18.02.2013, 11.08 Uhr

Neue Zahnbehandlung: Betäuben ohne Spritze, Bohren ohne Bohrer

Der Zahnarztbesuch ist bei vielen Patienten so beliebt wie Schimmel an der Hauswand. Zu groß ist die Angst vor Spritze und Bohrer. Doch diese Ängste werden ihnen jetzt genommen. Neue, schmerzfreie Methoden revolutionieren die Zahnbehandlung.

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Das fiese Bohrergeräusch und der schmerzende Nadelstich der Betäubungsspritze – bei vielen Patienten ist da schon die Schmerzgrenze überschritten. Sobald sie zum Zahnarzt müssen, wird ihnen schlecht, brechen in Schweiß aus und bekommen Herzrasen. 

Diese Angst ist weitverbreitet: Wenn man Studien Glauben schenken darf, hat jeder zehnte Deutsche eine ausgeprägte Zahnarztphobie entwickelt. Doch auch beim Rest hält sich die Vorfreude auf den nächsten Besuch in Grenzen.

Das wissen auch die Ärzte und die Industrie: Sie haben neue Methoden perfektioniert, die Spritzen und Bohrer immer öfter im Schrank stehen lassen.

Bloß keine Spritze

Eine besonders schonende Narkosemethode ist auf dem Vormarsch, bei der Zahnärzte das Betäubungsmittel computergesteuert und punktgenau im Mund platzieren.

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«Bei diesem Verfahren fällt der unangenehme Druck bei der Injektion des Anästhetikums komplett weg», erklärt Dr. Diana Svoboda, medizinische Leiterin der Zahnklinik diPura in Essen per Pressemitteilung. «Das Taubheitsgefühl an Lippen oder Wange empfinden die Patienten als nicht so intensiv wie bei der klassischen Spritze. Auch setzt die Betäubung ohne jegliche Wartezeit ein», wird die Expertin zitiert.

Und so funktioniert es: Das Gerät ähnelt einem Kugelschreiber. In ihm schlummert eine Steuereinheit, welches das Handstück mit der nötigen Energie versorgt, um das Arzneimittel in das Gewebe zu «spritzen». Besonders schonend und schmerzfrei sei diese Methode Svoboda zufolge bei empfindlichen Bereichen wie etwa den oberen Frontzähnen.

Karies einfach wegspülen

Auch bei Karies wird der Griff zum Bohrer immer seltener – wenn es gewünscht wird. Viele Zahnärzte schwören auf einen speziellen Laser. Das Wirkprinzip ist einfach: Mittels Laserenergie werden Wassermoleküle gespalten. Mikroskopisch kleine Partikel treffen Svoboda zufolge punktgenau den Zahn. Dabei werde nicht nur kranke Zahnsubstanz entfernt, sondern auch versteckte Kariesbakterien.

«Der Laser ermöglicht eine besonders präzise Entfernung kariöser Defekte, bei der gesunde Zahnsubstanz erhalten bleibt», schildert Svoboda. «Außerdem erübrigen sich die oft gefürchteten Vibrationen und Geräusche.»

Ganz wird der Bohrer aus der Praxis jedoch nicht verschwinden. Bei fortgeschrittener Karies gebe es bisher keine Alternative, so Svoboda.

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sca/som/news.de

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