Wladimir Putin im Ukraine-Krieg: Wie einst Adolf Hitler - das ist das wahre Kriegsziel des Kreml-Chefs
Dass Wladimir Putin seinen Ukraine-Krieg auch nach viereinhalb Jahren nicht beendet, liegt einem Historiker zufolge an einer tiefsitzenden Obsession, die den Kreml-Chef auf den Spuren Adolf Hitlers wandeln lässt. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin AP | Sergei Bobylev
Erstellt von Claudia Löwe
21.06.2026 11.14
- Wladimir Putin eifert Adolf Hitler und Josef Stalin ach
- Historiker ordnet Putins Besessenheit mit der Ukraine nach viereinhalb Kriegsjahren ein
- Diese tiefsitzende Angst des Kreml-Chefs löst Putins Obsession aus
Seitdem Wladimir Putin seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine begann, sind viereinhalb Jahre ins Land gezogen, in denen sich das russische Nachbarland mit allen Mitteln gegen die Armee des Kreml-Chefs zur Wehr setzt. Von einem Triumph an der Front ist Putin weiter meilenweit entfernt, was erneut die Frage aufwirft, welche Ziele der russische Präsident mit seiner "militärischen Spezialoperation" tatsächlich verfolgt. Ein Historiker wagt nun eine Analyse, die düstere Parallelen zu Diktatoren aus der Vergangenheit erkennen lässt.
Wladimir Putin und sein Ukraine-Krieg: Historiker erkennt beunruhigende Parallelen zu Adolf Hitler
Der Geschichtswissenschaftler Martin Schulze Wessel ordnet Putins Kriegsmotive im "Zeitreise"-Podcast der "Bild" ein. Das Fazit des Professors für osteuropäische Geschichte an der Uni München könnte beunruhigender kaum ausfallen: Der Kreml-Chef betrachte die Ukraine als existenzielle Angelegenheit für sein Reich. "Ich glaube in der Tat, dass Putin eine Ukraine-Obsession hat", erklärt der Osteuropa-Experte im Podcast. Wladimir Putin mache die Kontrolle über das Nachbarland zu einer Frage der nationalen Identität – ähnlich wie einst Adolf Hitler und Josef Stalin, die als Diktatoren in die Geschichte des 20. Jahrhunderts eingingen.
Wladimir Putin eifert Hitler und Stalin mit Ukraine-Besessenheit nach
Für die sowjetische Führung sei die Ukraine bereits von zentraler Bedeutung gewesen, wie Martin Schulze Wessel zu bedenken gibt. Als zweitgrößte orthodoxe slawische Bevölkerungsgruppe nach den Russen bildete sie ein wichtiges Gegengewicht zu den muslimischen und zentralasiatischen Völkern innerhalb der UdSSR. Hinzu kamen enorme Bodenschätze: Das Land beherbergte die größten Kohlevorkommen und bedeutende Eisenerzgebiete der Sowjetunion.
"Die Industrialisierungspläne waren ohne die Ukraine schwer vorstellbar", erläutert der Historiker weiter. Doch Stalin ging weit über die bloße Eingliederung hinaus: In den 1930er Jahren löste er eine künstlich herbeigeführte Hungerkatastrophe aus, die als Holodomor bekannt wurde und Millionen Ukrainern das Leben kostete. Das Ziel des Sowjet-Diktators sei gewesen, "die Ukraine zu zerstören, ihren nationalen Willen zu brechen", so der Historiker.
Adolf Hitler wollte die Ukraine ausbeuten - Putin will es dem Nazi-Diktator gleichtun
Anfang der 1940er Jahre geriet die Ukraine unter deutsche Besatzung, was umso bemerkenswerter ist, als dass Adolf Hitler in "Mein Kampf" das Land noch nicht einmal erwähnte. Erst kurz vor dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 formulierte er seine Absichten. "Man muss die Ukraine haben, um Hunger in Deutschland zu vermeiden", zitiert Schulze Wessel den Nazi-Diktator. Erneut wurde das Land als reiche Agrarregion betrachtet, die es zu beherrschen und auszubeuten galt. Der Hungertod unzähliger Ukrainer war dabei bewusst einkalkuliert. Nach Kriegsende fiel die Ukraine wieder an Russland. Die Sowjetführung verfolgte das Ziel einer einheitlichen sowjetischen Nation. Russen wurden gezielt in ukrainischen Industriegebieten angesiedelt, Ukrainer nach Sibirien umgesiedelt. Diese Bevölkerungspolitik sollte den ukrainischen Nationalstaat dauerhaft schwächen.
Historiker ordnet ein: So tief sitzt Wladimir Putins Existenzangst um das russische Imperium
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und einer Phase relativer Ruhe startete Putin 2014 seinen Angriff auf die Ukraine. Die Beweggründe reichen laut Schulze Wessel tiefer als bloßer Expansionsdrang: "Er stilisiert sie zu einer Frage von Sein und Nichtsein des russischen Imperiums und auch der russischen Nation", analysiert der Osteuropa-Experte. Zwar strebe Putin generell danach, Russlands Einfluss auszuweiten – nach Zentralasien, Südosteuropa und möglicherweise auch Nordosteuropa. Doch bei der Ukraine handle es sich um einen Sonderfall.
Der Kreml-Chef verknüpfe die Zugehörigkeit des Nachbarlandes zu seinem Reich mit der russischen Identität selbst. Eine unabhängige Ukraine erscheint ihm offenbar als Bedrohung für das Selbstverständnis seines Landes.
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