Krankheitswelle in Deutschland: Dieses Symptom legt plötzlich um 33,5 Prozent zu
Magen-Darm-Beschwerden dominieren die aktuellen Anrufdaten des Patientenservices 116 117. Doch ein anderes Symptom verzeichnet einen auffälligen Anstieg: Meldungen zu Herzklopfen nahmen binnen einer Woche um 33,5 Prozent zu. Was die Zahlen über die aktuelle Krankheitslage in Deutschland verraten.
Von news.de-Redakteur Lucas Meyer - Uhr
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Magen-Darm-Beschwerden stehen bei den Anrufen des Patientenservices 116 117 derzeit an erster Stelle. Gleichzeitig steigt die Zahl der Meldungen zu Herzklopfen deutlich. Die aktuellen Daten aus Kalenderwoche 43 zeigen, welche Beschwerden besonders häufig auftreten und wo sich Veränderungen abzeichnen.
- Magen-Darm-Beschwerden in KW 43 mit 9.627 Meldungen am häufigsten genannt
- Herzklopfen verzeichnet mit 33,5 Prozent den stärksten Anstieg
- Hautverletzungen gehen um 0,3 Prozent zurück
Husten, Schnupfen, Magen-Darm-Probleme oder plötzliches Herzklopfen: Unterschiedliche Beschwerden beschäftigen derzeit die Menschen in Deutschland. Ein Blick auf die bundesweiten Daten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 zeigt, welche Symptome in der 43. Kalenderwoche besonders häufig Anlass für einen Anruf waren.
Während Magen-Darm-Beschwerden die Statistik anführen, fällt vor allem die Entwicklung bei Herzklopfen auf. Die Zahl der entsprechenden Meldungen ist im Wochenvergleich um mehr als ein Drittel gestiegen. Allerdings handelt es sich bei den Zahlen um gemeldete Beschwerden und nicht um bestätigte Diagnosen oder repräsentative Erkrankungszahlen.
Magen-Darm-Beschwerden aktuell am häufigsten: 9.627 Meldungen in Deutschland
Die Auswertung des Patientenservices 116 117 zeigt: Magen-Darm-Beschwerden waren in Kalenderwoche 43 das am häufigsten gemeldete Symptom. Insgesamt wurden 9.627 entsprechende Anrufmeldungen erfasst. Das entspricht 7,1 Prozent der deutschlandweit registrierten Anrufe.
Hinter Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall können unterschiedliche Ursachen stecken. Neben unverträglichen Lebensmitteln oder anderen Erkrankungen kommen auch Infektionen mit Magen-Darm-Viren infrage.
Vor allem Noroviren und Rotaviren können akute Magen-Darm-Erkrankungen auslösen. Laut AOK sind Noroviren besonders ansteckend und verbreiten sich vor allem im Herbst und Winter. Eine Übertragung ist unter anderem durch direkten Kontakt mit Erkrankten, verunreinigte Oberflächen oder belastete Lebensmittel möglich.
Wer an einem Magen-Darm-Infekt erkrankt, sollte vor allem auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr achten. Leicht verdauliche Lebensmittel können helfen, sobald wieder Appetit besteht. Viele Infektionen klingen von selbst ab. Bei schweren Beschwerden oder Anzeichen einer Austrocknung ist ärztliche Hilfe notwendig.
Nicht immer ein Virus: Auch Regelschmerzen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen
Nicht hinter jedem Bauchschmerz steckt eine Infektion. Bei Frauen können Magen-Darm-Beschwerden auch im Zusammenhang mit der Menstruation auftreten. Kurz vor oder während der Periode leiden viele Betroffene unter Unterleibskrämpfen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung.
Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte Prostaglandine. Diese körpereigenen Botenstoffe fördern das Zusammenziehen der Gebärmutter und können zugleich Auswirkungen auf den Verdauungstrakt haben.
Laut AOK können Wärme, leichte Bewegung und Entspannungsübungen gegen Regelschmerzen helfen. Bei stärkeren Beschwerden kommen unter bestimmten Voraussetzungen entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen infrage. Ungewöhnlich heftige oder plötzlich veränderte Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden.
Auffälliger Anstieg: Herzklopfen-Meldungen nehmen um 33,5 Prozent zu
Besonders deutlich fällt in der aktuellen Auswertung die Entwicklung bei Herzklopfen auf. Die Zahl der Meldungen stieg innerhalb einer Woche um 33,5 Prozent.
Während der Patientenservice in Kalenderwoche 42 noch 1.230 entsprechende Anrufe registrierte, waren es in Kalenderwoche 43 bereits 1.642. Damit weist Herzklopfen unter den ausgewerteten Symptomen den stärksten prozentualen Zuwachs auf.
Herzklopfen kann sich durch einen besonders kräftigen, schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag bemerkbar machen. Die möglichen Auslöser reichen von Stress, Aufregung und körperlicher Anstrengung bis hin zu Herzrhythmusstörungen oder anderen Erkrankungen.
Aus den Anrufdaten lässt sich allerdings nicht ableiten, welche Ursachen hinter den einzelnen Meldungen stecken. Auch ein allgemeiner Anstieg von Herzerkrankungen ist damit nicht belegt.
Tritt Herzklopfen wiederholt oder ohne erkennbare Ursache auf, sollte es ärztlich untersucht werden. Bei gleichzeitig auftretenden starken Brustschmerzen, Atemnot oder Bewusstlosigkeit ist der Rettungsdienst unter 112 zu verständigen.
Aktuelle Symptomstatistik: Hautverletzungen leicht rückläufig
Während die Meldungen zu Herzklopfen deutlich zunahmen, gingen die Anrufe wegen Hautverletzungen leicht zurück.
In Kalenderwoche 43 wurden 3.089 Meldungen zu Hautverletzungen erfasst. Eine Woche zuvor waren es noch 3.099 gewesen. Das entspricht einem Rückgang von rund 0,3 Prozent.
Damit zeigt die aktuelle Auswertung unterschiedliche Entwicklungen bei den erfassten Beschwerden. Während einige Symptome häufiger Anlass für einen Anruf geben, bleiben andere weitgehend stabil oder gehen leicht zurück.
Welche Krankheiten sind derzeit in Deutschland im Umlauf?
Neben den Daten des Patientenservices liefert das Robert Koch-Institut (RKI) Informationen zur bundesweiten Verbreitung akuter Atemwegserkrankungen. In der Herbstsaison zirkulieren insbesondere Erkältungsviren. Auch Influenza- und Coronaviren werden beobachtet.
Die Datenquellen sind jedoch unterschiedlich: Während das RKI unter anderem Infektionsgeschehen und Atemwegserkrankungen überwacht, dokumentieren die hier ausgewerteten Daten des Patientenservices Beschwerden, wegen derer Menschen den ärztlichen Bereitschaftsdienst kontaktieren.
Die häufigen Magen-Darm-Meldungen sind deshalb kein Beleg für eine bundesweite Norovirus-Welle. Ebenso wenig lässt sich aus dem Anstieg bei Herzklopfen auf eine konkrete Infektionskrankheit schließen.
Beschwerden: Wann sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen?
Wer unter anhaltenden oder ungewöhnlich starken Beschwerden leidet, sollte diese medizinisch abklären lassen. Außerhalb der regulären Praxiszeiten ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 erreichbar, sofern keine lebensbedrohliche Situation vorliegt.
Bei akuten Notfällen gilt die 112.
+++Dieser Text wurde auf der Basis der Daten der SmED generiert und wird datengetrieben aktualisiert. Bei Anmerkungen und Rückmeldungen können Sie uns diese unter hinweis@news.de mitteilen. +++
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mel/roj/news.de
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