Polizei-News Oberhausen, 16.09.26: 90- und 92-Jährige durch Schockanruf um Schmuck im fünfstelligen Wert gebracht

Ein Fall von Betrug wurde aktuell von der Polizei in Oberhausen gemeldet. Was ist heute passiert?

Erstellt von - Uhr

Rauschgift für das Presseportal (Foto) Suche
Rauschgift für das Presseportal Bild: Adobe Stock / lassedesignen

Am Montag (14.09.) ist eine 92-jährige Oberhausenerin Opfer eines Schockanrufs geworden. Die Täter setzten die Seniorin gezielt unter emotionalen Druck und brachten sie dazu, Schmuck an einen unbekannten Mann zu übergeben.

Gegen 12:00 Uhr erhielt die Seniorin einen Anruf. Eine weibliche Stimme gab sich als ihre Tochter aus und behauptete, sich derzeit in einem Krankenhaus zu befinden. Im weiteren Verlauf übergab die Anruferin das Telefon an einen Mann, der sich als Arzt ausgab.Dieser schilderte der 92-Jährigen, ihre Tochter benötige dringend eine medizinische Behandlung. Um diese zu ermöglichen, müsse die Seniorin zunächst finanziell in Vorleistung gehen. Kurze Zeit später erschien ein unbekannter Mann an der Wohnanschrift der 92-Jährigen. Im Glauben, ihrer Tochter in einer akuten Notlage helfen zu müssen, übergab sie dem Mann hochpreisigen Schmuck. Der Tatverdächtige entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung.Erst nachdem die Seniorin ihre Enkelkinder kontaktierte, wurde ihr bewusst, dass sie Opfer eines Betrugs geworden war. Aufgrund einer Augenerkrankung konnte die 92-Jährige den Tatverdächtigen nur eingeschränkt wahrnehmen. Sie beschreibt ihn als etwa 170 cm groß und von kräftigerem Körperbau.

Am darauffolgenden Tag (15.09.) wurde eine 90-jährige Oberhausenerin ebenfalls Opfer eines Schockanrufs. In diesem Fall gab sich eine unbekannte Person am Telefon als ihr Enkel aus der Schweiz aus. Der Anrufer behauptete, schwer erkrankt zu sein und dringend ein teures Medikament aus den USA zu benötigen. Das Telefonat setzte die Seniorin offenbar erheblich unter Druck. Während des Gesprächs suchte sie in ihrer Wohnung verschiedene Schmuckstücke zusammen. Kurze Zeit später erschien auch in diesem Fall ein unbekannter Mann an ihrer Wohnanschrift und nahm den Schmuck entgegen. Die 90-Jährige beschreibt den Tatverdächtigen als etwa 170 cm groß und korpulent.

Mit sogenannten Schockanrufen versuchen Betrüger, ihre Opfer gezielt zu verunsichern und unter Zeitdruck zu setzen. Dabei nutzen sie die Sorge um Familienangehörige aus und erfinden beispielsweise schwere Unfälle, Erkrankungen oder andere vermeintliche Notlagen. Ziel ist es, die Betroffenen dazu zu bringen, kurzfristig Geld oder Wertgegenstände zu übergeben.

Die Polizei appelliert insbesondere an ältere Menschen: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und nehmen Sie sich die Zeit, die Situation zu überprüfen.

  • Beenden Sie verdächtige Telefonate. Lassen Sie sich nicht durch vermeintliche Notlagen oder Zeitdruck zu einer schnellen Entscheidungdrängen.

  • Rufen Sie Ihre Angehörigen selbst zurück. Verwenden Sie dafür ausschließlich eine Ihnen bekannte Telefonnummer und nicht die Nummer, die Ihnen der Anrufer nennt.

  • Übergeben Sie niemals Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen. Auch Polizei, Ärzte oder andere Amtsträger fordern niemals auf diese Weise Wertgegenstände ein.

  • Holen Sie eine Vertrauensperson hinzu. Sprechen Sie mit Angehörigen, Nachbarn oder Freunden, bevor Sie Geld oder Wertgegenstände übergeben.

  • Vereinbaren Sie innerhalb der Familie klare Regeln. Ein gemeinsames Kennwort oder die Abmachung, bei ungewöhnlichen Geldforderungen immer zunächst eine weitere Person anzurufen, kann helfen, Betrugsversuche frühzeitig zu erkennen.

Wer einen solchen Anruf erhält oder unsicher ist, sollte das Gespräch beenden und die Polizei verständigen. Bei einem akuten Betrugsversuch oder wenn bereits eine Übergabe stattgefunden hat, wählen Sie den Polizeinotruf 110.

Und: Wer Opfer eines Betrugs geworden ist, muss sich nicht schämen. Die Täter gehen häufig äußerst geschickt und professionell vor und nutzen gezielt die Hilfsbereitschaft und die Sorge ihrer Opfer aus. Wichtig ist, den Vorfall schnellstmöglich der Polizei zu melden.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidium Oberhausen vom 16.09.2026 gegen 12:45 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Oberhausen - Aktuelle Nachrichten aus der Region:

/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.