Automobilindustrie: Einigung auf Sparplan treibt VW-Aktie an die Dax-Spitze

Die Vorzugsaktie erreicht den höchsten Stand seit Mitte Juni. Was Analysten zu den Chancen und Risiken sagen.

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Der Monat Mai 2026 bringt eine Reihe von Gesetzesänderungen und neuen Gesetzen mit sich, unter anderem zu Entlastungen für Autofahrer, steuerfreien Prämien und Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst. (Foto) Suche
Der Monat Mai 2026 bringt eine Reihe von Gesetzesänderungen und neuen Gesetzen mit sich, unter anderem zu Entlastungen für Autofahrer, steuerfreien Prämien und Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst. Bild: Adobe Stock / Kadmy

Die überraschende Einigung auf ein Sparpaket bei Volkswagen hat die Aktien des kriselnden Autobauers kräftig angeschoben. Um fast 10 Prozent ging es für die VW-Vorzugsaktien an der Spitze im Dax nach oben. Im MDax legten die Papiere des VW-Großaktionärs Porsche SE vor dem Wochenende zeitweise um mehr als 6 Prozent zu. Auch die Branchenkollegen BMW und Mercedes-Benz standen klar im Plus.

Nach viel Unsicherheit und wochenlangen Auseinandersetzungen hatte der Aufsichtsrat dem Vorstand einhellig grünes Licht für sein Sparpaket gegeben. Die Gewerkschaft IG Metall und der Konzernbetriebsrat betonten, dass damit eine Eskalation verhindert worden sei. In den kommenden Jahren sollen nun unter anderem 50.000 weitere Stellen bei Volkswagen gestrichen werden, zudem stehen vier Werke auf der Kippe.

Das deutliche Kursplus hievte die VW-Aktie am Freitag auf den höchsten Stand seit Mitte Juni. Nach einer Erholung vom Vortagestief um gut 15 Prozent bis auf 83,76 Euro ließ der anfängliche Schwung zwar merklich nach. Dennoch schmolz das Minus seit Jahresbeginn auf gut ein Fünftel zusammen. Anfang Juli war die Aktie mit rund 69 Euro noch auf das tiefste Niveau seit 2010 abgerutscht.

Was Börsenexperten sagen

Analyst Patrick Hummel von der Schweizer Großbank UBS bewertete die Einigung auf das Sparpaket als "ausdrücklich positiv". Das Management habe seine Ziele im Wesentlichen durchsetzen können. Gut sei auch, dass alles rascher vollzogen worden sei als erwartet. Mit den Maßnahmen sichere VW die Profitabilität gegen einen zunehmenden Umsatzdruck seitens chinesischer Hersteller auf dem europäischen Markt. Aus Sicht von Analyst Tom Narayan von der kanadischen Investmentbank RBC muss Volkswagen nach dem ermutigenden Signal und der positiven Überraschung nun jedoch auch in vielen Punkten abliefern, um die Ziele zu erreichen.

VW habe die unter Anlegern sehr verbreitete Ansicht widerlegt, dass ein massiver Konzernumbau nicht durchsetzbar sei, kommentierte Branchenexperte Tim Rokossa von Deutsche Bank Research. Der Analyst schrieb von einem "grundlegenden Durchbruch" mit einem weitaus besseren Ergebnis als befürchtet. Die Probleme würden zwar nicht über Nacht gelöst, aber das größte Anliegen werde jetzt angegangen.

Philippe Houchois vom Analysehaus Jefferies warf allerdings die Frage auf, ob das Drama bei Volkswagen wirklich beendet oder nur pausiert sei. Eine für Freitagnachmittag anberaumte Telefonkonferenz des Managements werde hoffentlich das Vertrauen in die Umsetzung eines Vorhabens stärken, in dem es für VW immerhin um die Abwendung existenzieller Bedrohungen gehe.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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