Polizei-News Heilbronn, 08.10.26: Schlag gegen Kfz-Diebe: Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Heilbronn
Ein Diebstahl wurde aktuell von der Polizei in Heilbronn gemeldet. Was ist heute passiert?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Heilbronn: Internationaler Schlag gegen organisierte Kfz-Diebe
Seit 2024 ermitteln die Abteilung für Organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Heilbronn und die Kriminalpolizeidirektion Heilbronn gemeinsam mit zahlreichen europäischen Behörden gegen international agierende Kfz-Diebe. Die Tätergruppierung hatte es auf hochwertige Kraftfahrzeuge abgesehen, die mit dem Keyless-Go-System ausgerüstet waren. Hierbei handelt es sich um ein funkwellenbasiertes Öffnungs- und Schließsystem, das die Inbetriebnahme des Fahrzeugs ohne Schlüssel im Zündschloss ermöglicht. Professionelle Kfz-Diebe können dieses System mit technischen Vorrichtungen überwinden und sind dadurch in der Lage, das Fahrzeug nur mit dem Startknopf zu starten, falls der Schlüsselberechtigte keine Schutzvorkehrungen getroffen hat.
Vor dem Hintergrund steigender Diebstahlszahlen im Jahr 2024 und Anfang des Jahres 2025 wurde in enger Absprache mit der sachleitenden Staatsanwaltschaft Heilbronn eine diesbezügliche Ermittlungsgruppe bei der Kriminalinspektion 2 der Kriminalpolizeidirektion Heilbronn gegründet.
Im Dezember 2025 wurde im Rahmen des polizeilichen Informationsaustausches bekannt, dass den tschechischen Ermittlungsbehörden Informationen über in Deutschland begangene Fahrzeugdiebstähle und eine vom Großraum Prag aus agierende Tätergruppierung vorlagen. Es wurde weiterhin bekannt, dass Tschechien als Transitland für das Verbringen von entwendeten Fahrzeugen von Deutschland nach Polen diente. Weitere Ermittlungen Anfang 2026 erbrachten konkrete Hinweise darauf, dass die Gruppierung auch für Taten im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn verantwortlich sein könnte. Vor diesem Hintergrund wurden internationale Ermittlungen, auch unter Einbeziehung von Europol und Eurojust, intensiviert, zentralisiert und koordiniert. Ab März 2026 wurde die Einrichtung eines Joint Investigation Teams (JIT) tschechischer, deutscher und polnischer Ermittlungsbehörden angestrebt. Die entsprechende Vereinbarung wurde im April 2026 abgeschlossen.
Im Rahmen der in Tschechien, Deutschland und Polen umfangreich durchgeführten Maßnahmen wurde festgestellt, dass eine Gruppierung ukrainischer Tatverdächtiger aus der Tschechischen Republik und Polen heraus agiert haben soll, um insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern hochwertige Pkw zu entwenden. Die entwendeten Fahrzeuge sollen im Anschluss nach Polen zu dortigen Hehlern verbracht worden sein.
Wie sich weiter herausstellte, soll die Gruppierung streng hierarchisch agiert und für weitere schwere Straftaten in Polen und der Tschechien verantwortlich sein.
Am 6. Oktober 2026 wurden in einer gemeinsamen Durchsuchungs- und Festnahmeaktion mehrere Wohnungen und Fahrzeuge in Tschechien und Polen durchsucht. Heilbronner Ermittler reisten hierzu nach Polen und Tschechien. Tschechischen Spezialkräften gelang es, am frühen Morgen den mutmaßlichen Kopf der Bande, einen 24-jährigen Ukrainer, in der Nähe seiner Wohnung im Großraum Prag festzunehmen. In Polen konnte zeitgleich ein 27-jähriger Ukrainer, welcher mutmaßlich als Logistiker der Bande fungierte, festgenommen werden. Ein weiterer Ukrainer konnte am Nachmittag des 06. Okrober 2026 durch italienische Spezialkräfte in Mailand verhaftet werden. Am Morgen des 07. Oktober 2026 gelang die Festnahme eines weiteren Ukrainers am Flughafen Prag. Die beiden 34 und 35 Jahre alten Männer sollen ebenfalls Teil der international agierenden Bande gewesen sein.
Im Vorfeld waren die umzusetzenden gerichtlichen Beschlüsse durch die Staatsanwaltschaft Heilbronn, die Staatsanwaltschaft Prag und die Staatsanwaltschaft Bydgoszcs beantragt und von den jeweils zuständigen Gerichten erlassen worden, unter anderem Durchsuchungs- und Beschlagnahmeanordnungen, Europäische Haftbefehle und Vermögensarreste. Bei den Durchsuchungsaktionen konnte umfangreiches Beweismaterial, hierunter auch die für Keyless-Go-Diebstähle benötigte Spezialtechnik, sichergestellt werden. Der Gruppierung können zwischenzeitlich 43 Kfz-Diebstähle mit einem Gesamtschaden von circa 1,5 Millionen Euro zugerechnet werden.
Zitat Polizeipräsident Frank Spitzmüller:
"Der erneute Schlag gegen eine international agierende Tätergruppierung zeigt, dass grenzüberschreitende Kriminalität nur durch konsequente und enge Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden über Landesgrenzen hinweg wirksam bekämpft werden kann. Ich danke allen beteiligten Kräften der Kriminalpolizeidirektion Heilbronn sowie unseren Partnern aus Tschechien, Polen, Italien, Europol und Eurojust für den hervorragenden Einsatz. Die Festnahme des mutmaßlichen Anführers und weiterer Mitglieder der Bande sowie die Sicherstellung umfangreichen Beweismaterials sind ein wichtiger Erfolg im unserem gemeinsamen Kampf gegen die organisierte Kriminalität."
Zitat Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Frank Schwörer:
"Wenn Kriminelle international agieren, bedarf es für die Bekämpfung dieser Kriminalität einer transnationalen Zusammenarbeit. Gerade das Instrument des Joint Investigation Teams hat sich hierfür als hilfreich erwiesen, weil bei derart gemeinsam geführten, sehr komplexen Ermittlungen Beweismittel und Beweisergebnisse äußerst schnell und ohne die Hürden der herkömmlichen Zusammenarbeit im Wege der Rechtshilfe ausgetauscht werden können, was die Ermittlungsarbeit deutlich effizienter gestaltet. Dies spiegelt sich auch in dem großen Erfolg des Verfahrens
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidium Heilbronn vom 08.10.2026 gegen 09:24 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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