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Von news.de-Redakteur Andreas Schloder - 29.09.2010, 16.56 Uhr

Lippenherpes: Schlummernder Brandstifter

Er verbirgt sich im Untergrund. Und gerade, wenn das Immunsystem angeknackst ist, schlägt er gnadenlos zu: der Herpes. Das Schlimme: Einmal an der Lippe, verfolgt er einen das ganze Leben lang. Doch es gibt eine Abwehrstrategie gegen die Virenplage.

Erst ein leichtes Jucken, doch ein paar Stunden später haben Herpesbläschen die Lippe fest  im Griff. Bild: wikipedia/WarXboT/creative commons licence

Gerade noch vom Glas des Partners getrunken, schon juckt und kribbelt es ganz leicht. Nach ein paar Stunden hat das Ekelgefühl Gestalt in Form einer pochend-schmerzenden und geschwollenen Oberlippe angenommen. Wenn zudem die ersten Bläschen zu sehen sind, ist die Diagnose da: Lippenherpes. Leidgeprüfte wissen spätestens jetzt, dass sie die nächsten Tage mit den unangenehmen und schmerzenden Bläschen zu kämpfen haben.

Das Kuriose: Rund 95 Prozent aller Deutschen haben die sogenannten Herpes-simplex-Viren in sich, die für die unansehnliche Blasenlandschaft am Mund sorgen. Der Erreger findet ein neues Opfer durch Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Küssen oder Niesen. Die Viren wandern entlang der Gesichtsnerven in die Nervenknoten im Rückenmark. Dort nisten sie sich ein zum Schlummern. Und warten auf ihren Moment, wenn das Immunsystem Schwäche zeigt.

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Doch nicht jeder, der infiziert ist, wird von Herpes heimgesucht. Wie das Institut für Virologie und antivirale Therapie am Universitätsklinikum Jena schätzt, trifft es nur jeden Dritten. Ab dem 35. Lebensjahr lässt die Häufigkeit aber nach, so die Experten.

Wann tritt Lippenherpes auf?

Geht es einem schlecht, fühlen sich die Viren wohl. Wenn Stress, Schlafmangel, eine Erkältung, ein Langstreckenflug oder starke Sonneneinstrahlung den Körper schwächen, nutzt der Erreger die Situation aus. Zwar können die Bläschen auch auf der Nase, der Wange oder im Mund entstehen. Doch bei den empfindlicheren und weniger verhornten Lippen haben die Viren besonders leichtes Spiel. Je nach Veranlagung haben Menschen ständig oder seltener Herpes, manche Frauen vor oder während ihrer Menstruation. Ein Ausbruch von bis zu sechsmal im Jahr ist nicht selten.

Das hilft gegen die Bläschen

Masochisten lassen den Herpes unbehandelt einfach wüten. Die Bläschen nässen im ersten Stadium, trocknen anschließend aus und verkrusten, bevor der dunkle Schorf schließlich abfällt. Die Prozedur dauert rund zehn Tage. Auf alle Fälle sollte man eines vermeiden: andere Personen anstecken. Das heißt konkret: Kussverbot. Mit den schmerzhaften Bläschen auf der Lippe hält sich die Laune dazu verständlicherweise jedoch ohnehin in Grenzen.

Wer aber auf schnellere Heilung setzt, kommt an Cremes mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir aus der Apotheke nicht vorbei. Schon beim ersten Anzeichen von Juckreiz die Stelle eincremen und alle vier Stunden die Fettschicht erneuern – so können sich die Viren schlechter auf der Lippe breit machen. Rund fünf bis zehn Euro kostet so eine kleine Tube.

Alternativ gibt es in der Apotheke Präparate mit Essenzen aus Melisse und Zinksulfat. Geheimtipp: Sanddornöl aus der Drogerie, denn die Vitaminbombe mögen die Viren gar nicht.

Apropos Vitaminschub: Die beste Waffe, um zukünftig nicht mehr unter den Bläschen leiden zu müssen, ist ein starkes Immunsystem, was man einfach mit einer gesunden Ernährung tunen kann. Die Lippen sollte man zusätzlich mit einem Sunblocker-Pflegestift vor der Sonne schützen.

Lesen Sie hier weitere Tipps, wie Sie kleinere Probleme auch ohne Arzt bewältigen.

sgo/news.de

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