Blut ist nicht einfach nur rot: Was die Farbe über unsere Gesundheit verrät

Blut ist nicht immer gleich rot: Von hell bis dunkel, von rosa bis bräunlich – die Farbe kann viel über den Zustand unseres Körpers verraten. Wer genau hinsieht, erkennt wichtige Hinweise auf Gesundheit und mögliche Probleme.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Die Farbe von Blut verrät einiges über die Gesundheit. (Foto) Suche
Die Farbe von Blut verrät einiges über die Gesundheit. Bild: AdobeStock / StudioLaMagica
  • Blut hat viele Farben: Von hellrot bis dunkelbraun – je nach Sauerstoffgehalt und Alter
  • Kein "blaues Blut": Der Mythos stammt von sichtbaren Venen bei heller Haut
  • Gesundheitsindikator: Besonders bei Menstruationsblut können Farbunterschiede Hinweise liefern

Blut ist keineswegs immer gleich rot. Tatsächlich reicht die Farbpalette von zartem Rosa über kräftiges Hellrot bis hin zu dunklen, bräunlichen Tönen und genau diese Unterschiede können wichtige Hinweise auf unseren Gesundheitszustand liefern.

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Warum Blut unterschiedliche Farben hat

Unser Blut ist ein hochkomplexes Transportsystem: Es versorgt jede Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen. Rund fünf bis sechs Liter zirkulieren dabei ununterbrochen durch den Körper. Die Farbunterschiede entstehen vor allem durch zwei Faktoren: Sauerstoffgehalt und dem Alter des Blutes. Frisches, sauerstoffreiches Blut ist hell und leuchtend rot. Sauerstoffarmes oder "älteres" Blut wirkt dagegen dunkler bis bräunlich.

Verantwortlich für die typische Rotfärbung ist der Blutfarbstoff Hämoglobin, der in den roten Blutkörperchen sitzt. Der entscheidende Bestandteil: Eisen. Es reagiert mit Sauerstoff – ähnlich wie Metall, das an der Luft rostet und sich verfärbt. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) machen rund 90 Prozent der festen Blutbestandteile aus. Sie transportieren Sauerstoff von der Lunge in den Körper und bringen Kohlendioxid wieder zurück. Je mehr Sauerstoff gebunden ist, desto heller und intensiver erscheint das Blut.

Warum Blut beim Arzt oft dunkel ist

Bei der Blutabnahme wirkt das Blut eher dunkelrot. Der Grund ist einfach: Es stammt aus der Vene – dort fließt bereits sauerstoffarmes Blut zurück zur Lunge. Deshalb wirkt es deutlich dunkler als das frisch mit Sauerstoff angereicherte Blut aus den Arterien.

Was Periodenblut über die Gesundheit verrät

Besonders gut lässt sich die Farbvielfalt von Blut bei der Menstruation beobachten.

  • Hellrot: frisches Blut – völlig normal
  • Bräunlich: älteres Blut, das langsamer ausgeschieden wurde
  • Rosa: kann auf niedrigen Östrogenspiegel hindeuten

Der bräunliche Ausfluss am Ende der Periode ist kein Grund zur Sorge. Auch kurze Schmierblutungen sind meist unbedenklich, erklärt OvulaRing. Anders sieht es aus, wenn hellrosa Blutungen länger anhalten oder zusätzliche Beschwerden auftreten. Dann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Die Vorstellung vom "blauen Blut" des Adels hält sich hartnäckig – ist aber ein Mythos, wie das Deutsche Rote Kreuz erklärt. Tatsächlich fließt in allen Menschen dasselbe rote Blut. Der Irrglaube entstand, weil bei besonders hellhäutigen Menschen die Venen bläulich durch die Haut schimmern. Da der Adel früher die Sonne mied, galt blasse Haut als vornehm und die sichtbaren Adern wurden fälschlicherweise als Zeichen "edlen Blutes" interpretiert.

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

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