Ukraine-Krieg aktuell: Putins Militär geschwächt - Militärexperte warnt vor scheiternder Offensive
Zunehmende Verluste und Probleme an der Front: Putins Militär strauchelt an der Front. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Valeriy Sharifulin
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme
17.04.2026 17.54
- Putins Militär zunehmend instabiler im Ukraine-Krieg
- Militärische Kapazitäten sind erschöpft, wodurch Russlands Armee laut Chuck Pfarrer Probleme bekommen könnte
- Militärexperte rechnet mit einer Niederlage für die Offensive des Kremlchefs
Für Putins Armee läuft es im Ukraine-Krieg schlecht. Zunehmende Verluste verdeutlichen einen Knackpunkt: Russlands Militärkapazitäten erreichen eine kritische Grenze. Die Schwächen werden immer deutlicher.Der frühere Navy Seal Chuck Pfarrer prognostiziert in einem Interview mit Jason Smart für "Kyiv Post" das Scheitern der Offensive.
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Ukraine-Krieg aktuell: Putins Armee verzeichnet enorme Verluste
Putins Armee schreibt an vielen Stellen rote Zahlen. Zusammengenommen belasten die Misserfolge das russische Militär enorm. Das zeigt sich bei den personellen Verlusten. Im ersten Quartal hätte Russland 110.000 Militärmitglieder verloren. Insgesamt stieg die Zahl laut Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums auf über 1,3 Millionen Menschen, die im Kampf verwundet oder getötet wurden (Stand: 17. April). Alleine in Pokrowsk kosteten die Kämpfe tausenden Soldaten das Leben.
Schwächen in Russlands Armee: Ausbleibende Geländegewinne, hohe Personalkosten
Einen ähnlich rapiden Anstieg sieht Pfarrer auch in anderen Bereichen. Während die Geländegewinne klein bleiben, erhöhen sich die Ausgaben pro Quadratmeter ins Unermessliche. Pfarrer macht es an einem Beispiel deutlich. Sie hätten die Fläche von Fresno in Kalifornien erobert. Die Fläche der US-Stadt macht etwa 271,4 Quadratkilometer aus. Das sei kein Sieg, erklärt der frühere Navy Seal. Gleichzeitig zeigt sich ein rapider Absturz bei den Bemühungen, Gelände in der Ukraine einzunehmen. Während die russische Armee im Januar 2026 noch 319 Kilometer einnahm, sanken die Zahlen im Februar auf 123 Kilometer. Im März folgte der bisherige Tiefpunkt. In diesem Monat waren es 23 Kilometer. "Das ist ein Einbruch um 93 Prozent in nur zwei Monaten", erklärt Smart und beruft sich auf Statistiken. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Waffen und Artillerie deutlich an. Alleine die Personalkosten erhöhten sich um etwa 556 Prozent.
Putin gehen die Panzer aus
Daneben kann sich Putin nicht als Landmacht positionieren. Russland würden die Panzer ausgehen. Im Bestand gab es keine T-80-Panzer und nur wenige T-72 Panzer. Diese Situation beschreibt Pfarrer als unhaltbar. Es fehlt dem russischen Militär an allen Ecken und Enden. Gerade beim Personal fehlt es an Rekruten. Wenn sie welche finden, seien diese nicht qualifiziert, was sie zu leichten Zielen mache, erklärt Pfarrer. Hinzu kommt eine militärische Struktur, die Soldaten in die Flucht treibt.
Militärexperte warnt vor einer Niederlage der russischen Offensive
Zudem offenbaren die Schilderungen eine zunehmende strategische Schwäche, da Russland fast seine gesamten Ressourcen in der Ukraine aufbraucht und dadurch global an Einfluss verliert. Letztlich prognostiziert der Militärexperte mit Hinblick auf die Sommeroffensive ein Scheitern der russischen Offensive, da die strukturelle Instabilität der Armee gegen die flexiblen Gegenangriffe der Ukrainer nicht standhalten kann. Diese Sommeroffensive werde enttäuschender als die letzte, prognostiziert Pfarrer. Russlands Militär kämpft gegen eine ukrainische Streitmacht, die auf moderne Kampfmittel setzt. Drohnen und Roboter kommen zum Einsatz. Das ermöglicht ihnen Erfolge an der Front. "So wird der Sommer aussehen: Gegenschläge als Schläge von Putin", vermutet Pfarrer.
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