Bürgergeld wird zur Kostenfall: Verwaltung frisst immer mehr Steuergeld

Die Verwaltung des Bürgergelds wird immer teurer. Inzwischen kostet jeder erwerbsfähige Empfänger mehr als 2000 Euro pro Jahr. Experten warnen vor Finanzierungslücken und Einsparungen bei wichtigen Maßnahmen zur Jobvermittlung.

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Bürgergeld: Über 2000 Euro Verwaltungskosten pro Person. (Foto) Suche
Bürgergeld: Über 2000 Euro Verwaltungskosten pro Person. Bild: Ardan Fuessmann
  • Verwaltungskosten für Bürgergeld steigen auf fast 8 Milliarden Euro
  • Pro Empfänger erstmals mehr als 2000 Euro jährlich
  • Weniger Geld für Weiterbildung und Jobvermittlung durch Umschichtungen

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Die Verwaltung des Bürgergelds entwickelt sich zunehmend zum Kostenproblem. Im Jahr 2024 summierten sich die Ausgaben für Organisation, Personal und Abwicklung auf knapp 8 Milliarden Euro. Damit liegen die Kosten rund 41 Prozent höher als noch vor zehn Jahren. Damals beliefen sich die Verwaltungsausgaben auf etwa 5,6 Milliarden Euro.

Mehr als 2000 Euro pro Empfänger

Besonders interessant ist der Blick auf die Pro-Kopf-Kosten. Nach Berechnungen des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe verursachte jede erwerbsfähige Person im Bürgergeld-Bezug durchschnittlich 2046 Euro Verwaltungskosten im Jahr. Diese Marke wurde damit erstmals überschritten. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lagen die Kosten pro Empfänger noch bei gut 1300 Euro.

Bund zahlt den Löwenanteil

Finanziert wird der Großteil der Verwaltungsausgaben durch den Bund, der rund 6,8 Milliarden Euro übernimmt. Die restlichen Kosten tragen die Kommunen. Damit lastet ein erheblicher Teil der finanziellen Verantwortung auf dem Bundeshaushalt.

Geld für Jobsuche wird umgeleitet

Eigentlich hatte der Bund laut "Bild" für 2025 nur 5,25 Milliarden Euro für die Verwaltung des Bürgergelds eingeplant. Um die deutlich höheren Ausgaben auszugleichen, wurden Mittel verschoben, die ursprünglich für Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration vorgesehen waren. Darunter fallen Weiterbildungen, Bewerbungshilfen oder Qualifizierungsprogramme. Unterm Strich bleibt damit weniger Geld, um Leistungsbezieher tatsächlich in Arbeit zu bringen.

Auch 2026 droht die Kostenlücke

Ein ähnliches Bild zeigt sich bereits für den Haushalt 2026. Auch hier sind erneut lediglich 5,25 Milliarden Euro für die Verwaltung eingeplant. Aus Sicht des BIAJ ist es unrealistisch, dass die Jobcenter mit diesem Betrag auskommen werden. Eine Finanzierungslücke gilt als absehbar.

Steigende Gehälter als Kostentreiber

Ein zentraler Grund für die explodierenden Ausgaben liegt beim Personal. Rund ein Drittel der etwa 100.000 Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit ist mit der Auszahlung von Bürgergeld, Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld befasst. Die zuletzt kräftigen Tarifsteigerungen haben die Personalkosten deutlich erhöht und treiben die Verwaltungsausgaben weiter nach oben.

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