TV: Neue ZDF-Serie: Mutter gerät in tödliche Machenschaften

Wie weit geht eine Frau, wenn das Leben der schwer kranken Tochter auf dem Spiel steht? "Serial Cleaner" wirft diese Frage in düsterem Setting auf. Das Publikum wirkte schon vor der Ausstrahlung mit.

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Ein nobles Hotel, ein edler Club, die Küche vom Feinsten - und auf dem Boden eine Leiche samt Blutlache. Der Mann, kaltblütig erschossen in einem überhasteten Moment. So schnell, da ist die erste Folge von "Serial Cleaner" gerade mal losgegangen. Und sofort macht sich Reinigungskraft Teri ans Werk und schrubbt die dunklen Fliesen. Auf dass keine Spuren bleiben.

Das ZDF zeigt die sechs Teile à 45 Minuten jetzt in der Mediathek. Am 30. September startet die Ausstrahlung auf ZDF neo - jeweils mittwochs zwei Folgen ab 21.45 Uhr.

Putzkraft gerät in Fänge krimineller Familie

Teri ist unfreiwillig in die Rolle der Spurenbeseitigerin geraten, da sie den Mord beobachtet. Den Abzug hat Christian, Spross einer wohlhabenden Hoteliersfamilie, gedrückt. Doch dessen Bruder Vincent will die Zeugin nicht beseitigen - sondern lieber von ihren Fähigkeiten profitieren. Und Teri lässt sich darauf ein. Denn es geht nicht nur um ihr eigenes Leben.

Ihre Tochter ist schwer immunkrank. Im Haus lebt sie in einer Art Zimmer aus Plastikwänden. Draußen trägt sie einen selbstgebastelten Raumanzug, durch den keine Luft dringen darf. Luca braucht dringend eine wichtige Therapie, am besten auch eine Stammzellenspende und besondere Medikamente. Das ist der Punkt, wegen dem Teri angreifbar ist. Und erpressbar.

Nicht nur Vincent merkt das. Auch das Landeskriminalamt. Denn die Polizei ist der Hoteliersfamilie auf den Fersen, die noch mehr Dreck am Stecken hat. Und so gerät Teri Folge für Folge tiefer zwischen die Fronten. Das plagt ihr Gewissen. Das lässt aber auch das Publikum mitfiebern.

Publikum stimmt über Serientitel ab

Die Dreharbeiten hatten Folgen für Hauptdarstellerin Aylin Tezel: Wie Teri habe sie ständig Einschlafprobleme gehabt, berichtet die Schauspielerin im Presseheft. "Dazu gab es zwar keine Szene, aber in meiner Schauspielvorbereitung war es sehr präsent, dass Teri das Gefühl hat, ständig wach sein zu müssen, in Alarmbereitschaft, falls es eine Notfallsituation mit Luca gibt."

"Serial Cleaner" ist laut dem ZDF eine Adaption der argentinischen Serie "La Chica Que Limpia", die auch schon in den USA adaptiert wurde. Der deutsche Titel geht unter anderem auf eine Umfrage zurück: Rund 14.500 Menschen konnten den Angaben nach im Frühjahr einen Ausschnitt anschauen und aus drei Vorschlägen auswählen. 31 Prozent hätten "Serial Cleaner" zum besten Titel gewählt, er gelte auch als verständlich und originell. Dahinter landeten "Polished Secrets" (17 Prozent) und "Pure Intention" (12 Prozent).

Fast zwei Drittel der Befragten (61 Prozent) hätten den Ausschnitt als (sehr/eher) gut bewertet. Dabei seien Frauen in ihrem Urteil etwas positiver gewesen als Männer. Während das Video bei Jüngeren gut angekommen sei, seien viele Älteren skeptisch gewesen. "Die Ergebnisse passen dazu, dass die Serie für eine jüngere Zielgruppe gedacht ist", schreibt das ZDF. Sie solle vor allem Zuschauerinnen und Zuschauer von 25 bis 45 Jahren ansprechen.

"Kein Richtig oder Falsch"

Schnell verändert sich die Beziehung zwischen Teri und Vincent. Sind die Machtverhältnisse anfangs klar verteilt, gewinnt die um das Leben ihrer Tochter kämpfende Frau immer mehr Einfluss auf den stets schwarz gekleideten Mann.

"Du und ich, wir haben vielleicht mehr gemeinsam, als du denkst", sagt der an einer Stelle. "Wir würden alles für unsere Familien tun. Und wenn es darum geht, unsere Familien zu schützen, gibt es kein Richtig oder Falsch."

Ihr Gegenspieler ist der impulsive Christian. Das Bruderpaar buhlt zwar um die Gunst des Vaters, ungleicher könnten die beiden aber kaum sein: Während Vincent Moral, Skrupel, Disziplin und Anstand hat, fehlt seinem Bruder all dies.

Stefan Gorski und Rick Okon spielen das Duo. Vor allem letzterer hat großen Gefallen an seiner Rolle gefunden: Christian zu spielen, sei herrlich gewesen, sagt Okon im Presseheft. "Ich hatte viel Freiheit und konnte mich ausprobieren. Angefangen bei Maske und Kostüm, bis hin zu kleinen Improvisationen."

Viel Tempo

Die Serie lebt von der schauspielerischen Leistung in einem oft dunkel inszenierten luxuriösen Setting. In manchen Szenen reichen Blicke, leichte Berührungen oder ein Zucken im Mundwinkel, um gerade das Verhältnis zwischen Vincent und Teri auch in Nuancen nachvollziehen zu können.

Inhaltlich halten die Verstrickungen und so manche Kehrtwende Zuschauerinnen und Zuschauer in Atem. Da alles in sechs Episoden gepresst ist, scheint manch Sinneswandel schnell vollzogen. Und auch vertrauensbildende Maßnahmen nehmen nicht besonders viel Zeit in Anspruch.

Hingegen mutet es irritierend an, dass Tochter Luca zwar einerseits nahezu hermetisch abgeriegelt leben soll. Andererseits es aber kein Problem zu sein scheint, dass Menschen in Straßenkleidung an ihr Krankenbett kommen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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