Bahn: Verkehrsminister: Bund muss mehr für Regionalverkehr zahlen

Für die Nutzung des Schienennetzes zahlen Verkehrsunternehmen einen Trassenpreis. Der soll in den nächsten beiden Jahren kräftig steigen. Folge könnten Einschnitte im Nahverkehr sein.

Erstellt von - Uhr

Aktuelle Nachrichten zum Thema Bahnverkehr lesen Sie hier auf news.de (Symbolbild). (Foto) Suche
Aktuelle Nachrichten zum Thema Bahnverkehr lesen Sie hier auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / ON-Photography

Verkehrsminister der Länder erhöhen den Druck auf den Bund, ihnen bei der Finanzierung des kostspieligen Regionalverkehrs auf der Schiene unter die Arme zu greifen. "Wir müssen jetzt acht Prozent Steigerungen für das kommende Jahr auffangen. Das ist Geld, das keiner hat", sagte der bayerische Ressortchef Christian Bernreiter (CSU) der "Bild"-Zeitung. "Es gibt schon Länder wie Schleswig-Holstein, die Verbindungen abbestellt haben", fügte Bernreiter hinzu. "Nach 2028 kommen auch wir in Bayern in Schwierigkeiten." Bernreiter ist Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz von Bund und Ländern, die sich am Mittwoch und Donnerstag im bayerischen Hohenschwangau trifft.

Hintergrund des Konflikts ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der im März die sogenannte Trassenpreisbremse gekippt hatte, durch die die Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr von stark steigenden Trassenpreisen ausgenommen waren. Die Trassenpreise, quasi eine Schienenmaut, fallen für die drei Verkehrsarten Güter-, Fern- und Regionalverkehr unterschiedlich hoch aus. Im Schienenpersonennahverkehr will die für das Netz zuständige Bahntochter DB InfraGo für 2027 ein Plus von 7,7 Prozent, 2028 sollen die Gebühren noch einmal kräftig steigen. Finanziert werden damit unter anderem der Betrieb, die Instandhaltung und Investitionen in das Schienennetz.

Bernreiter: "Es geht um mehrere Hundert Millionen Euro"

"Höhere Trassenpreise bedeuten mehr Kosten für die Verkehrsunternehmen und für die Länder, die den Regionalverkehr bestellen. Es geht um mehrere Hundert Millionen Euro", so Bernreiter. Der Bund müsse diese ausgleichen. "Leidtragende wären sonst die Fahrgäste, die im schlimmsten Fall mit erheblichen Streichungen im Nahverkehr rechnen müssten."

Wegen zusätzlicher Millionenkosten für die Nutzung von Bahntrassen kündigen Verkehrsverbünde in einzelnen Ländern dünnere Angebote an, zuletzt beispielsweise in Sachsen. Zahlreiche Eisenbahnunternehmen haben bereits gemeinsam mit dem Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) Klage gegen die sogenannte Schienenmaut für den Personennahverkehr eingereicht.

Die Minister der Länder berufen sich bei ihren Forderungen auf die Absichtserklärung der schwarz-roten Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag. Darin heißt es: "Das Trassenpreissystem reformieren wir." Zur Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) werde

die Finanzierung auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt. "Die

Regionalisierungsmittel sollen vorrangig als Bestellmittel für den Schienenpersonennahverkehr genutzt werden."

Allerdings sieht der Bund keinen Spielraum für mehr Geld. Bernreiter beklagte: "Leider stellt sich Berlin momentan taub. Wir fordern ein Gespräch mit dem Bundesfinanzminister. Dieser Gesprächswunsch wurde bisher abgelehnt."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Wirtschaft":

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.