Aktienmärkte: Weiterer Dax-Anstieg hängt an US-Wahlen und -Jobdaten
Neben den Midterms stehen am Freitag wichtige US-Jobdaten an. Auch die Berichtssaison großer deutscher Unternehmen läuft weiter – welche Entwicklungen könnten dem Dax die Richtung weisen?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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In der neuen Woche dürften insbesondere die US-Zwischenwahlen (Midterms) die jüngste Erholung des Dax auf die Probe stellen. Denn sie könnten sich wegen der Furcht vor einer Eskalation des Iran-Krieges unmittelbar auf die Ölpreise und damit auf die Inflationserwartungen auswirken.
Darüber hinaus haben sowohl die laufende Berichtssaison der Unternehmen als auch frische Konjunkturdaten wie der wichtige US-Arbeitsmarktbericht am Freitag das Zeug, die Richtung des deutschen Leitindexes mitzubestimmen.
In der zurückliegenden Woche konnte der Dax ein Plus von 2,5 Prozent verbuchen, trotz eines Dämpfers am Freitag. Da schloss der Index 0,85 Prozent im Minus bei 25.818,21 Punkten, nachdem er tags zuvor das höchste Niveau seit Anfang September erreicht hatte.
Die Amerikaner entscheiden am Dienstag, wer künftig Präsident Donald Trump kontrolliert und über Gesetze sowie Staatsausgaben mitbestimmt. Gewählt werden alle Mitglieder des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel der Senatoren. Zusammen bilden beide Kammern den Kongress.
Aktuell haben die Republikaner in beiden Kammern die Mehrheit. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobern. Im Senat könnten sie künftig ebenfalls die Richtung bestimmen, auch wenn das Rennen dort wohl deutlich knapper ausfallen dürfte.
Furcht vor weiter steigenden Ölpreisen
"Für die Börsen werden der Ausgang der Midterms und die Frage, wie Donald Trump darauf reagiert, entscheidend", sagte Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Nachdem Trumps Republikaner mindestens die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren dürften, könnte der Präsident dem Experten zufolge als erste "Lame Duck"-Reaktion das Wahlergebnis infrage stellen beziehungsweise nicht akzeptieren, verstärkt auf Verordnungen zum Regieren setzen oder schnell handeln, etwa mit neuen Angriffen auf den Iran.
Ähnliches befürchtet auch Aktienanalyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg: "Ein erneuter US-Militärschlag nach den Midterms würde im wahrsten Sinne des Wortes weiteres Öl ins Feuer gießen." Entsprechende Befürchtungen haben die Ölpreise bereits zuletzt angetrieben.
Beruhigung an Anleihemärkten
Positiv schlägt laut Streich zu Buche, dass die Anleiherenditen jüngst wieder etwas von ihren hohen Niveaus zurückgekommen seien. Anleger französischer Staatsanleihen hatten zuletzt wegen der eskalierenden Haushaltskrise sowie den damit verbundenen sozialen Unruhen eine höhere Risikoprämie verlangt.
Zuletzt jedoch sorgte an den Märkten für Beruhigung, dass die Ratingagentur Moody's nicht wie befürchtet die Kreditwürdigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone herabgestuft hatte.
Mit Blick auf Konjunkturdaten stehen am Montag Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe in China und den Vereinigten Staaten im Fokus. Am Freitag nehmen die Anleger die Daten zum US-Jobmarkt unter die Lupe.
US-Jobdaten für Börse wichtig
Für die Börse sind die Jobdaten wichtig, da sie von der US-Notenbank stark beachtet werden. Denn die Fed soll sowohl für stabile Preise als auch für Vollbeschäftigung sorgen. Dabei gilt zu beachten, dass ein starker Arbeitsmarkt zwar die US-Wirtschaft als ganzes antreibt, aber über den Lohndruck auch für eine zu hohe Teuerung sorgen kann.
Hierzulande beschäftigt die Anleger ab Dienstag auch die Berichtssaison. An diesem Tag legen unter anderem der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer und die Deutsche Lufthansa ihre Geschäftszahlen zum dritten Quartal vor. Am Mittwoch folgen etwa BMW und Continental. Noch dichter gedrängt ist die Agenda am Donnerstag, wenn sich Dax-Mitglieder wie Deutsche Telekom, Commerzbank und der Logistikkonzern DHL in die Bücher schauen lassen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de