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Massiver Drohnenangriff: Video zeigt Rauchwolke in Moskau - Ukraine schlägt zurück

Im Osten Moskaus brach ein Feuer aus. Zuvor hat die Ukraine mit Gegenangriffen reagiert. Bild: picture alliance/dpa | André Ballin

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  • Schwerster Ukraine-Angriff auf Moskau seit einem Jahr
  • Mehrere Tote nach Drohnenschlag
  • Sie liegt neben dem Kreml: Ölraffinerie im Visier
  • Selenskyj verteidigt die Gegenschläge

Wladimir Putins Krieg in der Ukraine weitet sich längst bis in Russlands Landesinnere aus. Die Ukraine hat in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai nahe Moskau Gegenangriffe gestartet. Es ist die schwerste Attacke auf die russische Hauptstadt seit einem Jahr, berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. Dabei wurde eine Ölraffinerie in der Nähe des Kremls zum Ziel. Die Anlage galt bislang als schwer zu erreichen.

Ukraine schlägt zurück: Schwerer Drohnenangriff auf Moskau

Bei der Mission mit mehr als 100 Drohnen sind nahe Moskau nach Angaben russischer Behörden mindestens drei Menschen getötet worden. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets Andrej Worobjow sprach auch von fünf Verletzten, nachdem im Zuge der Angriffe zahlreiche Wohnhäuser beschädigt worden seien. In Moskau berichtete Bürgermeister Sergej Sobjanin von zwölf Verletzten beim Angriff auf eine Ölraffinerie. Getroffen worden seien Bauarbeiter nahe der Anlage, das Werk selbst sei technisch weiter intakt.

Nach Angaben von "Kyiv Post" bestätigte der MoskauerBürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte, dass die Ölraffinerie im Bezirk Kapotnja das Hauptziel war. Der Ukraine gelang ein direkter Treffer, wodurch es zu einer Explosion kam. Der Ukraine gelang somit ein Schlag gegen Russlands Energieversorgung.

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj rechtfertigt Gegenschläge

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gegenschläge mit Drohnen gegen Moskau und die Hauptstadtregion als "völlig gerechtfertigt" bezeichnet. Es handele sich um die Reaktion des Landes auf den andauernden russischen Angriffskrieg, teilte der Staatschef bei Telegram mit. Er veröffentlichte auch ein Video mit einer großen Rauchwolke in der Ferne – als angeblichen Beweis für die folgenreichen Angriffe nahe Moskau.

Großbrand in Moskau: Video zeigt riesige Rauchwolke

Auf der Plattform X verbreitete Aufnahmen zeigen, wie eine riesige Rauchwolke neben einer Brücke vorbeizieht, auf der Autos entlangfahren. Die geschwärzte Luft breitet sich dabei aus und es blitzen immer wieder Flammen durch. Die Medienplattform Noelreports schreibt dazu: "Ein großer Brand brach im Osten Moskaus aus. Anwohner berichteten, dass sie vor der Ausbreitung der Flammen eine Explosion gehört hatten. Dichter schwarzer Rauch begann, über nahegelegene Wohngebiete zu ziehen, während die genaue Ursache des Feuers unklar bleibt."

Russlands Verteidigungsministerium über massiven Abschuss von Drohnen

Das russische Verteidigungsministerium behauptete am Morgen, in verschiedenen Regionen 586 Drohnen abgeschossen zu haben. Das wäre eine überdurchschnittlich hohe Zahl. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar. Allein in Moskau berichtete Bürgermeister Sobjanin in seinem Telegram-Kanal von mehr als 120 abgeschossenen Flugobjekten.

In Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine starb laut örtlichen Medien ein Mann in einem Lastwagen, als das Fahrzeug von einer Drohne getroffen wurde. Eine offizielle Bestätigung der Behörden gab es zunächst nicht.

Ukraine überwindet Moskaus Luftschutz

Russland sichert seine Hauptstadt mit einem Luftabwehrsystem. Doch die Ukraine kam dennoch hindurch. "Die Konzentration der russischen Luftabwehr in der Region Moskau ist am größten. Aber wir überwinden sie", sagte Selenskyj. Die ukrainischen weitreichenden Drohnen hätten Ziele in 500 Kilometer Entfernung von der Staatsgrenze der Ukraine erreicht. "Wir sagen den Russen ganz klar: Ihr Staat muss diesen Krieg beenden", sagte er weiter. "Die ukrainischen Hersteller von Drohnen und Raketen setzen ihre Arbeit fort." Der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) berichtete über die getroffenen Ölanlagen. Sie schrieben: "Diese Angriffe zeigen, dass selbst die streng bewachte Region Moskau nicht sicher ist."

Ukraine wehrt sich gegen Putins Militärinvasion

Damit macht er deutlich, was die Ukraine seit Längerem verfolgt: Schläge auf russisches Territorium. Damit reagiert das ukrainische Militär auf die seit über vier Jahren andauernden Angriffe aus Russland. Wenige Tage vor den großangelegten Drohnenschlägen attackierte die Ukraine Flugzeuge und andere Kampfmittel des russischen Militärs.

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/news.de/dpa

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