Wladimir Putin: Sie sprechen bereits vom Ende - Russen-Blogger attackieren Kremlchef nach Fiasko
Wladimir Putin sieht sich Kritik von russischen Bloggern ausgesetzt. Bild: picture alliance/dpa/Russian Presidential Press Service via AP | Uncredited
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
09.01.2026 07.51
- Wladimir Putin kritisiert von Kreml-Bloggern
- Wladimir Putin attackiert für versenkte Milliarden
- Westliche Strategie gegen Wladimir Putins Verbündete
- Blogger fällt vernichtendes Urteil über Putin-Engagement
- Wladimir Putin soll Ukraine-Krieg ohne Niederlage beenden
Der Sturz von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro sorgt in Russland für heftige Turbulenzen - und die schärfste Kritik kommt ausgerechnet aus dem eigenen Lager. Einflussreiche Militärblogger und nationalistische Kommentatoren aus dem putintreuen Milieu werten den Machtwechsel in Caracas als schwere strategische Niederlage für den Kremlchef.
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Wladimir Putin kritisiert von Kreml-Bloggern
Besonders bemerkenswert: Die sogenannten Z-Blogger, die auf Telegram aktiv sind und Wladimir Putins Krieg gegen die Ukraine grundsätzlich unterstützen, rechnen offen mit Moskaus Außenpolitik ab. Sie prangern milliardenschwere Fehlinvestitionen an, beklagen verschwendete Ressourcen und sehen Russlands geopolitisches Gewicht dramatisch schwinden.
Die Kritik trifft den Kreml an einem empfindlichen Punkt - denn sie kommt nicht von westlichen Beobachtern, sondern aus den eigenen Reihen der Kriegsbefürworter.
Wladimir Putin attackiert für versenkte Milliarden
Besonders hart ins Gericht geht der Publizist Maxim Kalaschnikow mit der Kreml-Führung.
- Für ihn markiert Maduros Fall "den Zusammenbruch der langjährigen, PR-getriebenen Außenpolitik der russischen Führung".
- Die jahrelangen Investitionen in Venezuela bezeichnet er als spektakuläre Fehlentscheidung: "Werfen wir einfach 20 Milliarden Dollar in das 'schwarze Loch' eines rohstoffgetriebenen Pseudo-Sozialismus in Venezuela - Geld, das niemals zurückkommt."
Moskaus Außenpolitik habe wie ein Feuerwerk funktioniert - lautstark und eindrucksvoll, aber ohne bleibenden Effekt.
- Statt die heimische Wirtschaft zu stärken, seien Milliarden in ferne Projekte geflossen, etwa nach Syrien oder in den Sudan, wo Russland Marinestützpunkte errichte, "für die es nicht einmal eine Marine gibt".
Kalaschnikow spricht vom "Herbst des Patriarchen" - eine unmissverständliche Anspielung auf Putins schwindende Macht. Sein Urteil: "All das endete in einem vorhersehbaren Fiasko."
Westliche Strategie gegen Wladimir Putins Verbündete
Der Blogger "Ghost of Novorossiya" sieht in Maduros Sturz kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer Serie geopolitischer Rückschläge für Russland. Ende 2024 kollabierte das Assad-Regime in Syrien, im Sommer 2025 schwächten US-israelische Angriffe den Iran erheblich - und nun Venezuela.
Dahinter vermutet der Kommentator ein systematisches Vorgehen des Westens:
- Schwächere Verbündete Moskaus würden gezielt unter Druck gesetzt, um Russland und China zurückzudrängen, ohne eine direkte Konfrontation der Großmächte zu riskieren.
- Ähnliche Entwicklungen hält er auch auf dem afrikanischen Kontinent für möglich.
Auf Telegram konstatiert der Blogger, die USA hätten der Welt demonstriert, "wie man mit gezielten Spezialoperationen einen Regimewechsel herbeiführt".
Blogger fällt vernichtendes Urteil über Putin-Engagement
Auch der Blogger Alexander Kartawych fällt ein vernichtendes Urteil über Russlands Venezuela-Engagement. Das südamerikanische Land sei wirtschaftlich am Ende gewesen und habe nicht einmal seine eigenen Sicherheitskräfte bezahlen können. Die russischen Kredite an Caracas vergleicht er mit einer absurden Vorstellung:
- "Man hätte genauso gut einem Obdachlosen Geld als 'Investition' geben können – und hoffen, dass er es nicht versäuft, sondern eines Tages alles zurückzahlt."
Noch schonungsloser analysiert der Telegram-Kanal der Russischen Volksmiliz die Lage. Auf die Frage, warum Moskau seinem strategischen Partner nicht beigesprungen sei, liefert er eine ernüchternde Antwort:
- "Russland ist längst nicht mehr in der Lage, irgendwem in Amerika, Afrika oder im Nahen Osten zu helfen."
- Über das Schicksal früherer Verbündeter heißt es zynisch: "Baschar al-Assad sitzt heute in Moskau vor dem Fernseher - und kann froh sein, dass er rechtzeitig geflohen ist."
Wladimir Putin soll Ukraine-Krieg ohne Niederlage beenden
Besonders bezeichnend für die Stimmung im Kreml-treuen Lager: Die Russische Volksmiliz betrachtet mittlerweile selbst ein Remis im Ukraine-Krieg als Erfolg. Moskau müsse sich darauf konzentrieren, den Konflikt ohne eindeutige Niederlage zu beenden - ambitioniertere Ziele seien nicht mehr realistisch.
Städte wie Kiew, Charkiw oder Odessa gelten in diesen Kreisen längst als unerreichbar. Stattdessen solle der Kreml alle Kräfte darauf verwenden, wenigstens den verbliebenen Teil des Donbas zu sichern. Das Ziel: am Ende zumindest einen Teilerfolg vorweisen zu können.
Für Beobachter, die sich an die ursprünglichen Kriegsziele erinnern, klingt das nach einer dramatischen Kurskorrektur.
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