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Friedrich Merz: "Sie können es nicht" - Kanzler-Auftritt lässt Bürger wütend zurück

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellt sich bei der Bundespressekonferenz den Fragen der Journalist:innen. Bild: Michael Kappeler/dpa/dpa

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  • Bundeskanzler Friedrich Merz gibt sich bei der Sommerpressekonferenz fehlerfrei
  • Peinlicher Versprecher - AfD statt CDU
  • Klimaschutz und Hitzewelle - für Merz ein lösbares Problem?
  • Netz reagiert auf Kanzler-Auftritt gewohnt negativ - Merz spricht eine andere Sprache
  • Würde der Bundeskanzler noch einmal regieren wollen?

Ob es um die schlechten Umfragewerte geht, eine mögliche Zusammenarbeit mit der Linken oder persönliche Fehler in den ersten 15 Monaten seiner Amtszeit: Friedrich Merz lässt sich bei seiner zweiten Sommerpressekonferenz als Bundeskanzler nicht aus der Reserve locken. Der Auftritt des Kanzlers war vor allem eins - kompromisslos. Und im Netz kann man es schlichtweg kaum fassen.

Bundeskanzler Friedrich Merz feiert umstrittene Reformen

Statt auf kritische Fragen einzugehen, feiert der CDU-Vorsitzende die gerade auf den Weg gebrachten Reformen seiner Regierung als Erfolg und präsentiert Schwarz-Rot als ein Bündnis, das nach einem holprigen Start seinen Rhythmus gefunden hat. "Die Koalition hat Tritt gefasst", ist die zentrale Botschaft in der 90-minütigen Fragerunde mit rund 200 Journalisten in der Bundespressekonferenz. "Wir haben geliefert."

Merz ein "lernfähiges System"?

Über eigene Fehler will Merz dagegen nicht mehr sprechen. Auf die Frage, was sein schwächster Moment seit seinem Amtsantritt im Mai 2025 gewesen sei, sagt er nach kurzer Pause. "Darüber müsste ich nochmal nachdenken." Und aus welchen Fehlern hat er gelernt? "Ich bin ein lernfähiges System und lerne jeden Tag dazu."

Kleiner Versprecher: Merz verwechselt CDU und AfD

Der Kanzler präsentiert sich sichtlich entspannt und einigermaßen gut gelaunt. Ein Versprecher wird ihm dennoch zum Verhängnis, als er versehentlich sagt, er gehöre dem nordrhein-westfälischen Landesverband der AfD an, und sein Pressesprecher ihn korrigieren muss.

Ansonsten tritt der Kanzler sehr kontrolliert auf, lässt unangenehme Fragen zum Beispiel nach den weiterhin schlechten Umfragewerten an sich abprallen. Immerhin: Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sehen vier von fünf Befragten die Regierung durch die jüngsten Reformbeschlüsse nicht gestärkt. Jeder Zweite sieht sogar eine Schwächung. Andere Umfragen geben ein ähnliches Bild ab. Die Trendwende hat sich noch nicht eingestellt. Merz reagierte darauf überraschend entspannt: "Es hat sicherlich auch eine Erwartungshaltung in der Bevölkerung gegeben, die wir bis jetzt nicht erfüllt haben", räumt der Kanzler ein.

"Wir müssen den Klimawandel begrenzen"

Wie sehr die Erwartungshaltung der Bevölkerung von Merz' Realpolitik abweicht, beweisen zahlreiche Reaktionen nach der Sommerpressekonferenz im Netz. Dies zeigt sich hier beispielhaft beim Thema Klimawandel. "Wir müssen den Klimawandel begrenzen und uns vor den Folgen, die wir alle spüren, schützen. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe", erklärte Merz selbst noch während der Konferenz. Doch zum Thema Hitzeschutz und Dauerhitze der vergangenen Wochen wolle Merz sich hingegen dann doch nicht äußern. Auf dem offiziellen X-Kanal des Bundeskanzlers greift Merz selbst das Thema Klimaschutz noch einmal auf.

Heftige Reaktionen im Netz - beim "Klimaschutz" trifft Merz den "falschen" Ton

Im Netz sorgen Merz' Klima-Aussagen für starke Reaktionen unter den Kommentaren:

  • "Wer schützt uns eigentlich vor deinen hohlen Phrasen?"
  • "Bitte gehen Sie endlich und nicht vergessen: Licht auszumachen! Sie können es nicht. Leute, die den mündigen Bürgern belügen und steuerlich auspressen, braucht es nicht! Die CDU hat fertig und ist keine Volkspartei mehr. Der Totengräber der Union sind Sie!"
  • "Lasst uns genug von unserem Geld übrig, sodaß wir Klimaanlagen betreiben können."
  • "Bei dir ist Hopfen und Malz verloren. Kommentare zu dem Bla Bla sind nutzlos."
  • "Wird man in dieser Rolle wirklich so viel dümmer? Oder geht es hier nur noch um den Machterhalt und das Hinauszögern der Blamage des Totalversagens?"
  • "Floskeln, nichts als Floskeln!"

Man bedenke jedoch: Im Social-Web brodelt es bei den Worten des Kanzlers schon lange. Vor allem die neuen Reformen im Gesundheitswesen brachten für viele sprichwörtlich das "Fass zum Überlaufen". Aber hält das den Kanzler davon ab, bereits über eine zweite Amtszeit nachzudenken?

Würde Friedrich Merz noch einmal ran? Frage nach zweiter Amtszeit bleibt unbeantwortet

Allzu weit nach vorne will Merz seinen Blick jedenfalls noch nicht richten. Die Frage nach einer möglichen zweiten Amtszeit beantwortet er in der Sommerpressekonferenz nicht: "Der Zeitpunkt ist jedenfalls jetzt nicht da. Ich konzentriere mich auf die Arbeit, die wir in der Koalition leisten müssen, und die absorbiert mich wirklich vollständig." Und auch was die mögliche Fortsetzung der von ihm als so erfolgreich beschriebenen Koalition angeht, bleibt er vage. Das Bündnis bestehe für diese Wahlperiode. "Und über alles andere denke ich heute nicht nach."

Für deutlich mehr Nachhall sorgen seine Worte jedoch im Netz. Fest steht für viele: Den richtigen Ton hat Merz im Umgang mit der Bevölkerung immer noch nicht gefunden.

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/bos/news.de/dpa

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