Polizei-News Korbach, 23.04.26: Willingen-Schwalefeld - Betrüger ergaunern Bargeld und Schmuck, Polizei warnt vor falschen Polizeibeamten

Ein Diebstahl wurde aktuell von der Polizei in Korbach gemeldet. Was ist heute passiert?

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Raub für das Presseportal Bild: Adobe Stock / Heiko Küverling

Erneut haben dreiste Betrüger einen Senior betrogen und eine größere Summe Bargeld und Gold ergaunert. Einer der Täter hatte sich am Telefon als Kriminalbeamter vorgestellt und dem angerufenen Senior vorgegaukelt, dass sein Vermögen in Gefahr sei und daher die Einbruchssicherheit am Wohnhaus überprüft werden müsse. Ein angeblicher Kriminalbeamter erschien am Haus, überprüfte vermeintlich die Sicherheit und nahm eine größere Summe Bargeld und Gold mit, um dieses angeblich auch zu überprüfen. Die Polizei bittet um Hinweise zum Gelabholer, warnt erneut vor dieser miesen Masche und gibt Hinweise, wie man sich schützen kann.

Am Dienstag, 21. April, gegen 16.00 Uhr, erhielt der Schwalefelder Senior zunächst einen Anruf eines angeblichen Mitarbeiters seines Geldinstitutes. Dieser sprach von einer verdächtigen Überweisung auf dem Konto des Seniors im Zusammenhang mit einer angeblichen Bestellung. Der Senior glaubte dem Betrüger nicht und legte auf.

Etwa eine halbe Stunde später folgte der zweite Anruf, diesmal stellte sich der Anrufer als Kriminalpolizist aus Korbach vor. Er erzählte die schon bekannte Lügengeschichte, dass es in der Nachbarschaft zu einem Einbruchsdiebstahl gekommen sei und man bereits einen Täter festgenommen habe. Bei diesem habe man eine Liste mit Namen und Adresse sichergestellt, auf der auch der Name des Seniors stehe. Er sei gefährdet, daher müsse man sein Haus auf Einbruchssicherheit prüfen. Am Telefon wurde er bereits nach Wertsachen ausgefragt. Der angebliche Kriminalpolizist kündigte an, dass ein Kollege von ihm zu dem Senior kommen wird, dafür wurde ein Passwort vereinbart. Kurze Zeit später erschien der angebliche Kriminalpolizist, nannte das mit den Betrügern vorher vereinbarte Passwort und tat so, als ob er die Einbruchssicherheit überprüfen würde.

Auf die erneute Frage nach Wertsachen zeigte der Senior sein Geld und Gold. Dieses nahm der Betrüger an sich und erklärte, dass die Polizei dies überprüfen und dafür mitnehmen müsse. Ein weiterer Betrüger hatte während dieser Zeit den Senior am Telefon unter Druck gesetzt und das Vorgehen der angeblichen Polizei erläutert. Erst als der falsche Polizist nicht, wie vereinbart, nach einiger Zeit zurückkehrte, schöpfte der Senior Verdacht und verständigte die richtige Polizei. Ihm entstand ein Schaden von mehreren zehntausend Euro.

Von dem Täter, der die Wertsachen abholte, liegt bisher folgende Beschreibung vor:

Etwa 20 bis 25 Jahre alt,

170 bis 175 cm groß,gepflegte Erscheinung,kurze, dunkle Haare,sprach akzentfrei Deutsch,bekleidet mit Jeans und dunkler Weste.

Die EG SÄM der Kasseler Kriminalpolizei hat in diesem Fall die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise. Wer am Dienstag, 21. April, in der Zeit von 15.00 bis 17.00 Uhr in Schwalefeld verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat, wird gebeten, sich unter Tel. 0561-9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.

An dem Dienstag wurden der Polizei Korbach zahlreiche weitere Betrugsversuche am Telefon gemeldet. Während die Betrüger am Morgen überwiegend Bürger aus Korbach anriefen, waren sie nachmittags im Raum Willingen aktiv. In den meisten Fällen schilderten die Betrüger die Lügengeschichte, dass Einbrecher in den jeweiligen Regionen unterwegs seien. Die Polizei habe einen Täter festnehmen können und bei diesem die Adresse des Angerufenen gefunden, so dass man davon ausgehe, dass der Angerufenen das nächste Opfer der Einbrecher werde. Man müsse die Wertsachen in Sicherheit bringen. Außer dem Senior aus Schwalefeld erkannten alle angerufenen Bürger die betrügerischen Anrufe, sie legten auf und informierten die richtige Polizei.

Da davon auszugehen, dass die Kriminellen auch zukünftig mit ihren verschiedenen Betrugsmaschen am Telefon versuchen, die Bürger um ihre Ersparnisse zu bringen, gibt die Polizei die folgenden Tipps:

Die "echte" Polizei erfragt am Telefon keine Details zu Bargeld oder Wertgegenständen im Haus.

Die Polizei nimmt kein Bargeld oder Wertgegenstände zur Sicherung oder Überprüfung entgegen

Die Polizei fragt nie nach Kontodaten und fordert Sie auch niemals auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen durchzuführen.

Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen oder familiären Verhältnissen preis.

Seien Sie misstrauisch: Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sie haben immer Zeit für eine Rücksprache mit Angehörigen, Vertrauenspersonen und der örtlichen Polizei.

Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen oder einschüchtern. Legen Sie einfach auf.

Auch wenn Sie im Display die "110" oder eine Telefonnummer mit einer ihnen bekannten Vorwahl sehen: Das sogenannte "Call-ID-Spoofing" erlaubt es Kriminellen, die eigene Rufnummernanzeige zu ändern und statt der Originalrufnummer eine beliebige Rufnummer anzeigen zu lassen. Kriminelle nutzen diese Möglichkeit nicht nur um ihre Identität zu verschleiern, sondern auch um gezielt bei ihrem Gesprächspartner den Eindruck zu erwecken, es handele sich um einen Anruf der Polizei oder einer anderen Behörde.

Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt oder Sie schon Opfer geworden sind. WICHTIG: Beenden Sie das vorige Telefonat unbedingt durch Auflegen und wählen erst nach einigen Minuten die 110.

Sprechen Sie mit Angehörigen, die Opfer werden könnten, über diese Betrugsmasche.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizei Korbach vom 23.04.2026 gegen 11:57 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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