BA unter Druck: Massive Fehler bei Arbeitslosengeld-Bescheiden aufgedeckt

Bei der Berechnung von Arbeitslosengeld passieren offenbar häufig Fehler. Interne Prüfungen zeigen, dass rund jeder fünfte Bescheid nicht korrekt ist. Die Bundesagentur für Arbeit reagiert nun mit strengeren Kontrollen.

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Zu viel oder zu wenig Geld: Arbeitsagentur kämpft mit ALG-Rechenfehlern (Foto) Suche
Zu viel oder zu wenig Geld: Arbeitsagentur kämpft mit ALG-Rechenfehlern Bild: AdobeStock/ zenturio1st
  • Hohe Fehlerquote bei ALG-Bescheiden festgestellt
  • Betroffene erhalten teils zu viel oder zu wenig Geld
  • BA kündigt schärfere Prüfungen an

Bei der Bundesagentur für Arbeit wächst der Druck. Interne Kontrollen zeigen deutliche Schwächen bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes. Nach aktuellen Auswertungen ist rund jeder fünfte Bescheid fehlerhaft. Die Ergebnisse sorgen innerhalb der Behörde für Unruhe, da sie auf wiederkehrende Probleme in der Bearbeitung hinweisen.

Zu niedrige und zu hohe Zahlungen betroffen

Die Fehler betreffen sowohl zu geringe als auch zu hohe Auszahlungen. In zahlreichen Fällen erhielten Betroffene weniger Geld als ihnen eigentlich zugestanden hätte. Teilweise wurde sogar der Antrag auf Arbeitslosengeld fälschlicherweise abgelehnt und stattdessen Bürgergeld ausgezahlt. Auf der anderen Seite kam es ebenfalls zu Überzahlungen. Häufig wurden veränderte Arbeitszeiten vor Eintritt in die Arbeitslosigkeit nicht korrekt berücksichtigt, was zu zu hohen Leistungen führte.

Rechenfehler, falsche Daten und fehlende Angaben

Die Ursachen für die falschen Bescheide sind vielfältig. In der internen Analyse werden "Bild" zufolge unter anderem nicht berücksichtigte Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld genannt. Auch fehlerhafte Lohnsteuerklassen oder falsch eingerechnete Werbungskosten spielen eine Rolle. Hinzu kommen klassische Übertragungsfehler wie Zahlendreher, die sich direkt auf die Berechnung auswirken.

BA verschärft Kontrolle deutlich

Um die Fehlerquote zu senken, zieht die Bundesagentur nun Konsequenzen. Die örtlichen Arbeitsagenturen sollen verstärkt überprüft werden. Künftig werden regelmäßig Stichproben ausgewertet und an höhere Stellen weitergeleitet. Ziel ist es, die Ursachen der Fehler genauer zu analysieren und die Abläufe zu verbessern. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Mitarbeiter, sorgfältiger zu arbeiten.

Kritik hält seit Jahren an

Schon seit längerer Zeit gibt es Kritik an der Qualität der Berechnungen. Sowohl der Bundesrechnungshof als auch interne Revisionen hatten wiederholt auf Probleme hingewiesen. Trotz eingeleiteter Maßnahmen bleibt die Fehlerquote hoch und gilt intern weiterhin als Risikofaktor.

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