Fieber-Alarm: Patientenservice registriert über 8.000 Meldungen in einer Woche!

Welche Beschwerden machen Deutschland gerade zu schaffen? Die Virensaison legt wieder los: Bei der 116 117 schnellen Grippesymptome gerade dramatisch nach oben. Entsprechend stehen Magen-Darm-Beschwerden-Beschwerden jetzt ganz oben in der Symptomstatistik. Warum das so ist, erklärt die AOK.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Fieber und Schüttelfrost sind typisch für eine Sepsis. Dazu kommen schnelle Atmung, hoher Puls, Verwirrtheit und Desorientierung. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn (Foto) Suche
Fieber und Schüttelfrost sind typisch für eine Sepsis. Dazu kommen schnelle Atmung, hoher Puls, Verwirrtheit und Desorientierung. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Symptom Magen-Darm-Beschwerden in Kalenderwoche 40 am stärksten verbreitet mit 8.601 Meldungen
  • Anstieg um 119.3% bei Grippesymptome
  • Augenschmerzen mit 12.8% Rückgang

Entsprechend der bundesweiten Symptomstatistik nehmen im Sommer Magen-Darm-Beschwerden spürbar zu. Laut AOK sind häufig Noroviren und Rotaviren für Infektionen verantwortlich, die sich in der wärmeren Jahreszeit leichter verbreiten. Typische Ansteckungswege sind verunreinigte Lebensmittel oder mangelnde Handhygiene. Wer erkrankt, sollte vor allem ausreichend trinken und den Körper mit leichter Kost schonen. Medikamente können die Genesung unterstützen, sind aber in vielen Fällen nicht zwingend notwendig.

Bei Frauen können hinter Bauch- und Magen-Darm-Beschwerden zudem menstruationsbedingte Ursachen stecken. Kurz vor und während der Periode leiden viele Frauen unter Krämpfen und Schmerzen im Unterbauch; hinzu können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung kommen. Verantwortlich sind unter anderem sogenannte Prostaglandine: Diese Botenstoffe sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht, und beeinflussen zugleich das Schmerzempfinden. Laut AOK können Wärme – etwa durch eine Wärmflasche oder ein warmes Bad –, sanfte Bewegung und Entspannungsübungen die Beschwerden lindern. Bei stärkeren Regelschmerzen können auch entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen helfen. Treten die Schmerzen ungewöhnlich stark auf, verändern sie sich plötzlich oder beeinträchtigen sie den Alltag erheblich, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung.

Magen-Darm-Beschwerden aktuell häufigstes Symptom in Deutschland

Für Kalenderwoche 40 meldet der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst des Patientenservices 116 117 Magen-Darm-Beschwerden als am häufigsten genanntes Symptom. Die Beschwerde wurde insgesamt 8.601 mal gemeldet. Damit sind 7,5  Prozent der Anrufenden von Magen-Darm-Beschwerden betroffen.

Symptome aktuell: Fieber-Alarm – Grippesymptome mit stärkstem Anstieg

Die Fiebermeldungen steigen deutlich: In Kalenderwoche 40 registrierte der Patientenservice 8.025 Meldungen, nach 7.355 in der Vorwoche. Das sind 670 Meldungen mehr – ein Plus von 9,1 Prozent. Eine mögliche Erklärung ist die beginnende Erkältungssaison. Laut AOK erleichtern enge Kontakte in Innenräumen die Ansteckung. Dazu kommt trockene Heizungsluft, die die schützenden Schleimhäute austrocknen kann. Ob diese Faktoren den konkreten Anstieg erklären, lässt sich aus den Zahlen allein nicht ablesen.

Eine Infektion entsteht, wenn Krankheitserreger in den Körper gelangen und sich dort vermehren. Bei Atemwegsinfekten können Viren beispielsweise über die eingeatmete Luft oder über verunreinigte Hände an Nase und Mund gelangen. Sie befallen die Schleimhäute der Atemwege. Der Körper reagiert mit seiner Abwehr – dabei können Beschwerden wie Schnupfen, Husten und Fieber auftreten.

Fieber ist häufig Teil dieser Abwehrreaktion. Vereinfacht gesagt dreht das Gehirn den körpereigenen "Temperaturregler" höher. Der Körper produziert dann mehr Wärme und gibt weniger davon ab. Deshalb kann man zunächst frieren oder zittern, obwohl die Temperatur steigt. Bei Erwachsenen spricht man ab einer Körperkerntemperatur von 38 Grad Celsius von Fieber. Es ist ein Symptom und verrät allein noch nicht, welche Erkrankung dahintersteckt.

Wer Fieber hat, sollte sich schonen, ausreichend schlafen und genügend trinken. Das unterstützt die Erholung und gleicht Flüssigkeitsverluste aus. Lauwarme Wadenwickel können Beschwerden lindern, sind bei Schüttelfrost oder kalten Beinen und Füßen jedoch ungeeignet. Die Ursache der Infektion beseitigen sie nicht.

Sollten Sie eines dieser Symptome aufweisen, wenden Sie sich bei Bedenken an Ihren Arzt oder den Patientenservice unter der Nummer 116 117. Diese bietet außerdem Hilfe bei stress-, angst- oder depressionsbedingten Symptome. Zusätzlich steht die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei und anonym unter den Telefonnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 zur Verfügung.

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