Verkehr: Fast sieben Jahre Haft nach tödlicher Raserfahrt
Ein Toter und mehrere Verletzte bei Flucht vor der Polizei: Warum das Gericht trotz der dramatischen Fahrt mit Tempo 170 durch die Stadt keinen Mord sieht.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Nach einer tödlichen Raserfahrt durch Kaufbeuren ist ein 21 Jahre alter Mann zu einer fast siebenjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Mit seiner halsbrecherischen Fahrt wollte der Angeklagte einer Polizeikontrolle entgehen. Das Landgericht in Kempten bewertete die Fahrt des Angeklagten im Unterschied zur Staatsanwaltschaft nicht als Mord, sondern als verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge, und verhängte sechs Jahre und zehn Monate Haft.
Der junge Mann war am 23. August 2025 nachts mit einem Auto mit teils bis zu etwa 170 Kilometern pro Stunde durch das Stadtgebiet von Kaufbeuren gerast, weil eine Polizeistreife auf ihn aufmerksam geworden war. In der Folge ließ er sich nicht von Straßensperren der Beamten aufhalten und kam mehrfach von der Fahrbahn ab.
Richter sehen keinen Tötungsvorsatz beim Angeklagten
Schließlich stieß er frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Der 20-Jährige am Steuer dieses Autos starb noch an der Unfallstelle, seine beiden Mitfahrer wurden verletzt. Auch der Beifahrer des 21-Jährigen wurde verletzt.
Der Vorsitzende Richter Christoph Schwiebacher sagte, der 21-Jährige sei vor der Polizei geflüchtet, weil er keinen Führerschein hatte, Bier getrunken und Kokain geschnupft habe. "Er wollte natürlich nicht kontrolliert werden."
Die Strafkammer bewertete die Fahrt so, dass der Angeklagte mit einem Gefährdungsvorsatz gehandelt habe. Einen Tötungsvorsatz - der für eine Mordverurteilung nötig gewesen wäre - sahen die Richter nicht. Der 21-Jährige habe darauf vertraut, dass alles gut ausgehe und niemand zu Tode komme.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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