Automobilindustrie: Bilger wirbt für höheren Anteil von Biokraftstoff im Sprit
Am Verbrenner-Aus rüttelt die Bundesregierung. Verkehrsminister Bilger schlägt stattdessen neuen Sprit für den Klimaschutz vor.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Nach dem deutsch-französischen Vorstoß gegen das Verbrenner-Aus macht sich Verkehrsminister Steffen Bilger für Sprit mit einem höheren Anteil von Biokraftstoffen stark. "Zurzeit setze ich mich mit meinem französischen Amtskollegen dafür ein, dass wir die Beimischung von Biokraftstoffen erhöhen", sagte der Christdemokrat der "Augsburger Allgemeinen" auf die Frage, wie er dem Klimaschutz stattdessen Rechnung tragen wolle. "Da gäbe es beispielsweise E20 an den Zapfsäulen."
Die Bezeichnungen E5 und E10 geben den maximalen Anteil von Bioethanol am Benzin an. E20 entspräche einer maximalen Beimischquote von 20 Prozent.
Deutschland schon lange für Aufweichen von Verbrenner-Aus
Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten sich 2022 darauf geeinigt, dass Neuwagen in der EU ab 2035 im Betrieb kein klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) mehr ausstoßen dürfen. Andernfalls drohen Strafzahlungen. Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, weiter Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen. Darüber beraten derzeit jeweils das Europaparlament und die EU-Staaten. Ohne ihre Zustimmung tritt der Plan nicht in Kraft.
Deutschland und die Autoindustrie hatten sich lange für ein Aufweichen des eigentlich beschlossenen Verbrenner-Aus eingesetzt. Nun haben sich Berlin und Paris auf gemeinsame Vorschläge zur Zukunft von Verbrennermotoren und E-Autos geeinigt. Sie würden dazu führen, dass die Autoindustrie auch nach 2035 neue Verbrenner und Hybridfahrzeuge verkaufen dürfte, ohne dass Strafzahlungen drohen. Die Verständigung könnte eine Mehrheit im Rat der EU-Staaten ermöglichen.
Bilger sieht beim Ladenetz Nachholbedarf in anderen Ländern
Bilger sagte zu dem Vorstoß, in Deutschland sei man mit dem öffentlichen Ladenetz gut aufgestellt. "Aber andere Länder in Europa, für die das Verbrenner-Verbot auch gelten soll, haben noch sehr viel nachzuholen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Und auch deswegen gibt es in Europa zurzeit viel Bereitschaft, das Verbrenner-Aus zu korrigieren." Bilger betonte, er selbst habe die Entscheidung immer für einen Fehler gehalten.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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