Hannover: Forscher: Corona-Folgen reichen weit über Medizin hinaus
Antikörper mit breitem Schutz, neue Ansätze gegen Long Covid und soziale Vertrauensverluste: Niedersachsens Corona-Forschungsnetzwerk zieht nach fünf Jahren Bilanz.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Nach fünf Jahren Pandemie-Forschung in Niedersachsen sehen Wissenschaftler Fortschritte beim Verständnis von Corona und Long Covid – warnen aber zugleich vor anhaltenden sozialen Folgen. Forschende hätten unter anderem Antikörper gefunden, die einen breit wirksamen Schutz bieten könnten, wie die Universitätsmedizin Göttingen im Namen des Covid-19-Forschungsnetzwerks Niedersachsen (Cofoni) mitteilte.
Zudem seien Ansätze untersucht worden, um das Virus am Eintritt in Lungenzellen zu hindern oder bereits vorhandene Wirkstoffe so zu verändern, dass sie die Vermehrung des Virus unterdrücken könnten. Das Netzwerk präsentierte seine Ergebnisse bei einem Abschlusssymposium in Hannover.
Long Covid früh in den Blick genommen
Ein Schwerpunkt der Forschung lag den Angaben zufolge auf Long und Post Covid. Dabei ging es um immunologische, virologische und krankheitsbezogene Fragen – aber auch um die Folgen für Arbeitswelt und Gesellschaft. Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) betonte, dass bereits 2021 langfristige Folgen der Pandemie in das Forschungsprogramm aufgenommen worden seien.
Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) sagte, das Krankheitsbild von Covid-19 und seine Langzeitfolgen seien divers und komplex. Teils gehe der Behandlungsbedarf weit über die klassische haus- und fachärztliche Versorgung hinaus. Zeitnahe, strukturierte und fachübergreifende Behandlungen seien deshalb dringend erforderlich.
Soziologe warnt vor Vertrauensverlusten
Der Soziologe Berthold Vogel sagte, viele Post-Covid-Betroffene arbeiteten ohne entsprechende Anpassungen der Arbeitsbedingungen weiter. Betriebe müssten dafür aufmerksamer werden. Zudem habe die Pandemie erhebliche institutionelle und soziale Vertrauensverluste nach sich gezogen. "Die sozialen Langzeitfolgen der Pandemie gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt", sagte Vogel.
Das Forschungsnetzwerk war im Oktober 2020 gegründet worden, um Forschung zu Corona, Long Covid und den gesellschaftlichen Folgen der Pandemie in Niedersachsen zu bündeln. Das Land förderte das Vorhaben mit rund 19 Millionen Euro.
25 Partnerinstitutionen in 38 Kooperationsprojekten beteiligt
Nach Angaben der Universitätsmedizin Göttingen waren 25 Partnerinstitutionen an 38 Kooperationsprojekten beteiligt, darunter die Universitätsmedizin Göttingen, die Medizinische Hochschule Hannover, das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.
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