Neuss/Dresden: Sachsen mit weniger Firmenpleiten als der Bundesschnitt
Die Zahl der Firmenpleiten steigt laut einer Studie der Auskunftei Creditreform. Besonders große Unternehmen sind betroffen. In Sachsen liegt die Anzahl der Insolvenzen unter dem Bundesschnitt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die andauernde Krise in der deutschen Wirtschaft treibt auch in Sachsen zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz - allerdings weniger als anderswo. Nach aktuellen Hochrechnungen der Auskunftei Creditreform haben im ersten Halbjahr dieses Jahres in Sachsen 66 von 10.000 Unternehmen Insolvenz angemeldet. Damit liegt der Freistaat im Ländervergleich im unteren Mittelfeld und unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 82 Insolvenzen je 10.000 Firmen.
Die höchste Anzahl an Insolvenzen gab es den Zahlen zufolge in Berlin (120) und Bremen (119), die niedrigste in Thüringen (37). Eine Begründung liefert die Auskunftei für die regionalen Unterschiede nicht. Allerdings gebe es besonders "insolvenzanfällige Branchen", darunter das Baugewerbe, Einzelhandel oder das Gastgewerbe.
Große Unternehmen besonders oft betroffen
Besonders betroffen seien zudem aktuell vor allem große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. Hier lag der Anstieg der Pleitezahlen laut Creditreform bei 28,6 Prozent.
Große Unternehmen gibt es aufgrund der Wirtschaftsstruktur in den östlichen Bundesländern vergleichsweise weniger. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2024 rund ein Drittel der bundesweit 3,8 Millionen Niederlassungen in den "sechs größten Verdichtungsräumen" Rhein-Ruhr, Berlin, Rhein-Main, Stuttgart, Hamburg und München angesiedelt. Dort arbeiten 14,4 Millionen Menschen. Bei kleineren und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten fiel der Anstieg dagegen mit 4,9 Prozent deutlich geringer aus.
Bundesweit werden den Hochrechnungen der Auskunftei Creditreform zufolge 12.900 Unternehmen bis zum Ende des ersten Halbjahres Insolvenz angemeldet haben. Das wären fast acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Stand in einem ersten Halbjahr seit 2013 mit damals 13.310 Fällen.
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