Fernsehen: Bleibt die Liebe auf der (Renn-)Strecke? Das Drama "Drive"
Junge Liebesgeschichten à la "Maxton Hall" sind in. Ein neuer deutscher Film bei Prime Video setzt jetzt auf eine vorgetäuschte Romanze im Motorsport - aus der dann aber echte Gefühle entstehen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Herzschmerz, Betrug, Trauer und natürlich die große Liebe: Mit diesen Zutaten hat sich schon die deutsche Coming-of-Age Serie "Maxton Hall" eine große Fan-Gemeinde aufgebaut. Romantische Liebesgeschichten in Serien und Filmen, die oft auf Jugendbuchreihen und Young-Adult-Stoffen beruhen, sind gerade hoch im Kurs.
Aufgegriffen haben das zuletzt zum Beispiel "Heartstopper", "Off Campus", "Heated Rivalry" oder die "Culpables"-Trilogie ("Culpa Mía"). Solche Geschichten bringen viele Fans bereits vor der Verfilmung mit, weil sie auf Plattformen wie TikTok unter dem Schlagwort BookTok diskutiert werden. Gleichzeitig schürt es die Erwartungen auf eine gelungene Serien- oder Filmadaption.
Eine inszenierte Liebesgeschichte im Motorsport
Darin reiht sich jetzt "Drive - The Pretenders" ein. Das neue romantische Drama aus Deutschland ist nun (ab Mittwoch, 28. Oktober) bei Amazon Prime Video zu sehen. Der Film dreht sich um eine Liebesgeschichte im Motorsport, die als Fake beginnt. Doch dann kommen echte Gefühle ins Spiel und machen es kompliziert - vor allem, als darüber hinaus ein geheimer Deal aufgedeckt wird.
Wenn man von dem Plot hört, ahnt man schon, wie der Film wohl ausgehen wird. Das macht ihn jedoch nicht weniger unterhaltsam. Der bewährte Mix aus Drama, Romanze und Coming-of-Age dürfte bei vielen Zuschauerinnen und Zuschauern einen Nerv oder ihr "guilty pleasure" treffen. Damit sind Dinge gemeint, die man mag, obwohl man sich dafür vielleicht auch ein bisschen schämt. Thematisch erinnert "Drive" etwas an die "Culpa Mía"-Reihe, die von einer verbotenen Liebesbeziehung und illegalen Autorennen handelt.
Worum es in "Drive - The Pretenders" geht
Worum geht es genau? In "Drive - The Pretenders" (Regie: Sergej Moya) treffen die ehrgeizige Mechanikerin Sarah (Lisa-Marie Koroll, bekannt aus den "Bibi & Tina"-Filmen) und der skandalträchtige Rennfahrer-Star Dante (Amin Baahmed) in einem deutschen Rennstall aufeinander. Die Story ist von Tamara Lushs Geschichte "Drive" inspiriert.
Sarah träumt von einer Karriere als Fahrerin, während Dante mit seinem Ruf und Erfolg auf der Strecke hadert. Der Unfalltod seiner Schwester hat ihn aus dem Konzept gebracht, die Sponsoren stehen auf der Kippe, nicht zuletzt, weil er immer wieder mit Party-Eskapaden für Schlagzeilen sorgt. Eine neue Eskalationsstufe ist erreicht, als ein vermeintlich intimes Bild von Sarah und Dante auftaucht und viral geht.
Deshalb inszeniert PR-Managerin Tanya (Lucie Heinze) eine vorgetäuschte Verlobung der beiden. Sie sollen vorgeben, sie seien ein glückliches Liebespaar, um öffentlich das Narrativ zu drehen und Dantes Ruf zu retten. Im Gegenzug will der Rennstall hohe Schulden von Sarahs Familie begleichen. Zudem - und davon darf Dante nichts wissen - darf sie heimlich Rennstunden nehmen, um ihn im Fall einer Niederlage zu ersetzen.
Das "Enemies to Lovers"-Motiv geht auf
Schon hier wird klar, dass dieser Geheimplan eigentlich zum Scheitern verurteilt ist. Doch zunächst zeigt der Film, wie aus der Zweckbeziehung von Sarah und Dante schnell echte Gefühle entstehen. Sie müssen, so steht es in einem extra aufgesetzten Vertrag, "im erforderlichen Maße Intimitäten in der Öffentlichkeit" austauschen. Sprich: öffentlich Händchen halten, sich umarmen und vor allem sich auf dem roten Teppich vor den Kameras küssen. Dort funkt es schließlich auch.
Wie zum Beispiel schon bei "Maxton Hall" setzt Prime hier auf das beliebte "Enemies to Lovers"-Motiv (von Feinden zu Liebenden). Zuerst können sich Dante und Sarah nicht leiden, schmeißen sich bissige Kommentare an den Kopf, bis sie schließlich Zeit miteinander verbringen müssen und sich doch gar nicht so schlecht finden. Das Motiv ist nicht neu, aber funktioniert immer wieder.
Sarah, die als Juniorin Kart-Champion war, ist selbstbewusst und denkt an ihre eigene Karriere. Sie stellt im Training sogar heimlich einen neuen Streckenrekord auf und übertrumpft damit Dante. Der wird hingegen von dem Tod seiner Schwester verfolgt und schafft es nicht, sich im Rennen nur auf das Fahren zu konzentrieren. Eine körperliche Anziehung ist schon von Anfang an da, erst im Verlauf des Films merken sie, dass sie gut miteinander auskommen.
Film spart nicht an nackter Haut
In der Verfilmung fehlt es nicht an Szenen mit viel nackter Haut. Dante zum Beispiel trainiert seine Muskeln oberkörperfrei im Gym und zeigt dabei sein Sixpack. Auch die Kussszenen werden dramatisch inszeniert. Da gerät der Motorsport als Thema des Films eher in den Hintergrund, wenngleich einige Rennszenen fesselnd gedreht sind. Als Drehort diente dafür unter anderem der Hockenheimring in Baden-Württemberg.
Doch in "Drive" geht es ohnehin mehr um die Chemie der beiden Hauptfiguren, die von Schauspielerin Koroll und ihrem Schauspiel-Kollegen Baahmed überzeugend auf den Bildschirm gebracht wird. Dazu passt der Soundtrack, der unter anderem aus stimmungsvollen Songs des R&B-Sängers The Weeknd und des Rappers Asap Rocky besteht. Young-Adult-Fans dürften auf ihre Kosten kommen - trotz oder gerade weil sie wissen, was sie erwartet.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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