Polizei-News Iserlohn, 12.08.26: Betrüger, Diebe und Erpresser
Die Polizei informiert über einen aktuellen Vorfall von Cyberkriminalität in Iserlohn. Was ist zur Zeit bekannt?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Ausgezogen und abgezogen: Ein Iserlohner wird wegen Nacktaufnahmen erpresst. Er ist auf eine bekannte Betrugsmasche in sozialen Netzwerken hereingefallen. Vor kurzer Zeit erhielt er auf Instagram eine "nette" Freundschaftsanfrage einer Frau. Nach kurzer Zeit bat sie ihn um ein Nacktbild. Der Iserlohner erlag der Versuchung. Postwendend forderte die unbekannte Person Codes von Geldkarten. Ansonsten werde sie das Foto seiner Frau schicken und in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Der Iserlohner zahlte mehrmals. Damit waren die Forderungen jedoch nicht erledigt. Zuletzt forderte die oder der Betrüger einmal wöchentliche Zahlungen. Um seine Forderungen zu untermauern, verschickte der Betrüger oder die Betrügerin angebliche Fotos aus einer Polizeiwache. Dort werde er oder sie den Iserlohner anzeigen, wenn er kein Geld mehr zahle.Der Iserlohner trat die Flucht nach vorn an und zeigte die Erpressung seinerseits bei der Polizei an.Die bearbeitet solche Fälle leider immer wieder. Vor allem Männer lassen sich schnell erweichen, der vermeintlichen Schönheit im sozialen Netzwerk oder auf Flirt-Portalen Nacktfotos zu schicken oder sich vor der Webcam zu entblößen. Fast immer folgen umgehend Geldforderungen. Die Erfahrung bestätigt auch, was dem Iserlohner widerfahren ist: Wer einmal zahlt, wird die Erpresser erst recht nicht los, sondern riskiert immer weitergehende, höhere Forderungen. Nutzer sozialer Netzwerke müssen sich darüber im Klaren sein: Alles, was sie veröffentlichen, kann gegen sie verwendet werden und lässt sich nie wieder "zurückholen" oder löschen. Zu den sensiblen "Daten" gehören neben Fotos auch Passkopien, die noch Jahre später für betrügerische Machenschaften nutzbar sind. Die Täter sitzen oft im weit entfernen, außereuropäischen Ausland.
In der Nacht zum Dienstag sind Unbekannte auf ein Firmengelände am Langer Brauck eingedrungen. Dort entwendeten sie Kabelreste.Eine 82-jährige Mendenerin wurde am Dienstag beim Einkaufen in einem Geschäft am Theodor-Heuss-Ring bestohlen. Wie sie später der Polizei berichtete, hielt sich die Seniorin zwischen 10 und 11 Uhr in dem Geschäft auf. Später bemerkte sie, dass die Geldbörse nicht mehr in ihrer Tasche steckte. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei. Während eine 74-jährige Frau am Dienstag gegen 11.50 Uhr in einem Geschäft an der Hagener Straße einkaufte, wurde ihr die Handtasche samt Geldbörse vom Rollator gestohlen. Die Polizei warnt weiter dringend vor Taschendieben! Wertsachen sollten möglichst dicht am Körper getragen werden! Die Täter halten vor allem nach älteren Menschen Ausschau und lauern überall dort, wo sich viele Menschen aufhalten. Dazu gehören im heimischen Raum immer wieder Discounter.
Über ein gehacktes E-Mail-Konto hat ein Unbekannter Zugang zum Reiseportal-Konto einer 69-jährigen Iserlohnerin bekommen und mehrere Fernreisen gebucht. Die Frau erstattete Anzeige bei der Polizei. Woran es in diesem konkreten Fall lag, muss die Polizei ermitteln. Leider ist die Antwort in vielen gleichgelagerten "Hacker"-Fällen einfacher als gedacht: Die Opfer verwenden viel zu einfache Passwörter. "12345" oder "Passwort" als Passwort führen immer noch die Hitliste an. So brauchen Betrüger keinerlei Fachwissen, sondern einfach etwas Zeit, um Kennworte auszuprobieren. Dem E-Mail-Fach kommt dabei eine besondere Schlüsselrolle zu. Wer Zugang zu einem fremden Postfach bekommt, der sieht nicht nur, welche anderen Online-Dienste das Opfer nutzt. Er kann auch noch einfach Passwort-Rücksetzungen veranlassen und sich so Zugang zu zahlreichen anderen Diensten verschaffen. Noch einfacher wird es, wenn Nutzer dasselbe schlichte Passwort wie "12345" auch noch für ihre anderen genutzten Dienste verwenden.Im Falle der Iserlohnerin buchten die Betrüger gleich zwei Fernreisen nach Bangkok und Kuala Lumpur, jeweils für mehrere Personen. Die Kosten buchte der Online-Dienst direkt von der im Kundenkonto hinterlegten Kreditkarte der Iserlohnerin ab. Sie griffen außerdem auf das Konto der Frau bei der Bahn zu, erwiesen sich dort jedoch als spendabel: Sie spendeten die vorhandenen Bonuspunkte an eine Organisation für Straßenkinder.Wer die Verfügungsgewalt über seine Online-Konten nicht verlieren will, der sollte sich gut absichern. Die Polizei rät:Verwenden Sie komplexere Passwörter, die aus mindestens zehn Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen sollten. Merksätze helfen, sich Passwörter einzuprägen. Aus dem Satz "Dicke Sauerländer kosten bei X nur 50% des alten Preises." wird das Passwort DSkbXn5%daP.Verwenden Sie verschiedene Passwörter für Ihre verschiedenen Online-Konten. Sollten Hacker tatsächlich einen Online-Dienst "gehackt" haben, so bekommen sie dann nicht auch gleich Zugriff auf andere Dienste.Nutzen Sie, wenn möglich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung.Gewähren Sie keinen fremden Personen Zugriff auf ihren Computer oder Ihr Handy!Weitere Tipps zum Thema gibt es beim Landeskriminalamt NRW unter
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Kreispolizeibehörde Märkischer vom 12.08.2026 gegen 09:40 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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