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Bierpreise explodieren: Brauerei-Chef warnt! Wird Bier bald unbezahlbar?

Die Preiskrise wirkt sich auch auf die Kosten für Bier aus. Brauereien wollen nun aufgrund gestiegener Produktionskosten die Bierpreise erhöhen. Ein Brauereichef warnt nun vor einer massiven Erhöhung und fordert deshalb Lösungen von der Politik.

Brauereien beklagen hohe Kosten bei der Bierproduktion. (Foto) Suche
Brauereien beklagen hohe Kosten bei der Bierproduktion. Bild: picture alliance/dpa | Danny Gohlke

Die Deutschen lieben ihr Bier. Doch das Hopfengetränk dürfte vielen bald womöglich gar nicht mehr schmecken. Aufgrund von hohen Produktionskosten müssen sich Konsumenten zukünftig auf steigende Bierpreise einstimmen, erklärte erklärte Holger Eichele,Hauptgeschäftsführer des deutschen Brauer-Bunds am Dienstag (24. Januar) in Berlin.

Bier bald für 7, 50 Euro? Brauereien warnen vor Preisexplosion

Neben der Energieversorgung belasteten stark steigende Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte sowie Personal und Logistik die Unternehmen. Die Rechnung fällt teuer aus, wie einige von der "Bild"-Zeitung" veröffentlichte Zahlen verdeutlichen sollen. So erhöhten sich zum Beispiel die Preise für das Braumalz um 90 Prozent oder für Strom und Gas um 750 Prozent. Zahlreiche Betriebe hätten bereits Preiserhöhungen angekündigt. Im Dezember 2022 verkündete bereits die Radeberger-Gruppe, dass sie ihre Preise erhöhen will. Ab Februar sollen weitere Brauereien nachziehen. Der Kunde muss dann die Mehrkosten ausbaden, warntStefan Fritsche (56), Vize-Chef des Brauereiverbands Berlin-Brandenburg und Geschäftsführer der Klosterbrauerei Neuzelle im Gespräch mit "Bild": "Wenn Brauereien und Gastronomen ihre Mehrkosten voll an den Verbraucher weitergeben, sind wir Ende dieses Jahres bei 7,50 Euro für den halben Liter Bier"! Das würden seiner Meinung nach viele Kunden nicht mehr mitmachen. Auch die Brauereinen leiden. Sie stehen "vor der größten Herausforderung in der deutschen Brau-Geschichte".

Brauerei-Chef fordert Bier-Gipfel im Kanzleramt

Fritsche glaubt, dass dies zu einem deutschlandweiten Brauereisterben führen könnte. Dann wären nur noch Großbrauereien übrig. Deshalb fordert er: "Wir brauchen den Bier-Gipfel im Kanzleramt, damit Deutschlands wichtigstes Kulturgut nicht ausstirbt!" An diesem Gipfel sollen alle Wirtschaftsminister undLandwirtschaftsminister teilnehmen, um die deutsche Braukunst zu retten. 

Insgesamt zeige sich die Branche nach drei Jahren Dauerkrise aber deutlich widerstandsfähiger als früher. Beim Bierabsatz zeichnet sich laut Eichele eine leichte Erholung ab. Mit 81,2 Millionen Hektolitern Bier sei die Menge in den ersten elf Monaten 2022 um 3,2 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 habe der Vergleichswert aber noch 85,2 Millionen Hektoliter betragen. Die Bierabsatzzahlen für das Gesamtjahr 2022 werden vom Statistischen Bundesamt Anfang Februar veröffentlicht.

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/news.de/dpa

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