Wochenausblick: Dax von vielen Sorgen belastet - Fokus auf Zinsentscheidungen

Angesichts hoher Ölpreise, hartnäckiger KI-Sorgen und weiterer Unruhen in Frankreich droht dem Dax auch in der neuen Woche Ungemach. Lesen Sie hier den kompletten Beitrag.

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Aktuelle Börsen-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / peterschreiber.media

Angesichts hoher Ölpreise, hartnäckiger KI-Sorgen und weiterer Unruhen in Frankreich droht dem Dax auch in der neuen Woche Ungemach. Nach einer Schwächephase für den deutschen Leitindex richtet sich der Fokus nun auf die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). Parallel kommt die Berichtssaison der Unternehmen mit den Quartalszahlen mehrerer Dax-Konzerne so richtig ins Rollen. Darüber hinaus steht unter anderem noch das Ifo-Geschäftsklima auf der Agenda.

Der deutsche Leitindex büßte am Freitag 0,75 Prozent auf 25.181,65 Punkte ein. Auf Wochensicht ist der Dax damit um 1,7 Prozent gefallen.

"Schwelende Nahostrisiken, eine unklare geldpolitische Marschroute und kritisch hinterfragte KI-Bewertungen halten den Dax in einer Nebelkiste gefangen und lassen eine klare Orientierung vermissen", kommentierte Chefmarktanalyst Timo Emden vom Handelshaus CapTrader. Von einem goldenen Herbst könne keine Rede sein. Die Anleger agierten weiterhin mit angezogener Handbremse, es fehle der rote Faden. Vor dem Wochenende rutschte der Dax zurück unter die 21-Tage-Linie als Indikator für den kurzfristigen Trend, er hielt sich aber klar über der 25.000-Punkte-Marke.

Die angespannte Lage in Frankreich macht den Händlern derzeit besonders große Sorgen. Auf die Proteste im deutschen Nachbarland folgten mittlerweile auch schwache Konjunktursignale. "Auf mittlere Sicht wird Frankreich Reformen durchführen müssen, wenn es verhindern will, dass die Kreditwürdigkeit des Landes weiter sinkt", konstatierte Anlagestratege Mark Dowding von RBC BlueBay Asset Management. Bei der aktuellen Bewertung sei allerdings ein Punkt erreicht, an dem bereits sehr viele schlechte Nachrichten eingepreist seien.

Entlastung an den Energiemärkten zeichnet sich derweil nicht ab. Berichte über Huthi-Angriffe auf die saudi-arabische Energieinfrastruktur und den Beschuss von Tankern in der Straße von Hormus treiben die Ölpreise weiter nach oben. "Ohne einen Durchbruch in mindestens einem der Konflikte dürfte der Aufwärtsdruck auf die Ölpreise bestehen bleiben", argumentierte Marktanalyst Kyle Rodda von Capital.com. Damit würden die Risiken für Wachstum und Inflation steigen.

Am Aktienmarkt gerieten mit Blick auf große Ausgaben und höhere Finanzierungskosten jüngst vor allem Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz unter Druck. "Die KI-Story ist nicht zu Ende, aber sie tritt in eine neue Phase ein: Nicht mehr die größten Investitionsversprechen, sondern tatsächliche Gewinne und die Qualität der Finanzierung werden über die Gewinner an der Börse entscheiden", schrieb Eckhard Schulte von MainSky Asset Management. Der Aufwärtstrend am Aktienmarkt müsse aber nicht grundsätzlich infrage gestellt werden.

Auch die Experten des Börsen- und Analyseportals Index Radar beobachteten zuletzt keinen flächendeckenden Ausverkauf, sondern eine ausgeprägte Umschichtung aus Technologie-Aktien in defensivere und substanzstarke Unternehmen. Die relative Schwäche des Tech-Sektors nähere sich einem Niveau, das in der Vergangenheit häufig mit einer anschließenden Gegenbewegung einherging. Besonders interessant dürften daher die anstehenden Quartalszahlen der US-Tech-Giganten Alphabet, Microsoft und Amazon am Mittwoch und Donnerstag werden.

Die bisher uneinheitliche Berichtssaison zeige, dass viele Unternehmen mit den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen hätten, stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. Die Börsen bräuchten inzwischen mehr als nur gute Nachrichten, nämlich handfeste Belege für nachhaltiges Wachstum. Aus dem Dax legen im Wochenverlauf unter anderem der Chemiekonzern BASF, die Deutsche Bank sowie die Autobauer Mercedes-Benz und Volkswagen Quartalszahlen vor.

Höhepunkt der Woche dürften aber die Zinsentscheidungen großer Zentralbanken werden, beginnend mit der US-Notenbank am Mittwoch. "Die Fed tagt nur sechs Tage vor den US-Zwischenwahlen", gab Chefstratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck zu bedenken. "Die weiter steigende US-Inflation spricht eigentlich klar für eine Leitzinserhöhung - dennoch dürfte sich die Fed so kurz vor den Wahlen eher zurückhalten, wie sie das historisch meist gemacht hat." Auch von der EZB erwartet Greil am Donnerstag keine Zinsänderung. Bei beiden Notenbanken sei jedoch eine weitere Erhöhung im Dezember wahrscheinlich.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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