Krisenunternehmen: Baywa-Sanierung wird zur Hängepartie - neues Zieldatum 2030

Der Mischkonzern Baywa ist für Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung wichtig. Seit 2024 steckt das Traditionsunternehmen in einer existenzbedrohenden Krise - Erfolg der Sanierung ungewiss.

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Der hochverschuldete Agrarhandels- und Mischkonzern Baywa muss seinen Sanierungsfahrplan um zwei Jahre verlängern. Anstelle der erhofften finanziellen Gesundung bis Ende 2028 gehen Vorstand und Aufsichtsrat des Münchner Traditionsunternehmens nun davon aus, dass die Sanierung erst Ende 2030 abgeschlossen werden kann. Dementsprechend sollen auch die Bankkredite um zwei Jahre verlängert, die Baywa bei ihren hohen Zinszahlungen entlastet werden. Darauf hat sich der Vorstand mit den Gläubigerbanken und den beiden Großaktionären im Grundsatz verständigt, wie das Unternehmen in München mitteilte. Bis Herbst soll eine neue Sanierungsvereinbarung erstellt werden.

Die aus der Genossenschaftsbewegung hervorgegangene Baywa ist für Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung vor allem im Süden und Osten Deutschlands wichtig: Das 1923 gegründete Unternehmen kauft einerseits die Ernten an und beliefert die Bauern andererseits mit Saatgut, Dünger und Landmaschinen.

Banken und Großaktionäre nehmen sich wechselseitig in die Pflicht

Sowohl die Gläubigerbanken als auch die beiden Großaktionäre - das sind die Beteiligungsgesellschaften der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken und der österreichischen Genossenschaften - erklären sich zu potenziell schmerzhaften Opfern bereit. Die zwei Großaktionäre sollen ihren Baywa-Anteil von zusammen gut 67 Prozent an einen Treuhänder übertragen. Die Banken wiederum wollen 700 Millionen Euro Baywa-Kredite in ein "Nachranginstrument" umwandeln. Falls auch der geplante neue Sanierungsfahrplan nicht zu halten ist, würde das bedeuten, dass die Forderungen anderer Gläubiger Vorrang vor dem Anspruch der Banken auf diese 700 Millionen Euro hätten.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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