Schlechte Luftqualität in Deutschland: 50 Messstationen messen gefährliche Werte

In mehreren Städten Deutschlands, insbesondere in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen, werden aktuell erhöhte Schadstoffwerte gemessen. Die Wettermessstationen rufen zur Wachsamkeit auf.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Städtische Luftverschmutzung durch Schadstoffe (Foto) Suche
Städtische Luftverschmutzung durch Schadstoffe Bild: Adobe Stock / tomeyk
  • 50 Wetterstationen melden schlechte Luft durch Feinstaub
  • Höchste Grenzwert-Überschreitung in Stuttgart Am Neckartor mit 67 µg/m³
  • Umweltbundesamt meldet: Luftqualitätsindex im roten Bereich
  • Das Umweltbundesamt empfiehlt insbesondere Risikogruppen, Anstrengungen im Freien zu vermeiden

UBA-Messstationen schlagen an! Momentan werden an 50 Stationen in ganz Deutschland schlechte bis sehr schlechte Luftqualität gemessen. In Sachsen-Anhalt sind derzeit mit 19 Messstellen die meisten Stationen betroffen. Hauptverursacher ist Feinstaub - eine Mischung winziger Partikel, die tief in die Atemwege eindringen und die Gesundheit gefährden können.

Die höchste Überschreitung wird derzeit in Stuttgart Am Neckartor gemessen. Hier liegt der Luftqualitätsindex derzeit im roten Bereich. Der Grenzwert für Stickstoffdioxid wird mit 67 µg/m³ überschritten.

⚠️ Anzahl zu gering, keine Aktualisierung.

Die Karte zeigt eine Auswahl der Stationen mit überschrittenen Werten. Für eine vollständige Liste besuchen Sie die Luftkarten des Umweltbundesamtes (UBA).

Schlechte Luftqualität: Auswirkungen und Risikogruppen

Sensible Personengruppen können momentan in der Umgebung der Wetterstationen von der Luftverschmutzung beeinträchtigt werden. Asthmatiker oder Personen mit einer Vorerkrankung der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems gehören zur betroffenen Risikogruppe. Laut UBA löst der Feinstaub "Stress in menschlichen Zellen aus." Eine langfristige Belastung kann zu Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystem, des Nervensystem führen oder den Stoffwechsel nachhaltig beeinflussen. Hinzu kommen akute Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit der durch den Stress im Körper ausgelöst wird.

Wie schütze ich mich vor Luftverschmutzung?

Vor allem auf Sport oder andere strapazierende Tätigkeiten sollten Sie heute verzichten oder diese in die Morgen- oder Abendstunden verlegen. Zur Risikogruppe zugehörige Personen sollten es vermeiden, sich körperlich im Freien zu betätigen und stattdessen in gut klimatisierten Innenräumen bleiben. In geschlossenen Räumen kann die Luftqualität durch Luftbefeuchter oder Pflanzen auf ein gesundes Niveau gehalten werden. Dafür empfiehlt die Krankenkasse AOK Efeu, Bogenhanf und Grünlilien. Wenn sich die Luftqualität kontinuierlich verschlechtert, ist es ratsam, in Risikobereichen eine FFP2-Maske oder vergleichbare Atemschutzmasken zu tragen.

Ursachen für schlechte Luftqualität

Die immense Verbrennung fossiler Brennstoffe ist der Hauptfaktor für die Luftverschmutzung durch Schadstoffe. Dabei kann ein disproportionales hohes Verkehrsaufkommen ein Grund sein, aber auch industriell oder landwirtschaftlich erzeugte Schadstoffe. Des Weiteren verursachen die weltweit zunehmenden Naturkatastrophen wie Sandstürme, großflächige Waldbrände und Vulkanausbrüche dafür, dass die Luftqualität großflächig und für längere Zeit beeinflusst wird. Den Angaben der Schweizer Institution für Luftqualität IQAir zufolge tragen auch akute Wetterfaktoren zur Luftverschmutzung bei. Regen kann zur Reduzierung von Feinstaub (PM10) beitragen, während intensive Sonneneinstrahlung zusammen mit Fahrzeugabgasen zu einem Anstieg des Ozons führt, und Wind die Verteilung von Schadstoffen unterstützt.

Zudem informiert das Umweltbundesamt (UBA) bei akuten Wetterlagen oder langanhaltenden Schadstoffbewegungen in ihrer Pressestelle.

Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid: Diese Schadstoffe verschmutzen unsere

Feinstaub (PM10, PM2,5, PM1), Ozon (O₃) und Stickstoffdioxid (NO₂) gehören zu den Hauptverursachern der Luftverschmutzung. PM10 umfasst Partikel bis 10 Mikrometer, PM2,5 bis 2,5 Mikrometer und PM1 ultrafeine Partikel unter 1 Mikrometer. Sie entstehen durch den Straßenverkehr, Industrieanlagen, Kraftwerke sowie natürliche Quellen wie Waldbrände. Schwefeldioxid (SO₂), das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird, trägt zur Feinstaubbildung und saurem Regen bei. Bodennahes Ozon (O₃) entsteht durch Reaktionen von Stickstoffoxiden (NOₓ) mit Sonnenlicht und erreicht im Sommer gesundheitsschädliche Werte. NO₂, ein stechend riechendes Reizgas aus Verbrennungsprozessen, fördert die Bildung von Feinstaub und Ozon. Der Luftqualitätsindex (LQI) wird aus den Konzentrationen verschiedener Schadstoffe berechnet, indem für jede Komponente ein Teilindex ermittelt wird. Der höchste Wert bestimmt die Gesamteinstufung der Luftqualität von "sehr gut" bis "sehr schlecht".

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+++Dieser Text wurde auf der Basis des Umwelt Bundesamt (UBA) generiert und wird datengetrieben aktualisiert. Bei Anmerkungen und Rückmeldungen können Sie uns diese unter hinweis@news.de mitteilen. +++

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