Meal-Prep-Trick vom Profikoch: So kochen Berufstätige für eine ganze Woche vor
Trockene Hähnchenbrust und immer derselbe Reis? Profikoch Tim Armann rechnet gnadenlos mit klassischem Meal Prep ab. Seine Lösung: mehr Geschmack, weniger Langeweile – mit simplen Tricks aus der Profi-Küche.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Profikoch Tim Armann kritisiert eintöniges Meal Prep im Fitnessbereich
- Statt Einheitsessen setzt er auf flexible Grundsoßen und Profi-Techniken
- Richtige Planung und Aufwärmen sorgen für mehr Geschmack und Abwechslung
Brokkoli und ausgetrocknetes Hühnerfleisch – für viele Fitnessstudio-Besucher ist das kulinarischer Alltag. Profikoch Tim Armann hat damit ein Problem. In seinem neuesten YouTube-Video rechnet er mit der klassischen Meal-Prep-Kultur ab und bezeichnet sie als "Fitnessstudio-Traurigkeit" und "Tag-4-Verzweiflung". Der Koch, der nach eigenen Angaben seit seinem 14. Lebensjahr ins Gym geht, kennt die Szene aus erster Hand. "Ich weiß ganz genau, was die anderen Fanatiker schüsselweise in sich reingefressen haben", erklärt er. "Da bricht mein kulinarisches Ich zusammen." Statt fünfmal dieselbe fade Mahlzeit zu essen, überträgt Armann professionelle Küchentechniken auf den Haushaltsalltag. Sein Ansatz basiert auf dem Mise en Place – jener Methode, die Köche täglich anwenden. Denn auch die Lasagne im Restaurant wurde nicht eben erst zubereitet, sondern Tage zuvor vorbereitet. Diese Profi-Logik will Armann nun für gestresste Berufstätige nutzbar machen.
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Profi-Tricks fürs Meal Prep: Drei Systeme für jeden Lebensstil
Armann präsentiert in seinem Video drei unterschiedliche Aufbewahrungsmethoden, die je nach persönlichen Vorlieben zum Einsatz kommen können. Die klassische Box-Variante eignet sich besonders für Salate, Bowls oder fertige Gerichte, die nur noch erwärmt werden müssen. Bei der Gläser-Methode kommen Bügelgläser zum Einsatz – ideal für Suppen und Soßen wie Bolognese. Ein cleverer Trick: Wer das Dressing ganz unten ins Glas füllt und den Salat darüber schichtet, kann das Ganze später einfach stürzen. Sein persönlicher Favorit ist jedoch das Block-Freezing-System. Dabei werden die zeitaufwendigsten Komponenten eines Gerichts vorgefroren. Quadratische Formen ermöglichen dabei optimales Stapeln im Gefrierfach. "Das, was am längsten dauert, ist schon vorbereitet", erklärt der Koch. "Wir machen ein bisschen Nudeln dazu und gut ist."
Eine Soße, sieben Gerichte: Profikoch macht Meal Prep abwechslungsreicher
Das Herzstück von Armanns Konzept ist die flexible Zutatenverwertung. Statt sieben verschiedene Rezepte vorzubereiten, genügen zwei bis drei Grundsoßen für eine komplette Woche. Die neutrale Tomatensoße bildet dabei das Fundament. Die Zubereitung ist simpel: Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anschwitzen, mit Tomatenmark tomatisieren, gute Tomaten hinzufügen und mit Salz, Zucker sowie Pfeffer abschmecken. Entscheidend ist, dass Kräuter wie Oregano erst später hinzukommen – je nachdem, welches Gericht entstehen soll.
Aus dieser Basis lassen sich Spaghetti mit Tomatensoße, Shakshuka, Baked Beans oder eine Bolognese kreieren. Die Bolognese wiederum wird zur Lasagne oder – mit Schokolade, Kreuzkümmel und Chilipulver verfeinert – zum Chili con Carne für Burritos und Nachos. "Ihr braucht nur zwei bis drei Basen, aus denen ihr immer mehr ableitet", fasst Armann zusammen. Beim Vorbereiten denkt er dabei in vier- bis sechsfacher Menge.
Richtiges Aufwärmen beim Meal Prep
Ein Kritikpunkt treibt Armann besonders um: "Es wird zwar gezeigt, wie irgendwas gekocht wird, aber es wird nie über einen Punkt gesprochen, nicht über das Erwärmen." Das Resultat sei Hühnerbrust, "die sich anfühlt wie ein Flipflop". Für jede Methode liefert er konkrete Anleitungen. Gefrorene Blöcke wandern mit etwas Wasser und Deckel in den Topf, bis die Soße aufgetaut ist. Boxen kommen bei 120 bis 140 Grad in den Ofen. Suppen aus dem Glas werden einfach im Topf erwärmt und bei Bedarf mit etwas Flüssigkeit verdünnt. Den entscheidenden Unterschied machen jedoch die Finishing-Touches. Armann empfiehlt, stets Kräuterbutter, selbstgemachte Mayo, gehackte Nüsse oder eingelegte rote Zwiebeln griffbereit zu haben. "Damit könnt ihr mit nur einem Löffel Geschmack an so ziemlich alles bringen", erklärt er.
Wochenplan statt Stress: So wird Meal Prep alltagstauglich
Der eigentliche Startpunkt liegt nicht am Herd, sondern im Terminplaner. Armann betont, dass die strukturierte Wochenplanung der Schlüssel zu stressfreier Ernährung ist. An einem Tag wird eingekauft, an einem Tag gekocht – der Rest der Woche läuft praktisch von selbst.
Ein beispielhafter Wochenplan könnte so aussehen:
- Sonntag: Braten
- Montag: Thai Curry
- Dienstag: Shakshuka
- Mittwoch: Lasagne
- Donnerstag: schnelle Tacos
- Freitag: Burritos
- Samstag: Kokossuppe
Das Geniale daran: Alle Gerichte basieren auf denselben wenigen Grundkomponenten.
Die Vorteile liegen auf der Hand. Wer nur einmal pro Woche einkauft und kocht, spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld – Küchengeräte laufen seltener, Lebensmittel werden besser verwertet. Gleichzeitig sinkt die Versuchung, zu Junkfood zu greifen oder ungesundes Essen zu bestellen.
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