Ukraine-Krieg aktuell: Bewohner haben Angst - Desaster für Putin auf der Krim
Ukrainische Drohnenangriffe wie zuletzt auf das Gebäude des Panoramas "Verteidigung von Sewastopol 1854-1855" versetzen die Bewohner der Krim in Angst und Schrecken. Bild: picture alliance/dpa/Sevastopol mayor Mikhail Razvozhaev telegram channel | Uncredited
Erstellt von Martin Gottschling
25.06.2026 15.02
- Analyse von "The Economist": Prekäre Lage auf der Krim
- Schwarzmeer-Halbinsel wird immer wieder zum Ziel ukrainischer Angriffe
- Anwohner berichten über Angst und Perspektivlosigkeit
Acht Jahre vor dem Angriff auf die Ukraine hatte Wladimir Putin bereits die Krim völkerrechtswidrig annektiert. Obwohl Moskau einst eine bessere Zukunft versprach, herrscht laut einer aktuellen Analyse von "The Economist" auf der Halbinsel am Schwarzen Meer derzeit eine dramatische Lage.
Desaster auf der Krim für Wladimir Putin
So ertönten zum Beispiel am Morgen des 21. Juni Sirenen im Urlaubsort Feodossija, umvor ukrainischen Drohnenangriffen zu warnen. Laut einem hochrangigen Vertreter der Regionalverwaltung seien bereits vor einiger Zeit die Warnsysteme abgeschaltet worden - angeblich, um für ausreichend Schlaf bei den Bewohnern zu sorgen.Doch offenbar kämpfen die Behörden momentan verzweifelt darum, angesichts anhaltender Attacken auf Militäreinrichtungen, Bahnhöfe und Kraftwerke einen Hauch von Normalität zu bewahren – vor allem mit Blick auf die Touristensaison, wie es weiter heißt.
Schwarzmeer-Halbinsel wird wiederholt zum Ziel ukrainischer Angriffe
Dabei hat sich die einst so begehrte Urlaubsregion längst in ein Kriegsgebiet verwandelt. Da die Ukraine auch Fähren und Landkorridore, die die Krim mit Russland verbinden, ins Visier nimmt, wird die Versorgung zunehmend erschwert. Es kam zuletzt zu Stromausfällen, der Verkauf von Kraftstoff an Tankstellen wurde vorübergehend verboten. Der Ukraine gelang es zudem, verbliebene Einheiten der Schwarzmeerflotte von der für Putin auch symbolisch wichtigen Halbinsel in weiter entfernte Häfen zu vertreiben.
Einwohner berichteten gegenüber "The Economist" über ihr schwindendes Sicherheitsgefühl, Perspektivlosigkeit und die Angst davor, ihre Heimat verlassen zu müssen. "Diejenigen, die Geld haben, versuchen, Immobilien in anderen russischen Regionen zu kaufen, und ziehen mit ihren Familien weg", so ein Bürger namensNikolai Chestiakov. Das Vertrauen in die eigene Armee schwindet. Trotzdem gibt es keine großen Proteste und nur wenige Menschen, die öffentlich Kritik äußern - offenbar aus Angst vor den Repressionen durch die staatliche Spionageabwehr.
Krim-Bewohner in Angst - es gibt Tote und Verletzte
Es gibt laut "The Economist" jedoch nicht überall auf der Krim eine negative Entwicklung. Geschäftsleute aus Handel und Hotelgewerbe freuen sich in der Eisenbahnstadt Dschankoi über die Anwesenheit von Militärangehörigen, die dort einen Stützpunkt für die Region Cherson errichtet haben. Allerdings starben in der Stadt zuletzt ebenfalls fünf Menschen, als eine ukrainische Drohne ein Wohnhaus traf. Mehrere Personen wurden verletzt.
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