Magdeburg/Neuss: Firmenpleiten in Sachsen-Anhalt stagnieren trotz Krise

Während bundesweit immer mehr Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, bleibt die Zahl der Firmenpleiten in Sachsen-Anhalt vorerst stabil. Entwarnung geben Experten dennoch nicht.

Erstellt von - Uhr

Adobe Stock / Dmitry Nikolaev (Foto) Suche
Adobe Stock / Dmitry Nikolaev Bild: Adobe Stock / Dmitry Nikolaev

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Sachsen-Anhalt ist trotz der andauernden Wirtschaftskrise nicht weiter gestiegen. Nach Hochrechnungen der Auskunftei Creditreform meldeten im ersten Halbjahr 230 Unternehmen im Land Insolvenz an. Das entsprach exakt dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Bundesweit setzte sich der Negativtrend dagegen fort. Deutschlandweit stieg die Zahl der Firmenpleiten um 7,8 Prozent auf rund 12.900 Fälle. Das ist laut Creditreform der höchste Stand in einem ersten Halbjahr seit 2013.

Gemessen an der Zahl der Unternehmen liegt Sachsen-Anhalt weiterhin leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Auf 10.000 Unternehmen kamen im ersten Halbjahr 79 Insolvenzen. Bundesweit waren es 82. Besonders hohe Quoten verzeichneten Berlin und Bremen, deutlich niedrigere Werte gab es unter anderem in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Viele Betriebe kämpfen mit hohen Kosten

Nach Einschätzung von Creditreform belasten die Folgen der andauernden Konjunkturschwäche viele Unternehmen. Hinzu kämen gestiegene Energie- und Rohstoffpreise infolge der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten. Viele Betriebe seien nach mehreren schwierigen Jahren finanziell geschwächt.

"Der Pleite-Höhepunkt ist noch nicht erreicht", warnte Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch. Erst wenn die Wirtschaft wieder spürbar wachse, könne sich die Lage stabilisieren. Das sei nach aktuellem Stand frühestens 2027 zu erwarten.

Große Unternehmen besonders betroffen

Bundesweit stieg die Zahl der Insolvenzen vor allem bei größeren Unternehmen. Bei Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten legte sie um 28,6 Prozent zu. Deutlich geringer fiel der Anstieg bei kleinen und mittleren Unternehmen aus.

Die meisten Insolvenzen entfielen auf den Dienstleistungssektor, zu dem unter anderem Gastronomie, Logistik oder zahlreiche unternehmensnahe Dienstleistungen zählen. Dort registrierte Creditreform bundesweit fast 7.900 Fälle.

Auch junge Unternehmen geraten häufiger in Schwierigkeiten. Die Zahl der Insolvenzen von Betrieben, die höchstens zwei Jahre am Markt sind, stieg bundesweit um mehr als ein Viertel.

Weitere aktuelle Meldungen aus dem Ressort "Wirtschaft":

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.