Polizei-News LK Gifhorn, 04.03.26: Erpressungsversuch nach Chatkontakt - Polizei warnt erneut vor "Sextortion"
Die Polizei informiert über einen aktuellen Fall von Betrug in LK Gifhorn. Was ist heute passiert?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Kontakte über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste gehören für viele Menschen zum Alltag. Häufig entstehen dort zunächst unverbindliche Gespräche, aus denen sich ein intensiver Austausch entwickeln kann. Kriminelle nutzen genau diese Situation gezielt aus. Die Polizei weist deshalb erneut auf die Betrugs- und Erpressungsmasche der sogenannten "Sextortion" hin. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern "Sex" und "Extortion" (Erpressung) zusammen.
Bei dieser Vorgehensweise nehmen Täter über soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste Kontakt zu potenziellen Opfern auf. Zunächst verlaufen die Gespräche meist unverfänglich. Nach einiger Zeit versuchen die Täter jedoch, die Unterhaltung in eine sexuelle Richtung zu lenken und die Betroffenen dazu zu bringen, intime Fotos oder Videos zu versenden. Anschließend folgt die Erpressung: Die Täter drohen damit, die Aufnahmen im Internet zu veröffentlichen oder an Freunde und Familienangehörige weiterzuleiten, falls kein Geld gezahlt wird.
Ein aktueller Fall aus dem Landkreis Gifhorn zeigt, wie schnell sich eine solche Situation entwickeln kann. Ein 60-jähriger Mann wurde über die Plattform TikTok von einer angeblichen Frau angeschrieben. Zunächst unterhielten sich beide über alltägliche Themen. Im weiteren Verlauf schlug die Chatpartnerin vor, die Unterhaltung über den Messenger-Dienst WhatsApp fortzusetzen, worauf sich der Mann einließ.
Am folgenden Tag wurde der Chat zunehmend anzüglich. Die vermeintliche Frau übersandte schließlich ein Nacktbild und forderte den 60-Jährigen auf, ebenfalls ein entsprechendes Foto von sich zu schicken. Nachdem er dieser Aufforderung nachgekommen war, meldete sich plötzlich ein Mann. Dieser erklärte, dass es die angebliche Frau nie gegeben habe, und forderte von dem Geschädigten 5.000 Euro. Andernfalls würden die erhaltenen Nacktbilder im Internet veröffentlicht werden. Um den Druck zu erhöhen, bot der Täter sogar eine Ratenzahlung an. Als der 60-Jährige nicht auf die Forderung einging, reduzierte der Erpresser die verlangte Summe schrittweise. Der Mann zahlte jedoch nicht und erstattete schließlich Anzeige bei der Polizei.
Die Polizei rät daher zu besonderer Vorsicht bei neuen Online-Kontakten.
So können Sie sich schützen:
- Seien Sie vorsichtig bei Kontaktanfragen von unbekannten Personen in sozialen Netzwerken.
- Geben Sie persönliche Informationen wie Anschrift, Telefonnummer oder Arbeitgeber nicht leichtfertig preis.
- Versenden Sie keine intimen Fotos oder Videos an Personen, die Sie ausschließlich aus dem Internet kennen.
- Achten Sie darauf, dass Ihre Geräte mit aktuellen Sicherheits- und Virenschutzprogrammen ausgestattet sind.
- Sprechen Sie insbesondere mit Jugendlichen offen über mögliche Gefahren im Internet.
Wenn Sie Opfer einer solchen Erpressung geworden sind:
- Zahlen Sie kein Geld. Häufig folgen nach einer Zahlung weitere Forderungen.
- Sichern Sie Beweise, etwa durch Screenshots von Chatverläufen und Forderungen.
- Brechen Sie den Kontakt zu den Tätern sofort ab.
- Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeiinspektion Gifhorn vom 04.03.2026 gegen 10:22 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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roj/news.de
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