Donald Trump: "Fehler passieren eben" - US-Präsident wiegelt Todes-Angriff ab
US-Präsident Trump hat erstmals die Verantwortung für den Angriff auf die iranische Grundschule eingeräumt, bei dem mindestens 175 Menschen starben. Bild: picture alliance/dpa | Ansgar Haase
Erstellt von Claudia Löwe
18.06.2026 09.12
- Donald Trump räumt US-Verantwortung für Todes-Angriff auf Grundschule ein
- Mädchenschule bombardiert: US-Marschflugkörper töten mindestens 175 Menschen in Minab (Iran)
- Führte eklatantes Versagen im US-Geheimdienst zum tödlichen Luftschlag?
Als Donald Trump Ende Februar 2026 US-Streitkräfte zur Unterstützung israelischer Luftangriffe gegen den Iran entsandte und damit den Iran-Krieg vom Zaun brach, überschlugen sich die Schlagzeilen. Eine der bedrückendsten Meldungen datierte auf den 28. Februar 2026, als US-amerikanische Marschflugkörper die "Shajareh Tayyebeh"-Grundschule für Mädchen in der südiranischen Küstenstadt Minab traf und in Schutt und Asche legte. Berichten zufolge kamen bei dem Luftangriff mindestens 175 Menschen ums Leben, die meisten davon Kinder.
"Fehler passieren": Donald Trump hakt tödlichen Angriff auf iranische Mädchenschule schulterzuckend ab
Jetzt, knapp vier Monate nach dem tödlichen Angriff auf die iranische Grundschule, hat US-Präsident Donald Trump erstmals eingeräumt, dass amerikanische Raketen für den Tod zahlreicher Menschen bei einem Angriff auf eine iranische Grundschule verantwortlich waren. Vor seiner Abreise zum G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains erklärte der 80-Jährige gegenüber Journalisten schulterzuckend: "Das ist eine merkwürdige Frage. Es ist schon so lange her. Fehler passieren. Krieg ist grausam." Im gleichen Atemzug wies Donald Trump jedoch jede Absicht zurück: "Niemand hat das absichtlich getan."
“No. Mistakes are made. War is nasty.”
— American Bridge 21st Century (@American_Bridge) June 17, 2026
WOW. Trump won't guarantee that the people responsible for bombing a school and killing over 100 innocent children will be punished. pic.twitter.com/naec23QR61
US-Untersuchung zu tödlichem Luftangriff in Minab
Der Vorfall wird nach Angaben des Präsidenten weiterhin vom Pentagon untersucht. Auf Nachfragen zu möglichen Veröffentlichungen der Untersuchungsergebnisse verwies Trump an Verteidigungsminister Pete Hegseth.
Mehr als 100 Tage nach der Tragödie dauern die Ermittlungen des US-Verteidigungsministeriums an. Der Leiter des US-Zentralkommandos bezeichnete die Untersuchung zuletzt als "komplex", da sich die Bildungseinrichtung auf dem Gelände einer aktiven iranischen Raketenbasis befunden habe. Die Ermittlungen stünden jedoch kurz vor dem Abschluss. Archivierte Versionen der Schulwebseite belegen, dass das Gebäude direkt neben einer Anlage der Revolutionsgarden lag.
US-Raketen zerstören Grundschule - schweres Geheimdienst-Versagen als Ursache?
Hinter verschlossenen Türen hatten Vertreter des US-Militärs gegenüber der "New York Times"schon vor Trumps Äußerung eingestanden, dass amerikanische Streitkräfte die Angriffe ausführten. Sie sprachen von einem schwerwiegenden Geheimdienstversagen. Eine interne Überprüfung ergab demnach, dass die zuständigen Militärangehörigen bei der Zielauswahl auf Aufnahmen zurückgriffen, die seit sieben Jahren nicht mehr aktualisiert worden waren. Auf diesem veralteten Material war keine Schule zu erkennen. Das Schulgebäude befand sich unmittelbar neben einem Marinestützpunkt der iranischen Revolutionsgarden – der Standort gehörte ursprünglich sogar zu dieser Militäranlage. Aufmerken lässt der Umstand, dass mindestens zwei an der Bewertung beteiligte Personen offenbar wussten, dass ein Gebäude auf dem Gelände zu einer Schule umfunktioniert worden war. Diese Information erreichte die für die Zielauswahl Verantwortlichen jedoch nie.
Mindestens 175 Tote bei Luftangriff in Minab - Donald Trump schob dem Iran die Schuld in die Schuhe
Die Tragödie von Minab stellt den folgenschwersten zivilen Vorfall durch US-Streitkräfte seit 1991 dar. Damals tötete ein amerikanischer Tarnkappenbomber mehr als 400 Menschen in einem Luftschutzbunker in Bagdad – vorwiegend Frauen, Kinder und ältere Iraker.
Bei dem Angriff auf die iranische Mädchenschule in Minab kamen dutzende Schülerinnen bereits durch den ersten Raketenschlag ums Leben. Ein zweiter Angriff, vom Militär als "Double Tap" bezeichnet, forderte weitere zahlreiche Opfer. Auswertungen von Bildmaterial durch die "New York Times" zeigen, dass mehrere Präzisionsschläge neben der Schule auch mindestens sechs Gebäude der Revolutionsgarden trafen. Donald Trump hatte zunächst ohne Belege behauptet, der Iran selbst sei für den Angriff verantwortlich.
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