Wladimir Putin droht Putsch: Kreml-Propagandistin fleht in Putins Namen um Zurückhaltung
Margarita Simonjan gehört zu Wladimir Putins eifrigsten Propaganda-Sprachrohren. Bild: picture alliance / dpa | Mikhail Klimentyev/Sputnik/Kreml
Erstellt von Claudia Löwe
14.07.2026 14.34
Nach viereinhalb Jahren Ukraine-Krieg findet sich Wladimir Putin in einer brenzligen Situation wieder: Mehrere ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölterminals, Raffinerien und Treibstofflager haben Wladimir Putins Infrastruktur einen empfindlichen Schlag verpasst. In Russland ist folgerichtig Benzinknappheit ausgebrochen - ein Umstand, der die Empörung in der Bevölkerung schürt und Wladimir Putin den Kopf kosten könnte.
Wladimir Putin von Sprit-Knappheit heimgesucht nach Drohnenangriffen
Dass Sprit überall im Land Mangelware ist und sich an russischen Tankstellen horrend lange Warteschlangen bilden, tut Wladimir Putins Zustimmungswerten in der Bevölkerung alles andere als gut. Eher das Gegenteil ist der Fall, selbst treue Sprachrohre des Kreml-Chefs wie Wladimir Solowjow rechnen bereits mit einer handfesten Revolution gegen Putin. Auch Kreml-Propagandistin Margarita Simonjan ist die knifflige Lage bewusst, wie die Chefin des Staatssenders RT im russischen Fernsehen offen eingeräumt. "Es gibt kein Benzin", gestand sie den Zuschauern die derzeitigen Versorgungsprobleme unverblümt.
Kreml-Propagandistin beschwichtigt aufgebrachte Russen und warnt vor Putin-Sturz
Gleichzeitig warnte Margarita Simonjan die russische Bevölkerung davor, den Kreml-Chef zu stürzen – so wie es die Russen 1917 mit Zar Nikolaus II. getan hatten. Die Botschaft ist klar: Durchhalten statt Aufbegehren. Während Simonjan die Heimatfront zu beruhigen versuchte, griff Wladimir Putin erneut zur nuklearen Drohkulisse. Gegenüber dem Schweizer Fernsehen erklärte er, Atomwaffen kämen zum Einsatz, falls die Existenz des russischen Staates bedroht sei.
Margarita Simonjan appelliert an Durchhaltevermögen, um Revolution zu vermeiden
Die RT-Chefin appellierte an das Durchhaltevermögen ihrer Landsleute und zog dabei historische Parallelen. "Ich erinnere mich noch, meine Generation erinnert sich, wie Lebensmittel tatsächlich rationiert wurden... 1992", sagte Simonjan im Staatsfernsehen. "Wir haben es überstanden. Und wir werden es auch jetzt überstehen." Ihre Mahnung an die russische Bevölkerung war unmissverständlich: Nicht jammern, nicht aufbegehren. Der Vergleich mit dem Sturz von Zar Nikolaus II. vor über einem Jahrhundert sollte offenbar als Warnung dienen. Was Simonjan allerdings unerwähnt ließ, sind die über eine Million Russen, die durch Putins Krieg getötet oder verwundet wurden.
Wladimir Putin setzt auf Atomdrohungen und Kapitulationsforderungen
Wladimir Putin selbst setzte derweil auf bewährte Einschüchterungstaktik. Im Interview mit dem Schweizer Fernsehen stellte er klar: "Wenn etwas die Existenz des russischen Staates bedroht, werden Nuklearwaffen eingesetzt. Andernfalls nicht. Es ist sehr wichtig, das zu verstehen." Gleichzeitig betonte der Kreml-Chef, Russland könne seine militärischen Ziele auch ohne atomare Mittel erreichen – und tue dies bereits. Seine Botschaft an die Ukraine fiel entsprechend knapp aus: Kiew solle Russlands territoriale Forderungen akzeptieren, "und am nächsten Tag endet der Krieg". Eine Verhandlungslösung auf Augenhöhe scheint damit ausgeschlossen.
Ukrainische Drohnen nehmen Putins Energieinfrastruktur weiter ins Visier
Während der Kreml die Bevölkerung auf Entbehrungen einstimmt, setzt die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur fort. Das Petrochemiewerk Nizhnekamskneftekhim in Tatarstan wurde getroffen – die Rauchsäule war noch in benachbarten Städten zu sehen. Auch eine Raffinerie in Saratow erlitt Schäden, wobei ein Mensch ums Leben kam. Darüber hinaus attackierten ukrainische Drohnen eine Gazprom-Kompressorstation in der Region Krasnodar, die Gas über die Blue-Stream-Pipeline in die Türkei pumpt. Die Aktie des Energieriesen ist inzwischen auf den tiefsten Stand seit 17 Jahren gefallen.
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