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Friedrich Merz: AfD-Beben erschüttert - Kanzler kämpft mit historischem Tiefstand

Friedrich Merz kämpft mit sinkenden Umfrage-Werten.  Bild: dpa/Michael Kappeler

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  • AfD überholt erstmals die CDU/CSU – Politbarometer-Umfrage sorgt für Aufsehen
  • Kanzler Friedrich Merz unter Druck: Zustimmung bricht deutlich ein
  • SPD im freien Fall – schwarz-rote Koalition verliert ihre Mehrheit
  • Scharfe Kritik an Regierung: Energiepolitik sorgt für Unmut

Die AfD erreicht im aktuellen ZDF-"Politbarometer" einen historischen Höchststand und überholt erstmals die Union, berichtet das ZDF. Der Vorsprung ist zwar knapp, dennoch sieht sich Bundeskanzler Friedrich Merz einem historischen Tiefstand entgegen. Mit 26 Prozent liegt die AfD einen Prozentpunkt vor der CDU/CSU, die im Vergleich zu Ende März einen Punkt einbüßte.

Umfrage-Knall beim ZDF-Politbarometer - schwarz-rote Koalition verliert Mehrheit

Für die SPD bedeutet die Erhebung einen weiteren Rückschlag: Die Sozialdemokraten rutschen auf zwölf Prozent ab – ihr niedrigster Wert in dieser Umfrage überhaupt. Die schwarz-rote Koalition würde damit ihre parlamentarische Mehrheit verlieren.

Die Grünen kommen auf 14 Prozent, während die Linke auf elf Prozent zulegt. Die FDP erreicht drei Prozent und wurde erstmals seit Monaten wieder einzeln ausgewiesen. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für die repräsentative Erhebung zwischen dem 14. und 16. April insgesamt 1.355 Wahlberechtigte.

Vertrauen in die Regierung von Friedrich Merz auf historischem Tiefpunkt

Die Zufriedenheit mit dem Kabinett von Friedrich Merz ist dramatisch eingebrochen. Waren Ende März noch 34 Prozent der Befragten mit der Regierungsarbeit zufrieden, sind es jetzt nur noch 27 Prozent – ein Negativrekord seit Amtsantritt. Gleichzeitig stellen 63 Prozent der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus.

Bundeskanzler im Sinkflug - Wähler:innen unzufrieden mit Friedrich Merz

Auch der Kanzler persönlich verliert massiv an Rückhalt: 65 Prozent bewerten seine Arbeit negativ, Ende März waren es noch 57 Prozent. Lediglich 30 Prozent attestieren ihm gute Leistungen – überwiegend Anhänger der Unionsparteien.

Schlechtes Zeugnis für die schwarz-rote Koalition

Besonders verheerend fällt das Urteil über die Koalitionsarbeit aus. Nur 18 Prozent halten die Zusammenarbeit innerhalb der Regierung für gut, während 73 Prozent sie als schlecht wahrnehmen. Rund drei Viertel der Befragten erwarten zudem keinen wichtigen Beitrag der Bundesregierung zur Lösung der aktuellen Probleme.

Entlastungspaket fällt bei Bürgern durch

Die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die steigenden Energiekosten stoßen auf breite Ablehnung. Rund 80 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass das Kabinett nicht ausreichend gegen die Preisexplosion vorgeht.

Beim Tankrabatt zeigt sich die Bevölkerung gespalten. Allerdings glauben etwa neun von zehn Befragten, dass die Mineralölkonzerne die Vergünstigung nicht an die Verbraucher weitergeben. Die Krisenprämie von 1.000 Euro findet hingegen eine knappe Mehrheit.

Auch die einzelnen Minister ernten harsche Kritik. Finanzminister Lars Klingbeil erhält von 58 Prozent schlechte Noten, nur 29 Prozent bewerten seine Arbeit positiv. Noch schlechter schneidet Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ab: Lediglich 19 Prozent attestieren ihr gute Leistungen, während 64 Prozent unzufrieden sind.

Auch andere Institute sehen AfD vorn

Die Forschungsgruppe Wahlen steht mit ihren Ergebnissen nicht allein. Auch YouGov, Insa und Forsa messen die AfD derzeit als stärkste politische Kraft in Deutschland. Bei Insa und Forsa fällt der Vorsprung allerdings knapper aus.

Den deutlichsten Abstand ermittelt YouGov: Dort erreicht die AfD 27 Prozent und legt im Vergleich zum Vormonat einen Punkt zu. Die Union sackt hingegen um drei Prozentpunkte auf 23 Prozent ab.

Grundsätzlich gilt bei Wahlumfragen Vorsicht: Nachlassende Parteibindungen und kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Instituten die Gewichtung ihrer Daten. Die Erhebungen bilden lediglich die aktuelle Stimmungslage ab und stellen keine Prognosen für tatsächliche Wahlergebnisse dar.

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