Kosten-Explosion beim Gas: Hier zahlen Haushalte Hunderte Euro mehr

Die Gaspreise explodieren in ganz Deutschland und der Iran-Krieg könnte die Kosten jetzt sogar noch einmal drastisch in die Höhe treiben. Für viele Haushalte wird es richtig teuer.

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Die Gaspreise sind in Deutschland enorm gestiegen. (Foto) Suche
Die Gaspreise sind in Deutschland enorm gestiegen. Bild: AdobeStock / Ingo Bartussek
  • Gaspreise seit Januar um 17 Prozent gestiegen
  • Berlin besonders betroffen: +32 Prozent
  • Experten warnen: Bis zu 50 Prozent mehr Kosten möglich

Die Heizkosten entwickeln sich für deutsche Verbraucher erneut zum finanziellen Albtraum. Seit Anfang des Jahres haben die Gaspreise im bundesweiten Durchschnitt um 17 Prozent zugelegt, wie eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox für "Bild" zeigt. Besonders hart trifft es die Hauptstadt: In Berlin schnellten die Kosten um satte 32 Prozent nach oben. Für Bewohner bedeutet das eine zusätzliche Belastung von 537 Euro pro Jahr.

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Ein typisches Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern verbraucht jährlich rund 20.000 Kilowattstunden Gas. Im Januar lag der Durchschnittspreis dafür noch bei 1.985 Euro – mittlerweile müssen Kunden 2.321 Euro einplanen. Auch Hamburg verzeichnete mit 25 Prozent einen deutlichen Anstieg, was Mehrkosten von 422 Euro entspricht.

Gaspreis-Hammer in Deutschland: Thüringen zahlt fast 500 Euro mehr als Hamburg

Im Ländervergleich zeigen sich erhebliche Unterschiede bei den Gaskosten. Am tiefsten müssen Verbraucher in Thüringen in die Tasche greifen: Eine Familie mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bezahlt dort durchschnittlich 2.576 Euro. Das sind 488 Euro oder 23 Prozent mehr als in Hamburg, wo mit 2.088 Euro die niedrigsten Preise gelten.

Ebenfalls überdurchschnittlich teuer heizen Haushalte im Saarland mit 2.430 Euro, in Sachsen-Anhalt mit 2.414 Euro sowie in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Günstigere Konditionen finden sich neben Hamburg auch in Berlin mit 2.220 Euro, Bayern mit 2.221 Euro und Niedersachsen mit 2.281 Euro. Die starken Preissprünge in Berlin und Hamburg erklären sich durch Nachholeffekte. Beide Stadtstaaten hatten zuvor ein vergleichsweise niedriges Preisniveau und gehören trotz der aktuellen Steigerungen weiterhin zu den günstigsten Regionen.

Iran-Krieg könnte Heizkosten um 50 Prozent verteuern

Die Aussichten für Verbraucher bleiben düster. Der bewaffnete Konflikt im Iran hat die Einkaufspreise an den internationalen Rohstoffmärkten zwischenzeitlich auf das Doppelte getrieben. Experten der Branche rechnen bei anhaltenden Spannungen in der Region mit Gasnotierungen zwischen 80 und 110 Euro pro Megawattstunde. "In der Folge könnten die Heizkosten um bis zu 50 Prozent steigen", warnt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Für Haushalte würde das bedeuten, dass sich die ohnehin schon gestiegenen Ausgaben nochmals drastisch erhöhen könnten. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt damit ein entscheidender Faktor für die weitere Preisentwicklung auf dem deutschen Gasmarkt.

Anbieterwechsel bringt über 500 Euro Ersparnis

Verbraucher können sich gegen die Preisexplosion wehren. Wer seinen Gasanbieter wechselt, spart laut Verivox im Schnitt 513 Euro jährlich. Der Grund: Kunden in der Grundversorgung zahlen durchschnittlich 24 Prozent mehr als bei den günstigsten Neukundentarifen mit Preisgarantie. Das größte Einsparpotenzial besteht ausgerechnet im teuersten Bundesland. In Thüringen können Haushalte durch einen Wechsel bis zu 1.006 Euro pro Jahr zurücklegen. Auch in Rheinland-Pfalz mit 616 Euro und im Saarland mit 593 Euro lohnt sich der Tarifvergleich besonders. Selbst in Bremen, wo die Wechselersparnis am geringsten ausfällt, bleiben Verbrauchern noch durchschnittlich 189 Euro mehr in der Haushaltskasse.

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