Topmanagerinnen holen auf: Managerinnen verdienen mehr - Abstand fast aufgeholt

Frauen sind in den Vorständen von Börsenkonzernen in der Minderheit, aber längst keine Ausnahme mehr. Und sie werden mehr. Positiv ist auch die Entwicklung bei der Bezahlung,

Erstellt von - Uhr

Aktuelle Börsen-Nachrichten auf news.de (Symboldbild). (Foto) Suche
Aktuelle Börsen-Nachrichten auf news.de (Symboldbild). Bild: Adobe Stock / insta_photos

Die Top-Managerinnen der wichtigsten deutschen Börsenkonzerne haben 2025 mehr verdient und haben fast zu ihren männlichen Kollegen aufgeschlossen. Weibliche Vorstandsmitglieder - Vorstandschefs ausgeschlossen - im Dax, MDax und SDax bekamen im vergangenen Jahr durchschnittlich 2,20 Millionen Euro. "Das sind 2,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor", berichtet die Beratungsgesellschaft EY in einer Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die männlichen Kollegen kamen auf 2,23 Millionen Euro, knapp zwei Prozent weniger als im Vorjahr. "Der Abstand ist damit von 121.000 Euro auf 26.000 Euro geschrumpft."

Zugleich zählte EY "noch nie so viele Frauen in den Vorständen" wie 2025. Demnach waren im vorigen Jahr 101 weibliche Vorstandsmitglieder das gesamte Geschäftsjahr im Amt: 50 im Dax, 30 im MDax und 21 im SDax. Ein Jahr zuvor waren es 88, 2013 erst 33. Damit sei inzwischen gut jedes vierte untersuchte Vorstandsmitglied eine Frau.

Vergütung hängt "weniger vom Geschlecht" ab

"Frauen im Vorstand sind inzwischen keine Ausnahme mehr. Das wirkt sich auch auf die Gehälter aus", resümiert EY-Partner Jens Massmann. "Vor einigen Jahren gab es nur wenige Vorständinnen, und einzelne hohe Gehälter haben den Durchschnitt stark beeinflusst", so der Vergütungsexperte. "Heute ist die Gruppe deutlich größer. Die Vergütung hängt deshalb stärker von Ressort, Erfahrung und Unternehmensgröße ab und weniger vom Geschlecht."

Unterschiede bei Dax, MDax und SDax

Allerdings registrierten die EY-Experten deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Börsensegmenten. Bei den ordentlichen Dax-Vorstandsmitgliedern holten die Frauen deutlich auf. Ihre Vergütung stieg um gut vier Prozent auf 3,04 Millionen Euro. Bei den Männern ging sie leicht auf 3,33 Millionen Euro zurück (minus 1,4 Prozent), so dass sich der Abstand von 455.000 Euro auf 284.000 Euro verringerte. "Mit rund 30 Prozent ist der Frauenanteil in den Dax-Vorständen weiterhin klar höher als in MDax und SDax. 2013 saßen in den Dax-Vorständen gerade einmal 13 Frauen, die das ganze Jahr im Amt waren, 2025 waren es 50."

In den beiden kleineren Indizes gehe die Entwicklung in die andere Richtung. Im MDax stieg die Vergütung männlicher Vorstandsmitglieder EY zufolge um acht Prozent auf 1,89 Millionen Euro. Bei den Frauen betrug das Plus vier Prozent auf 1,59 Millionen Euro. "Die Lücke wuchs damit von 211.000 auf 295.000 Euro. Gleichzeitig stieg der Frauenanteil in den MDax-Vorständen spürbar, von 23 auf 28 Prozent."

Im SDax legten demnach die Gehälter beider Gruppen kräftig zu: bei den Männern um zwölf Prozent auf 1,22 Millionen Euro, bei den Frauen um elf Prozent auf 1,07 Millionen Euro. "Der Abstand stieg leicht von 134.000 auf 155.000 Euro. Mit rund 18 Prozent ist der Frauenanteil im SDax am niedrigsten."

Laut Massmann kommen in den beiden Segmenten unterhalb des Dax viele Frauen gerade erst in den Vorstand. "Wer neu bestellt wird, steigt in der Regel mit einem niedrigeren Gehalt ein als Kolleginnen und Kollegen, die schon länger im Amt sind. Weil die Gruppen dort noch relativ klein sind, beeinflussen einzelne Neubesetzungen den Durchschnitt stark. Langfristig rechne ich auch dort mit einer Annäherung, so wie wir sie im Dax bereits sehen."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Wirtschaft":

/roj/news.de