Philippinen - Mittelstarkes Erdbeben am 04.05.2026: Das sind die Details zum Beben der Stufe 6
Ein Erdbeben der Stufe 6 hat sich aktuell 5 km west-nordwestlich von Nena, Philippinen ereignet. Solche Beben ereignen sich unvermittelt und richten massive Schäden an. Auf news.de erfahren Sie die wichtigsten Details zum Ereignis.
Erstellt von Saskia Thieme - Uhr
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Am Montag, den 04.05.2026 ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 6 auf der Richter-Skala. Doch was bedeutet diese Einordnung eigentlich und durch welche Werte lässt sich das Ereignis noch genauer einordnen?
Was wissen wir aktuell über das Erdbeben?
Das Erdbeben hat sich um 08:09 Uhr 5 km west-nordwestlich von Nena, Philippinen ereignet. Im näheren Umfeld des Bebens befinden sich die Städte San Julian, Sulat, Mantang und Taft.
- San Julian: 5 km entfernt vom Epizentrum, 14509 Einwohner
- Sulat: 10 km entfernt vom Epizentrum, 15776 Einwohner
- Mantang: 12 km entfernt vom Epizentrum, 2081 Einwohner
- Taft: 15 km entfernt vom Epizentrum, 18692 Einwohner
Auf der Richter-Skala wird das Beben auf der Stufe 6 eingeordnet. Ein Erdbeben dieser Stärke ist selbst in fahrenden Autos spürbar und es kann schwierig werden stehen zu bleiben. Dazu sind Schäden an Möbeln möglich, lose Mauersteine können herabfallen. Gebäude in unzureichender Bauweise oder mit fehlerhaftem Bauentwurf werden mitunter stark beschädigt, leichte bis mittlere Schäden an normalen Gebäuden können auftreten. Schäden sind jedoch vernachlässigbar bei guter Bauweise und -art. Die Zerstörung kann einen Umkreis von bis zu 70 Kilometern betreffen.
Neben dieser Skala gibt es jedoch noch andere Details, die bei der Bewertung des Naturereignisses aufschlussreich sein können. Die Tiefe, in der das Erdbeben zu brechen beginnt, ist etwa bedeutend für die Einschätzung der Schwere des Bebens. Bei diesem Ereignis wird derzeit von einer Tiefe von 73 Kilometern ausgegangen. Auswirkungen hat dieser Wert unter anderem auch auf die Intensitätswerte des Erdbebens, die zwar von Ort zu Ort aufgrund verschiedener weiterer Faktoren unterschiedlich ist, aber dennoch als Maximum erfasst werden kann. Unterschieden wird hierbei in eine erfahrene und eine geschätzte Intensität. Während erstere durch konkret gemeldete Werte erfasst wird, handelt es sich bei zweiterer um die mit Messinstrumenten geschätzte Intensität. Die Werte selbst orientieren sich dabei ebenso an der Richter-Skala. Für das vorliegende Ereignis wurde als erfahrene Intensität ein Maximum von 5,7 und als geschätzte Intensität ein Maximum von 5,733 gemeldet.
Wie zuverlässig sind diese Angaben zum Erdbeben auf den Philippinen?
Einen Hinweis darauf, wie präzise die Mess-Ergebnisse sind, gibt die Anzahl der seismischen Stationen, die zur Bestimmung des Erdbebenorts verwendet wurden. Bei diesem Beben ist die Zahl durchschnittlich, wodurch die aktuellen Erkenntnisse über das Beben im Verhältnis zu anderen Messungen zunächst als durchschnittlich präzise eingestuft werden können. Ergänzt wird die Beurteilung der Präzision durch den Abstand, den die benachbarten Stationen zueinander haben. Je kleiner dieser nämlich ist, desto zuverlässiger ist im Allgemeinen die berechnete horizontale Position des Erdbebens. Im vorliegenden Fall ist dieser Abstand relativ gering, weshalb die Positionsbestimmung des Erdbebens als sehr zuverlässig eingeschätzt werden kann.
Schnell-Check: Das wissen wir aktuell über das Erdbeben
| Erdbeben: Die Philippinen | |
|---|---|
| Position: | 5 km west-nordwestlich von Nena, Philippinen |
| Koordinaten: | Breite = 11.7774° und Länge = 125.3718° |
| Orte im Umkreis von 100 Kilometern: | San Julian, Sulat, Mantang, Taft |
| Magnitude: | 6 |
| Präzision: | durchschnittlich präzise |
| Zuverlässigkeit: | sehr zuverlässig |
| Tiefe: | 73 Kilometer |
| Erfahrene Intensität: | 5,7 |
| Geschätzte Intensität: | 5,733 |
| Zeitpunkt der Meldung: | 04.05.2026 - 08:09 Uhr |
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Was sagt die Richter-Skala über ein Erdbeben aus?
Die Richter-Skala, die von dem US-amerikanischen Seismologen Charles Francis Richter in den 1930er Jahren entwickelt und eingeführt wurde, ermöglicht Aussagen über die Stärke von Erd- und Seebeben durch die Verwendung der Magnitude, einem Begriff, der aus dem Lateinischen "magnitudo" (Größe) stammt. Um die Magnitude eines Erdbebens zu bestimmen, wird die Erschütterung mithilfe eines Seismometers gemessen. Dazu ist es notwendig, die Entfernung zwischen der Messstation und dem Erdbebenherd zu kennen. Aus der grafischen Darstellung des Seismometers - dem Seismogramm - wird die größte Bodenbewegung, der maximale Ausschlag (Amplitude), abgelesen. Diese Amplitude in Kombination mit der Entfernung ergibt die Magnitude. Um die Ausschläge auf dem Seismogramm leichter lesbar zu machen, hat Richter eine logarithmische Skala eingeführt. Ein Erdbeben mit einer Magnitude von 7 ist somit zehnmal stärker als eines der Stärke 6, 100 Mal stärker als eines der Stärke 5 und 1.000 Mal stärker als eines der Stärke 4.
Die Klassifizierung von Erdbeben nach Magnitude auf der Richter-Skala
| Richter-Magnituden | Einteilung der Erdbeben-Stärke | Erdbebenauswirkungen | Häufigkeit der Ereignisse weltweit |
|---|---|---|---|
| <2,0 | Mikro | Mikro-Erdbeben, nicht spürbar | 8000 x pro Tag (ab Magnitude 1,0) |
| 2,0 bis 3,0 | extrem leicht | generell nicht spürbar, jedoch gemessen | 1500 x pro Tag |
| 3,0 bis 4,0 | sehr leicht | oft spürbar, sehr selten Schäden | 135 x pro Tag |
| 4,0 bis 5,0 | leicht | Zimmergegenstände bewegen sich sichtbar, Erschütterungsgeräusche, meist keine Schäden | 35 x pro Tag |
| 5,0 bis 6,0 | mittelstark | ernste Schäden bei anfälligen Gebäuden, keine bis leichte Schäden bei robusten Gebäuden | 4,5 x pro Tag, 1600 x im Jahr |
| 6,0 bis 7,0 | stark | Zerstörung im Umkreis bis zu 70 km | 130 x pro Jahr |
| 7,0 bis 8,0 | groß | Zerstörung über weite Gebiete | 13 x pro Jahr |
| 8,0 bis 9,0 | sehr groß | Zerstörung in Bereichen von einigen hundert Kilometern | 0,9 x pro Jahr |
| 9,0 bis 10,0 | extrem groß | Zerstörung von Bereichen von tausend Kilometern | 4 x in 122 Jahren (1952/60/64, 2011) |
| über 10 | globale Katastrophe | noch nie registriert, vermutlich Beben der Stärke 11 vor 66 Millionen Jahren, ausgelöst durch Asteroideneinschlag im Yucatán | 1 x in 66 Mio. Jahren |
Bevor die Richter-Skala eingeführt wurde, verwendete man zum Messen von Erdbeben andere Skalen, auf die sich die Richter-Werte nicht gut übertragen lassen, weshalb damit auch Erdbeben, die vorher gemessen wurden, nicht beschrieben werden können. Seit Beginn der Messungen mit dieser Skala gab es jedoch immerhin schon fünf dokumentierte Erdbeben, die die Stärke 9 oder höher erreichten. Diese ereigneten sich in Russland (1952), Chile (1960), Alaska (1964), Indonesien (2004) und Japan (2011).
Die hauptsächliche Ursache für Erdbeben liegt in der Bewegung der Erdplatten. Die Erdoberfläche ist in mehrere große Platten unterteilt, die auf der halbflüssigen Asthenosphäre schweben. Wenn diese Platten aneinander vorbeigleiten, aufeinanderprallen oder sich voneinander entfernen, entstehen Spannungen. Wenn diese Spannungen ein kritisches Maß erreichen, bricht das Gestein entlang von Verwerfungen oder Bruchlinien, was zu einem Erdbeben führt. Diese Art von Erdbeben wird als tektonisches Erdbeben bezeichnet.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Text wurde auf der Basis von aktuellen Daten des U.S. Geological Survey (USGS) generiert. Datenupdates gibt es täglich (zuletzt: 04.05.2026 - 14:38 Uhr). Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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