basierenden Rhinolith" handeln würde. Meistens werden Rhinolithen bei Kleinkindern entfernt, die sich Perlen in die Nase gesteckt haben.

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luj/news.de

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