30.05.2012, 10.23 Uhr

Kinder: Bei Knochenbrüchen manchmal trotzdem Bewegung möglich

Köln - Ob ein Arm gebrochen ist oder nicht, sieht man daran, ob man ihn bewegen kann - so denken viele Eltern. Doch Experten warnen, dass manche Kinder keine Bewegungseinschränkungen zeigen, obwohl sie einen Bruch haben.Selbst wenn ein Kind sich einen Arm oder ein Bein gebrochen hat, kann es diesen Körperteil manchmal noch bewegen.

Bei Knochenbrüchen manchmal trotzdem Bewegung möglich Bild: dpa

«Etwa jedes zehnte Kind, das sich etwas gebrochen hat, zeigt keine typischen äußerlichen Zeichen wie Schwellungen oder kann den betroffenen Arm sogar noch bewegen, so dass Eltern zuerst nicht an einen Bruch denken», warnt Prof. Hans-Jürgen Nentwich, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. Er beruft sich auf eine aktuelle Veröffentlichung in der Fachzeitschrift «Pediatrics». Die meisten Brüche erleiden Kinder, insbesondere Jungen, demnach an den Armen (69 Prozent). Besonders gefährdet sind übergewichtige Heranwachsende, da ihre Knochen in Relation zum Körpergewicht nicht stark genug sind.

Bei starken Schmerzen nach einem Sturz sollten Eltern in jedem Fall mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt. Ein verletzter Arm sollte zur Ruhigstellung durch eine provisorische Schlinge geschützt werden. Schmerzmittel sollten Eltern erst in Absprache mit dem Facharzt verabreichen. Bei älteren Kindern kann ein Kältepack die Beschwerden lindern, bis sie beim Arzt sind.

Bei einem gebrochenen Bein muss das Kind warten, bis der Krankenwagen kommt. Denn es sollte besser nicht von den Eltern oder anderen Bezugspersonen zum Krankenhaus transportiert werden, um das betroffene Bein nicht unnötig zu belasten. Tritt ein Knochen aus der Haut hervor und blutet die Wunde, sollten Unfallhelfer die Verletzung mit sterilen Mullbinden abdecken, jedoch keinesfalls den Knochen bewegen.

«In der Regel lassen die Schmerzen etwas nach, sobald eine Schiene oder Gips angelegt ist. Nehmen sie zu, oder fühlt sich die Extremität taub an, werden die Finger oder Zehen blau oder weiß, sollten Kinder beziehungsweise Jugendliche rasch zum Kinder- und Jugendarzt», rät Nentwich. «Denn dies sind Anzeichen dafür, dass das Gewebe angeschwollen ist und der Gips auf Nerven, Muskeln oder Blutgefäße drückt.»

Informationen für Eltern

news.de/dpa

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