Fernsehen: Neue ARD-Reihe "Tiroler Blut": Tobis erster Einsatz

Keine Arztfamilie am Wilden Kaiser: In der ARD-Reihe "Tiroler Blut" wird das Polizei-Gen bereits in der dritten Generation weitergegeben. Doch beim ersten Einsatz des Jüngsten geht einiges schief.

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"Tiroler Blut" ist kein üblicher Krimi. In der neuen ARD-Reihe spielt die Familie der - von Ursula Strauss herausragend gespielten - Chefermittlerin Fanny Gruber eine ebenso wichtige Rolle wie der Kriminalfall. Und dieser wiederum ist kein herkömmlicher Mord.

Die erste Folge mit dem Titel "Tiroler Blut - Der erste Schuss" bildet jedenfalls einen vielversprechenden Auftakt mit vielschichtigen Charakteren, einer spannenden Familienkonstellation, starken Darstellern und atmosphärisch dichten Bildern.

Tobias Gruber (Noah L. Perktold) ist der Sohn der Innsbrucker Ermittlerin Fanny Gruber. Als junger Kommissar muss er wegen Personalmangels unerwartet zu seinem ersten eigenverantwortlichen Einsatz ausrücken - und der geht gründlich schief. Es fällt ein Schuss. Ein Hund stirbt und dessen Herrchen erleidet eine lebensgefährliche Verletzung.

Wer sind die Grubers?

Tobi, bis dato ein lebensfroher, abenteuerlustiger junger Mann, ist mit der Situation überfordert. Seine Mutter Fanny will herausfinden, was geschehen ist, während Großvater Hannes (Sven-Eric Bechtolf), ein pensionierter Polizist, Tobis Sorgen nicht ganz ernst nimmt.

Der Opa ist überzeugt davon, dass sein Enkel in Notwehr gehandelt hat. Tobi habe sicher alles richtig gemacht. "Und er ist ein Gruber, wir halten was aus!" Punkt. Für den Opa gibt es daran nichts zu rütteln, schließlich halten die Grubers zusammen. Zu den Grubers gehört auch noch Günter (Kai Ivo Baulitz), der Vater von Tobias und Ex von Fanny. Die beiden haben noch eine Tochter, Anna (Allegra Tinnefeld), die aber gerade im Ausland ist.

Noah Perktold sagt über seine Rolle im ARD-Interview: "Tobi ist ein heilloser Optimist. Das ist sein prägender Charakterzug: Alles easy! Das wird aber durch die Umstände hart in Frage gestellt. Kurz gesagt: Tobi muss erwachsen werden. Das tut natürlich weh."

Nie wieder frei sein

Die inneren Konflikte des jungen Mannes und seiner Familie zeichnen das von Grimme-Preisträger Christian Jeltsch verfasste Drehbuch aus und machen den Fall auch psychologisch komplex. Während Mutter und Großvater den Fall kriminalistisch betrachten, leidet Tobi tiefer: "Ich werde nie wieder einfach frei sein", sagt er verzweifelt.

Inszeniert hat die Geschichte Regisseur Matthias Tiefenbacher, eindrucksvoll ins Bild gesetzt wurde sie von Kameramann Hanno Lentz.

Der Einsatz, zu dem Tobi und seine ebenfalls junge Kollegin ausrücken müssen, sei ja nichts Wildes, hatte ein Kollege angekündigt. Eine Ruhestörung. Doch dann trifft Tobi auf einen gewalttätigen, betrunkenen Vater (Dominic Marcus Singer), der seinen Hund auf die Familie und schließlich auf Tobi zu hetzen droht. Die Situation eskaliert, ein Schuss fällt. Hat Tobi auf den Hund geschossen und den Mann erwischt? Oder hat er doch auf den Mann geschossen und den Hund erwischt? Alles ging so schnell.

Fanny beginnt auf eigene Faust und gegen ausdrückliche Anweisung zu ermitteln. Dass sie damit ihre Karriere gefährdet, ist ihr gleich. Die Kommissarin traut der misshandelten Ehefrau Nadine (Marlene Hauser) nicht. Sie vermutet, die Frau hat eine Affäre mit ihrem Schwager (Aaron Karl). Bei ihren heimlichen Ermittlungen kann Fanny auf die Unterstützung ihrer Kollegin Ruth (Alina Fritsch) zählen - die Lippenlesen beherrscht.

Empathische Ermittlerin

Die Familienkonstellation findet auch Hauptdarstellerin Ursula Strauss spannend, wie sie im ARD-Interview sagte. Es sei immer etwas Besonderes, eine Filmfamilie zu bekommen. "Der erste Kontakt ist ein spannender Moment: Wie ist die Energie zwischen sich vollkommen fremden Menschen. Wie sieht man sich in die Augen? Meistens spüre ich sofort, ob ich die behauptete Familiengeschichte glaubhaft erzählen kann. Die Grubers haben sich von Anfang an für mich gut und authentisch angefühlt."

Fanny Gruber sei eine von Grund auf empathische Person, die ein Herz habe für die Schwächeren in der Gesellschaft. Die Familie sei für die Kommissarin das Allerwichtigste. Dem folge ihr Glauben daran, "dass Gerechtigkeit und Empathie mit die wichtigsten Pfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens sind". Der Kampf für diese Gerechtigkeit und das Einhalten einer Ethik im Umgang miteinander seien starke Motivationen für ihr Handeln, beschreibt die 52-Jährige ihre Figur.

Der Film "Tiroler Blut - Der erste Schuss" ist ab Montag, 5. Oktober im ARD-Streamingportal abrufbar und wird am Donnerstag, 8. Oktober, um 20.15 Uhr linear gezeigt. Eine Woche später gibt es die zweite, ebenso sehenswerte Folge mit dem Titel "Am Abgrund".

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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