Politik

Joschka Fischer: Scharfer Angriff auf Friedrich Merz - Ex-Außenminister wird deutlich

Fischer mit Klartext im ZDF: "So kann Deutschland nicht weitermachen" Bild: picture alliance/dpa | Jonas Walzberg

  • Artikel teilen:
  • Fischer kritisiert politische Kommunikation von Friedrich Merz
  • Europa müsse sich sicherheitspolitisch neu aufstellen
  • Ex-Außenminister warnt vor wirtschaftlichem Absturz Deutschlands

Mehr News zum politischen Tagesgeschehen finden Sie am Ende des Textes.

Im ZDF-Talk "Markus Lanz" hat sich der frühere Außenminister Joschka Fischer (78, Grüne) ungewöhnlich deutlich zur internationalen Lage und zur deutschen Politik geäußert. Im Mittelpunkt seiner Analyse standen dabei die USA unter Donald Trump, Russlands Kurs unter Wladimir Putin und die Rolle von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Der Ton: nüchtern, aber alarmierend.

Joschka Fischer: "Ich bin heilfroh, damit nichts mehr zu tun zu haben"

Als das Gespräch auf Donald Trump kommt, reagiert Fischer laut "Bild" zunächst ausweichend. Eine direkte Bewertung des US-Präsidenten vermeidet er bewusst. Stattdessen macht er deutlich, wie sehr die Weltpolitik seiner Ansicht nach von einzelnen Akteuren abhängt: Entscheidungen aus Washington hätten unmittelbare Folgen für Europa und Deutschland. Für Fischer steht fest, dass die USA unter Trump eine andere außenpolitische Richtung eingeschlagen haben. Eine Entwicklung, die er als Bruch mit bisherigen sicherheitspolitischen Gewissheiten beschreibt.

Joschka Fischers Kritik an Merz: Worte mit internationaler Wirkung

Besonders deutlich wird Fischer dann bei der Bewertung des aktuellen Bundeskanzlers. Hintergrund ist eine öffentliche Äußerung von Friedrich Merz in einer Schulklasse, die international politische Reaktionen ausgelöst haben soll. Fischer betont, dass ein Kanzler nicht nur privat spreche, sondern als Repräsentant des Staates. Nach seiner Einschätzung können solche Aussagen außenpolitische Konsequenzen nach sich ziehen. Die Wirkung politischer Kommunikation sei heute unmittelbarer denn je.

Europa allein? Joschka Fischer sieht neue Sicherheitslage

Mit Blick auf die transatlantischen Beziehungen zeichnet Fischer ein ernüchterndes Bild. Die bisherige Sicherheitsarchitektur sei ins Wanken geraten. Europa müsse sich stärker auf eigene Fähigkeiten verlassen, so seine Analyse. Auch das Thema nukleare Abschreckung spricht er an. Sollte sich die amerikanische Schutzfunktion weiter zurückziehen, müsse Europa strategisch reagieren. Ein nationaler Alleingang Deutschlands komme für ihn jedoch nicht infrage.

Warnung vor Russland: "Er wird weitermachen"

Deutlich wird Fischer auch beim Blick auf Russland. Wladimir Putin verfolge eine langfristige Strategie, die über den Ukraine-Krieg hinausreiche. Sollte Russland dort militärisch erfolgreich sein, könne sich die Lage weiter nach Westen verschieben, warnt er. Dabei verweist Fischer nicht nur auf den Präsidenten selbst, sondern auf das gesamte sicherheitspolitische System Russlands, das aus seiner Sicht auf Konfrontation ausgerichtet sei.

Joschka Fischer: Harte Prognose für Deutschland

Am Ende seines Auftritts findet Fischer klare Worte zur innenpolitischen Lage. Deutschland stehe vor erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Ohne grundlegende Kurskorrekturen drohten strukturelle Probleme. Von Bundeskanzler Merz erwartet er deshalb vor allem Führung und klare Kommunikation. Politik müsse wieder erklären, entscheiden und Verantwortung sichtbar übernehmen.

Mehr News zum politischen Tagesgeschehen finden Sie hier:

/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.