Aktienmärkte: Dax auf Rekordhoch - Rede von Fed-Chef im Fokus

Nach starken Zahlen von US-Techkonzernen und fallenden Ölpreisen steigt der Dax weiter. Jetzt gibt es auch Signale von US-Notenbankchef Warsh zur weiteren Zinspolitik.

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Der Dax ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Die mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh trieb den deutschen Leitindex um 0,8 Prozent auf 26.580,64 Punkte und damit über das erst Mitte August erreichte Allzeithoch von 26.573,50 Punkten.

Anleger hatten sich von Warsh Hinweise auf das Vorgehen der US-Notenbank Fed in der Zinspolitik erhofft. Dieser hat nun mit ungewöhnlich deutlichen Worten zur hohen Inflation in den USA Bereitschaft für eine straffere Geldpolitik signalisiert.

Die Zahlen großer US-Technologieunternehmen wie Nvidia oder Salesforce hatten bereits am Vortag die Märkte angetrieben. Auch der sinkende Ölpreis verhilft den Aktienkursen weiter nach oben.

Der Dax hatte Anfang August erstmals die Marke von 26.000 Punkten überschritten und steigt seitdem von Bestmarke zu Bestmarke.

Warsh betont Risiken einer hohen Inflation

Warsh betonte beim jährlichen Notenbanktreffen abermals die Risiken einer erhöhten Inflation, um die er sich derzeit mehr Sorgen mache, als um den Arbeitsmarkt. Die US-Notenbank Fed müsse reagieren, falls sich die Inflation nicht zügig in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels bewege. Von der Robustheit der Wirtschaft zeigte sich Warsh beeindruckt.

"Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die Kerninflation eindeutig und mit ausreichender Geschwindigkeit unserem Ziel annähert. Andernfalls haben wir noch einiges zu tun", sagte er laut Redemanuskript beim Notenbank-Treffen der Federal Reserve of Kansas City in Jackson Hole.

Der Notenbank-Chef habe mit der Rede an Glaubwürdigkeit gewonnen, wenn es um die Bekämpfung der hohen Inflation geht, merkten die Experten des Analysehauses Capital Economics an.

Zusätzliche Unterstützung vom Ölmarkt und Autowerten

Laut Marktbeobachter Jürgen Molnar bekommt der Dax zu Wochenschluss zusätzliche Unterstützung vom Ölmarkt. "Die Ölpreise kommen etwas zurück und nehmen damit zumindest ein wenig Inflationsdruck aus dem Kessel", so der Experte. Abseits von eventuellen neuen Entwicklungen am Persischen Golf machte ein möglicher Austritt Venezuelas aus dem Ölkartell Opec Schlagzeilen.

Gestützt waren die Gewinne im Dax auch auf eine Erholung unter den deutschen Autowerten. Aktien von BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen knüpften heute mit einem Anstieg um bis zu 3,9 Prozent an ihre Vortagsrally an und gehörten so in der Breite zu den größten Dax-Gewinnern.

Zuletzt sorgten positive Wirtschaftsdaten wie das Ifo-Geschäftsklima bereits für eine positive Grundtendenz an der Börse. Aus Sicht von Carsten Klude, Chefvolkswirt bei M.M. Warburg & Co, haben sich die Perspektiven für den deutschen Aktienmarkt aufgehellt: "Trotz anhaltender struktureller Probleme sprechen die robuste Gewinnentwicklung der Unternehmen, bessere Konjunkturdaten und positive Frühindikatoren für weiteres Potenzial."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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